Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
E-Mails machen es den Briefmarkensammlern schwer

Seelze E-Mails machen es den Briefmarkensammlern schwer

"Ich sammle Briefmarken seit ich laufen kann", scherzt Gerhard Hilbig. Der Vorsitzende der Briefmarkensammlervereinigung Seelze-Letter-Ahlem erinnert sich gern daran, wie ihm sein Großvater die Briefmarken aus seinen Zigarrenschachteln schenkte. Die 38 Sammler im Verein suchen neue Mitglieder.

Voriger Artikel
Hot4Jazz swingen 
im Leinestadion
Nächster Artikel
Stadt schafft 200 Kita-Plätze

Gerhard Hilbig sammelt schon seit seiner Kindheit Briefmarken.

Quelle: Rebecca Hürter

Seelze/Letter/Ahlem. E-Mails versendet Gerhard Hilbig bis heute nicht. "Briefe schreiben ist doch etwas ganz anderes", betont er. Ein Brief könne aufgehoben und immer wieder neu gelesen werden. Das Auftauchen neuer Kommunikationswege im Internet sieht Hilbig als einen Grund für das nachlassende Interesse an seinem Hobby. "Wir sind Briefmarkensammler, keine Mailsammler", sagt er. Wegen der Mails und der sozialen Netzwerke werden immer weniger Briefmarken verklebt.

Um neue Mitglieder zu gewinnen, bietet Hilbig Arbeitsgemeinschaften an Schulen und Ferienpassaktionen an: Dort vermittelt er den Kindern, wie Briefe geschrieben und Briefmarken gesammelt werden. Für den leidenschaftlichen Philatelisten geht es beim Sammeln längst nicht nur um die Marke selber: Wo steht das Gebäude auf der Marke? Zu welchem Bundesland gehört das abgebildete Wappen? "Das Briefmarkensammeln hat bei mir schon immer die Neugier an den vielen Motiven geweckt. In der Schule war ich in Erdkunde immer viel besser als die Klassenkameraden", erinnert sich Hilbig. Er verbrachte nicht nur viel Zeit mit seiner Sammlung, sondern wälzte auch Atlanten, um die Abbildungen genauestens zu erforschen.

Auf die Frage, wie viele Alben oder Briefmarken zu seiner Sammlung gehören, reagiert Hilbig mit einem Lachen: "Ich zähle doch meine Marken nicht", sagt er. In thematischer Ordnung lagern diverse Alben in seinen Schränken. Die wertvollsten Sammlungen verwahrt er jedoch außerhalb des Hauses in einem Safe.

An jedem ersten Dienstag eines Monates treffen sich die Briefmarkensammler im Haus der Begegnung in Ahlem, am dritten Dienstag im Monat im Gasthaus Bounty in Seelze. Bei den Zusammenkünften ab 19 Uhr tauschen sie sich aus und geben sich gegenseitig Tipps, um an weitere Marken zu kommen. Wer Interesse hat, erreicht Gerhard Hilbig nur per Telefon unter (0511) 484780. Eine E-Mail-Adresse hat er ja nicht.

Einen Vorteil der modernen Kommunikationswege konnte Hilbig bei den Treffen in den vergangenen Jahren feststellen: "Ich habe zwar Angst vor Fälschungen, aber Ebay bietet schon eine Möglichkeit, die Sammlung zu perfektionieren", gibt er zu. Meistens tritt er jedoch auf dem vertrauten Wege mit anderen Sammlern in Verbindung: "Der menschliche Kontakt beim Briefeschreiben ist mir wichtig."

Von Rebecca Hürter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sl4tkiqsl1lqcnfizj
Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe

Fotostrecke Seelze: Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe