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Die Seelzer Bombennacht zum Nachlesen

Der HAZ-Liveticker Die Seelzer Bombennacht zum Nachlesen

Im Baugebiet Seelze-Süd ist am Montag auf einem Acker eine Bombe entdeckt worden. 14.000 Menschen in einem Evakuierungsradius von zwei Kilometern müssen ihre Häuser verlassen. Die Räumung dauerte bis in den frühen Morgen hinein. Unser Ticker zum Nachlesen.

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Mit Sack und Pack mussten Tausende Seelzer ihre Wohnungen verlassen.

Quelle: Stratenschulte

05:41 Uhr: Dieser Riesenblindgänger hielt Seelze in Atem: Mit einem Bild des Übeltäters schließen wir unseren Liveticker und wünschen allen Betroffenen eine gute Rückkehr in die Wohnungen - und dass sie ein wenig Schlaf nachholen können.

05:30 Uhr: Am Ende ging jetzt doch alles schneller als erwartet. Die betroffenen 14.000 Seelzer dürften aufatmen. Nicht nur die Straßen sind wieder freigegeben, auch Schiffe und Bahnen können nun wieder normal fahren.

05:19 Uhr: Endgültige Entwarnung! Die Experten haben die Bombe entschärft und alle drei Zünder unschädlich gemacht. Die Bewohner können in ihre Häuser zurückkehren.

04:47 Uhr: Der S-Bahnhof in Seelze liegt genau wie der Rangierbahnhof im Evakuierungsbereich.Vorübergehend muss deshalb während der Entschärfung auch der Bahnverkehr auf der Strecke von Hannover Richtung Ruhrgebiet und Bremen sowie auf dem großen Rangierbahnhof von Seelze unterbrochen oder umgeleitet werden. Der Mittellandkanal wurde für die Schifffahrt gesperrt.  Ob Ihr Zug pünktlich fährt, erfahren Sie bei der Bahn.

04:37 Uhr: Die Experten des Kampfmittelräumdienstes haben sich der Bombe angenommen. Sie rechnen tatsächlich mit einer Dauer von zwei Stunden - doch alle, die heute Nacht mitfiebern und in den Notunterkünften feststecken, hoffen, dass es schneller geht.

04:32 Uhr: Das lange Warten hat endlich ein erstes Ende - die Evakuierungszone ist geräumt und die Sprengstoffexperten können endlich mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Trotzdem kann es noch zwei Stunden oder länger dauern, bis der Blindgänger unschädlich gemacht werden kann.

04:19 Uhr: Offenbar weigert sich mindestens eine Person ihre Wohnung zu verlassen. Die Polizei muss denjenigen nun aus der Wohnung entfernen. Das zieht sich hin, deshalb kann nicht mit der Entschärfung begonnen werden und die Menschen in Seelze müssen weiter warten.

04:00 Uhr: Aus „in Kürze“ ist eine volle Stunde geworden. Noch immer geben die Einsatzkräfte kein grünes Licht für die Entschärfung der Bombe.

03:50 Uhr: Wie dem zwölfjährigen Emre in der Notunterkunft im Georg-Büchner-Gymnasium ergeht es auch uns langsam. Aber wir halten durch und informieren Sie weiterhin über den Stand der Dinge in Seelze.

03:34 Uhr: Zwei Personen weigern sich weiterhin ihre Wohnungen zu verlassen. Sie werden nun mithilfe der Polizei aus ihren Häusern herausgeholt. Erst wenn sie und ein letzter Krankentransport aus der Gefahrenzone sind, kann "Sicherheit" gegeben werden.

03:28 Uhr: Entwarnung kann noch nicht gegeben werden. Noch immer fehlen einige Krankentransporte. Was sich bereits früh abzeichnete, bestätigt sich: Die Nacht in Seelze wird besonders lang.

03:17 Uhr: Auch die Mitarbeiter des Rathauses müssen nun ihren Arbeitsplatz verlassen. Somit ist das Bürgertelefon unter 05137/82 80 nicht mehr erreichbar . Informationen gibt es aber weiterhin bei der Region unter 0800 / 73 13 131 . Nach Angaben der Stadt soll „in Kürze“ mit der Entschärfung begonnen werden.

03:06 Uhr: Noch keine Neuigkeiten von der Räumung. Erst nachdem alle Menschen aus der Gefahrenzone gebracht wurden, kann mit der Entschärfung begonnen werden.

02:53 Uhr: Der Bürgermeister hofft auf eine sichere Evakuierungszone gegen 3 Uhr. Allerdings hat er die Menschen in der Sammelstelle noch einmal darauf eingestellt, dass ein baldiges Ende wohl nicht abzusehen ist. Zwei Stunden sind für die Entschärfung eingeplant, sie könnte sich also bis 5 Uhr morgens hinziehen. Erst danach können die Seelzer zurück in ihre Häuser.

In Seelze ist am Montag ein Blindgänger gefunden worden. 14.000 Menschen sind von den Räumungsmaßnahmen am Abend betroffen.

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02:42 Uhr: Gute Nachrichten für alle Betroffenen: Nach Angaben der Stadtsprecherin wird mit den Vorbereitungen für die Entschärfung begonnen. Der Chemiefabrikant Honeywell fährt seine Produktion herunter, die 60 Mitarbeiter ziehen sich in spezielle Schutzräume zurück. Auch die Bahn ist informiert - der Betrieb auf dem Güter- und Rangierbahnhof wird eingestellt. Jetzt fehlen offenbar nur noch 15 Liegendtransporte, bevor die Sprengstoffexperten mit der Entschärfung beginnen können.

02:28 Uhr: Besonders lang wird der Tag für die ehrenamtlichen Helfer. Der Tag begann für den 20-jährigen Nils Bronder bereits um 6:30 Uhr. Er arbeitet als KFZ-Mechatroniker bei RegioBus. Eine Stunde nach seinem Feierabend bekam er die Nachricht vom Bombenfund. Sein Chef zeigt glücklicherweise Verständnis: Bronder kann am Dienstag Zuhause bleiben, wenn er möchte. Noch ein wenig früher begann der Tag bei Michele Schiacca. Der 38-Jährige ist für die Johanniter in Seelze. Der Tag des Heizungsmonteurs startete um 5:30 Uhr. Auch er bekam den Alarm kurz nach Feierabend. Den neuen Arbeitstag wird er wohl direkt nach seinem ehrenamtlichen Einsatz starten. Seinem Chef macht es aber nichts aus, wenn er ein wenig müder ist als sonst.

02:16 Uhr: In der Sammelstelle haben sich die Bürger in ihr Schicksal ergeben. Sie vertreiben sich die Zeit mit Kartenspielen oder lesen Bücher. Wen der Hunger oder Durst quält bekommt Hühnersuppe, Kaffee oder Zitronentee - oder gönnt sich beim Fastfood-Restaurant um die Ecke Pommes und Cola.

02:06 Uhr: Noch immer ist die Evakierung nicht abgeschlossen. In der Sammelstelle im Georg-Büchner-Gymnasium befinden sich bereits knapp 3000 Menschen, damit ist die Notunterkunft gut ausgelastet – ein Hinweis darauf, dass die Räumung möglicherweise einem Ende entgegengeht. Offizielle Zahlen gibt es von Polizei und Feuerwehr aber derzeit nicht.

01:51 Uhr: Zur Erinnerung: Die Evakuierung des Gefahrengebietes ordnen die Experten nicht zum Spaß an. Dass solch eine Bombenräumung fürchterlich schief gehen kann, zeigt ein Blindgängerfund aus dem Jahr 2010. Damals war in Göttingen eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Niemand hatte mit Problemen bei der Entschärfung gerechnet. Doch plötzlich explodierte der Sprengkörper – und riss drei Menschen in den Tod.

01:37 Uhr: Die Feuerwehr hat offenbar mit massiven Problemen bei der Räumung zu kämpfen, der Widerstand bei den Bewohnern ist groß. Einige weigern sich ihre Häuser zu verlassen, dann muss die Polizei kommen und die Bürger zum Verlassen ihrer Behausungen auffordern.

01:25 Uhr: Vor allem für die Kinder ist das eine ganz besonders aufregende Nacht. Einige schlafen vor lauter Müdigkeit auf den Stühlen in der Notunterkunft ein. Nicht so Nico, Felix und Miley-Sophie Wellmann-Meyer. Die drei zehn, sechs und fünf Jahre alten Kinder könnten ein Bett bekommen, doch an Schlaf denken die Geschwister nicht. Sie wollen wach bleiben, bis die Bombe entschärft ist.

01:14 Uhr: Es wird eine lange Nacht für die Seelzer: Die Evakuierung geht nach Angaben der Einsatzkräfte gut voran, aber das Ziel, um 1 Uhr alle Menschen aus der Gefahrenzone gebracht zu haben, kann nicht eingehalten werden. Jetzt peilen die Einsatzkräfte 2 Uhr an.

00:55 Uhr: Immer mehr Menschen kommen in die Sammelstelle im Georg-Büchner-Gymnasium. Das DRK liefert unentwegt neue Bänke und Tische. Hier wird es langsam voll, die Stadt Seelze hat mittlerweile auch die zweite Unterkunft, die Gebrüder-Grimm-Schule geöffnet. Manche Bürger machen es einfach auf ihre Art: In Hardenberg haben sich 200 Seelzer in einem Vereinsheim versammelt, das nicht in der Evakuierungszone liegt. Sie können dort bleiben, bis die Entschärfung abgeschlossen ist.

00:43 Uhr: Bürgermeister Schallhorn weist die Kritik zurück. Auch die Stadt hätte erst spät von dem Fund erfahren. Auch sie müsse eine logistische Herausforderung bewältigen. Etwa 500 Einsatzkräfte sind im Einsatz, um die Räumung reibungslos über die Bühne zu bekommen. 35 Regiobusse fahren die Menschen aus der Bombenzone.

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

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00:35 Uhr: Auch Winfried Bruchmann beklagt die zähen Informationen zur Evakuierung. Er sei erst nach 22 Uhr von einer Nachbarin über die Räumung informiert worden. In Hannover hätte er ein Gartenhaus gehabt, „da hätten wir gut hingekonnt.“

00:28 Uhr: Der 21-jährige Kevin Kreja und sein Freund Haider Abdul sind wenig begeistert über die Evakuierung. Sie beklagen, viel zu spät über die Maßnahmen informiert worden zu sein. Wären die Informationen der Stadt früher gekommen, hätten sie noch zu Freunden nach Hannover fahren können. So müssen sie die Nacht in der Sammelstelle verbringen. Für Abdul kein Vergnügen: Der 20-Jährige hat einen Ferienjob bei VW in Stöcken angenommen und müsste um 4:30 Uhr aufstehen. Er rechnet damit, dass er von der Sammelstelle aus zur Arbeit fahren muss.

0:16 Uhr: Bürgermeister Schallhorn ist nun auch im Georg-Büchner-Gymnasium eingetroffen. Er hat sich ein Megaphon genommen und spricht nun zu den wartenden Menschen. Dabei erklärt er vor allem, warum die Organisation der Evakuierung so lang gedauert hat. Noch immer ist von einer abgeschlossenen Evakuierung um 1 Uhr die Rede. Derweil haben wir die Zeit genutzt und die Karte der Feuerwehr noch einmal optimiert.

23:45 Uhr: Mittlerweile sind etwa 1000 Seelzer auf dem Gelände des Georg-Büchner-Gymnasiums eingetrudelt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat Getränke für die Wartenden organisiert. Etwas zu Essen werde es später auch geben, verrät Markus Peter vom DRK.

23:23 Uhr: Es gibt nun eine Karte vom Evakuierungsgebiet. Eine genaue der Liste der betroffenen Straßen wird es voraussichtlich nicht geben. Die Polizei macht die Seelzer mit Lautsprecherdurchsagen auf die Räumung aufmerksam. Bürgermeister Schallhorn schätzt optimistisch, dass bis 1 Uhr das Gebiet geräumt sein soll. Die Evakuierung der Altenheime ist bereits abgeschlossen.

22:57 Uhr: Viele Bürger wundern sich und sind besorgt, weil die Informationen so langsam durchsickern. Doch Seelze befindet sich zur Zeit im Ausnahmezustand. Die Stadt habe erst gegen 18 Uhr von der Bombe erfahren und müsse eine logistische Herausforderung bewältigen. Hunderte von Feuerwehrleuten und Polizisten sollen die Bevölkerung evakuieren. Betroffen sind wie bereits erwähnt auch die  drei Altenheime in Seelze, Seelze-Süd und Almhorst.

22:39 Uhr: Die Evakuierung der Seelzer Altenheime ist gestartet. Allerdings gibt es noch immer keine genauen Informationen darüber, welche Straßen und Wohnhäuser genau von der Bombenräumung betroffen sind. Die Stadt richtet eine Pressekonferenz aus, die nun um 23 Uhr beginnen soll. Sobald es Neuigkeiten zum genauen Evakuierungsgebiet gibt, informieren wir Sie an dieser Stelle.

22:26 Uhr: Auch das Seniorenzentrum Alter Krug ist von der Räumung betroffen. Dort wird bereits mit den Vorbereitungen für die Evakuierung begonnen.

22:09 Uhr: Die Bombe ist die größte, die in jüngster Zeit in und um Hannover gefunden wurde. Bei den Bombenräumungen im Juli in Misburg-Nord entschärfte der Kampfmittelräumdienst einen 250-Kilogramm- und einen 125-Kilogramm-Blindgänger, der Evakuierungsradius betrug damals lediglich bis zu einem Kilometer. Als im August 2013 eine 500-Kilogramm-Bombe aus der Innenstadt Hannovers entfernt wurde, mussten 9000 Leute in einem Radius von 1,8 Kilometern ihre Häuser verlassen.

21:52 Uhr: Der Beginn der Evakuierung wurde nach hinten geschoben, weil die Verantwortlichen noch auf eine Einheit der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig warten.

21:39 Uhr: Nach Angaben von Bürgermeister Schallhorn soll die Evakuierung nun frühestens um 23 Uhr beginnen. Für betroffene Bürger ist nun auch ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 05137 - 82 80 können Betroffene auch Krankentransporte anfordern. Die wichtigsten Fragen zur Bombenräumung haben wir in einer Übersicht für Sie zusammengefasst.

21:14 Uhr: Es ist dunkel geworden in Seelze. Mitarbeiter des THW haben deshalb Scheinwerfer an der Fundstelle aufgestellt.

Der Nachrichtenüberblick

„Eine Aktion dieser Größenordnung hat es in Seelze noch nicht gegeben“, sagte Bürgermeister Detlef Schallhorn. Ein unmittelbare Gefahr gehe von der Bombe nicht aus. Dennoch müsse der Sprengkörper entschärft werden. Für die Entschärfung der Zwei-Tonnen-Fliegerbombe müsse wegen der großen Sprengkraft aber die Bevölkerung in einem Radius von zwei Kilometern ihre Häuser verlassen. Betroffen sind rund 14.000 Menschen aus Seelze-Süd, der Kernstadt Seelze sowie Almhorst, Döteberg und Teile von Harenberg.

Bei der Bombe handelt es sich um eine englische Fliegerbombe vom Typ HC 4000. Sie soll  mit einer Sprengmasse von 1,3 bis 1,8 Tonnen gefüllt sein. Es ist schwierig für die Kampfmittelbeseitiger an den Blindgänger heran zu kommen, weil er in einem sehr lehmigen Boden liegt.

In Seelze ist am Montag ein Blindgänger gefunden worden. 14.000 Menschen sind von den Räumungsmaßnahmen am Abend betroffen.

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Der Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg war am späten Nachmittag bei regulären Kampfmittelsondierungsarbeiten auf einem freien Feld entdeckt worden, sagte Stadtsprecherin Martina Krapp. Im Neubaugebiet Seelze-Süd entwickelt die Stadt auf Grund der großen Nachfrage gerade den dritten Bauabschnitt.

Der Blindgänger ist weitaus schwerer als die Bomben, die in jüngster Zeit in der Region gefunden wurden: Bei den Bombenräumungen im Juli in Misburg-Nord entschärfte der Kampfmittelräumdienst einen 250-Kilogramm- und einen 125-Kilogramm-Blindgänger, der Evakuierungsradius betrug damals einen Kilometer. Als im August 2013 eine 500-Kilogramm-Bombe aus der Innenstadt Hannovers entfernt wurde, mussten 9000 Leute in einem Radius von 1,8 Kilometern ihre Häuser verlassen.

tom/sag/nw/tm

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Die Polizei hat den Fundort weiträumig abgesperrt.

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