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Auf der Suche nach den Vorfahren

Burgdorf/Seelze Auf der Suche nach den Vorfahren

Mit großer Hartnäckigkeit versuchen Angela und Detlef Bähre seit knapp drei Jahren, einer US-Amerikanerin bei der Suche nach den Burgdorfer Familienwurzeln zu helfen. Und obwohl sie alle Möglichkeiten der Recherche ausgeschöpft haben, fehlt die Lösung. Deshalb gehen sie nun an die Öffentlichkeit.

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Angela und Detlef Bähre suchen Nachfahren der Familie Rust und Grobecker.

Quelle: Bismark

Burgorf/Almhorst. Seinerzeit erhielt Detlef Bähre, engagiert im Niedersächsischen Landesverein für Familienkunde in Hannover, eine E-Mail von Laura Lee Jannika. „Sie möchte eine Veröffentlichung über einen Vorfahr schreiben, der 1903 von Immensen nach Amerika ausgewandert ist“, begründet Detlef Bähre das Interesse der Amerikanerin, die mit Daniel Darwin Rust verheiratet ist - seine Familie stammte ursprünglich aus Evern. Erste Informationen über den Auswanderer und seine Familie fand der Familienforscher beim Literaturstudium in der Bücherei: „In der Ortschronik Immensen fand ich den Hinweis, dass Karl Friedrich Louis Rust und seine Ehefrau Christine Emilie Sievers im Jahr 1903 nach Amerika ausgereist sind“, berichtet Bähre. Ihre vier Kinder waren mit an Bord, in Chicago wurde ein fünftes Kind geboren. Nur zwei Wochen nach der Geburt starb die Mutter. „Für die Familie bedeutete dies eine Tragödie“, sagt Bähre. Denn er fand bei seinen Recherchen einen Nachruf, demzufolge alle Kinder in ein Waisenhaus kamen. Unklar sei, ob der Vater seinen Nachwuchs verlassen habe oder ob die Halbwaisen staatlicherseits ins Heim geschickt wurden.Ermittelt haben Angela und Detlef Bähre die Lebenswege fast aller Rust-Kinder in Amerika. Alle Namen und Daten finden sich in Rechtecken, die das Ehepaar zu einer Nachfahrentafel zusammengestellt haben. Auf der anderen Seite des Baums stehen die Informationen zu den Eltern von Karl Friedrich Louis Rust, von Heinrich Christian Rust und seiner zweiten Ehefrau Sophie Dorothee Magdalene. Sie hatten mehrere Kinder, darunter auch die Tochter Elisabeth Elma Wilhelmine Christine Rust.Deren Nachfahren suchen nun die Bähres: „Möglicherweise können uns die Enkelkinder oder Urenkel wichtige Informationen zur Familie geben oder Hinweise, weshalb die Rusts damals ausgewandert sind“, sagt der Familienforscher. Er und seine Frau haben herausgefunden, dass die Schwester später August Friedrich Wilhelm Grobecker in Burgdorf geheiratet hat. Das Paar bekam drei bis vier Kinder, darunter die beiden Söhne August Wilhelm Ernst Karl und Hermann Fritz August Karl. Letzterer heiratete 1930 Emilie Weiß, zwischen 1931 und 1941 gebar sie vier Töchter. Dem Aktenstudium zufolge müsste die älteste Tochter geheiratet haben.„Wir hoffen, dass wir einen Kontakt herstellen können“, sagt Detlef Bähre. Aber er könne weder in Archiven noch in amtlichen Registern recherchieren. „Das verbietet der Datenschutz“, sagt seine Frau und fügt schmunzelnd hinzu, es sei deutlich leichter Vor- als Nachfahren zu finden. Beide nehmen Hinweise über die Familie Grobecker unter Telefon (05137) 93610 und per oder E-Mail familienforschung-baehre@t-online.deentgegen. Sie hoffen auf einen Tipp: Denn im Sommer möchte Isaac Rust eine Europa-Reise unternehmen - vielleicht auch nach Burgdorf.

Auf Spurensuche seit drei Jahrzehnten

Seit mehr als 30 Jahren beschäftigen sich Angela und Detlef Bähre aus Almhorst mit dem Thema Ahnenforschung. Ursprünglich haben die beiden damit begonnen, ihre eigene Familiengeschichte zu recherchieren. „Bei manchen Familienzweigen reicht die Geschichte bis ins siebzehnte Jahrhundert zurück“, erzählt Detlef Bähre. „Es ist ein Hobby, das sehr viel Spass macht und einen nicht wieder los lässt“, ergänzt der Ahnenforscher. Bei ihrem Versuch, den Familienstammbaum zu vervollständigen, haben Bähres Spuren im Vorharz, entlang der Weser, in Pommern bis nach Holland und Baden-Württemberg gefunden. Während manche Geschichten - auch bedingt durch den zweiten Weltkrieg - früh endeten und nicht mehr weiter zu verfolgen seien, reichten die Spuren bei anderen mehrere hundert Jahre zurück. Über den Niedersächsischen Landesverein für Familienkunde, dem Detlef Bähre seit 2001 angehört, haben sie inzwischen nicht nur nach eigenen Familienspuren, sondern auch im Auftrag anderer Interessierter nach deren Herkunft gesucht.

Von Antje Bismark und Sandra Remmer

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