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Tag des Buches findet große Resonanz

Seelze Tag des Buches findet große Resonanz

Mit der Erfindung des Buchdrucks wurde Lesekultur möglich, was nicht nur Bibelleser fesselte. Den "Tag des Buches" nahmen Kindergärten, Schulen und Bibliotheken zum Anlass, die besondere Faszination von Literatur zu vermitteln. In Dedensen las Kinderbuchautor Ingo Siegner, in Letter Meike Haberstock.

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Ingo Siegner zeichnet frei Hand verschiedene Fassungen seines Drachen Kokosnuss, die sich durch Nasen und Flügelgröße unterscheiden. 

Quelle: PATRICIA CHADDE

Dedensen. Zum "Tag des Buches" am Mittwoch lud Dedensens Lesestube den Kinderbuchautoren Ingo Siegner in die Grundschule ein. Dabei erfuhren die Grundschüler aus erster Hand, wie man Drachen oder Vögel zeichnet und welche Abenteuer der Drache Kokosnuss in Ägypten erlebte. Ingo Siegner kann richtig gut zeichnen. daher weiß das aufmerksame Publikum jetzt, dass die Mondsichel über Ägypten eher liegt als steht und sich Vögel ganz einfach in den Himmel malen lassen. Auch die Entstehung des Drachen Kokosnuss wurde geschildert: "Meine Frau fand die Drachennase doof. Die sah wie eine Karotte aus", verriet Ingo Siegner. Die nächste Fassung der Nase hatte dann die Form einer Gurke beziehungsweise eines Baseballschlägers. "Würde sich der Drache Kokosnuss schnell umdrehen, würde er ja seine Freunde umfegen", bewies Siegner Logik und die Schüler mussten kichern. Das Nasen-Endergebnis ist runder als eine Karotte, aber kürzer als die Gurke: mit schnellem Strich warf Siegner die aktuelle Fassung des Drachens aufs Papier und ein Mädchen stellte sofort fest: "Ah, eine Zitronennase!" In jedem Fall haben der Drache Kokosnuss und sein Schöpfer Ingo Siegner ein gutes Gespür für spannenden Geschichten. Altersgerecht erläuterte Siegner, was Mumien sind und wie sich Pharaonen begraben ließen, während die Grundschüler an seinen Lippen hingen. Nur ein klitzekleiner Fehler ist dem Autoren bei der Abbildung von Ägyptens Wüstentieren unterlaufen. "Da sind nämlich Dromedare, die nur einen Höcker haben und nicht zwei, unterwegs", wie der erfolgreiche Illustrator und Kinderbuchautor erklärte.  Die Lesung, finanziell unterstützt vom Friedrich-Bödeker-Kreis, kam jedenfalls beim Publikum super an. Ursula Ernst freute sich riesig, dass Ingo Siegner mal wieder in Dedensen vorbeischaute. "Kinder lesen total gerne", weiß sie aus langjähriger Erfahrung und attraktiver Lesestoff ist vorhanden, verwies Ernst auf die grundschuleigene Bücherei. Auch wenn nur der Mittwoch zum "Tag des Buches" erklärt wurde, rät sie Eltern, mal wieder eine Schmökerrunde einzuplanen. Dann können die Fans des Drachen Kokosnuss auch erfahren, ob die muntere Truppe den wertvollen Schatz der Pyramide retten konnte.

Neben der Dedenser Grundschule beteiligten sich auch weitere Einrichtungen am "Tag des Buches". In Letters Brüder-Grimm-Schule las Meike Haberstock auf Einladung von Seelzes Stadtbibliothek aus nicht nur selbst verfassten, sondern auch von ihr illustrierten Geschichten.

Lesen ist Seelzern wichtig: Ursula Schneider (88), die als Kind in Letter lebte, freute sich aufs Lesen lernen und wurde eine echte "Leseratte". "Meinen Eltern war Literatur wichtig, wir bekamen die Bücher geschenkt", verrät sie. Schneiders absoluter Favorit war Johanna Spyris Bestseller "Heidi". Später wurde es noch einfacher für sie, an ausreichend Lesestoff zu kommen, denn die Eltern öffneten gleich nach dem Krieg eine Buchhandlung mit Papierwaren in Letters Ebertstraße 2.

Bürgermeister Detlef Schallhorn kann sich sogar an sein erstes, selbst buchstabiertes Wort erinnern. Er entdeckte den Hinweis auf die Sendung "Bonanza" in einer Zeitschrift. "Ich lese gerne und viel", berichtet der 56-Jährige, der zur Zeit Helge Timmermanns Reiseberichte ebenso unterhaltsam findet, wie eine Taxi-Tour von England nach Australien. "Einfach den größtmöglichen Umweg ins Navi eingeben", lautete die Maßgabe der neuen Guiness-Buch-Rekordhalter, die ihre Tour schriftlich festhielten.

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Von PATRICIA CHADDE

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