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Bürger sind gegen die Kürzung der Pfarrstelle

Harenberg/Kirchwehren Bürger sind gegen die Kürzung der Pfarrstelle

800 Unterschriften in der Kirchengemeinde Harenberg/Döteberg, 160 in Kirchwehren, dazu Unterschriften in Lathwehren und Almhorst: Kirchenmitglieder und Bürger protestieren gegen die vom Stadtkirchenverband für 2017 geplante Kürzung der Pfarrstelle.

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Quelle: Frank Oheim

Seelze. Der Verband will die halbe Pfarrstelle in Harenberg und Döteberg (900 Gemeindemitglieder) um ein Viertel reduzieren. Im Gegenzug soll die St.-Barbara-Gemeinde ein Achtel der halben Pfarrstelle der Dreieinigkeitsgemeinde in Kirchwehren (rund 990 Mitglieder) erhalten.

Seit dem Buß- und Bettag werden in den Gemeinden Unterschriften gegen die Reduzierung gesammelt. „800 Signaturen bei 900 Gemeindemitgliedern sind schon eine ganze Menge“, sagt Knut Werner vom Kirchenvorstand in Harenberg. Der Protest gegen das Vorhaben sei überkonfessionell. Auch Katholiken und Bürger, die keiner Kirche angehörten, hätten unterschrieben, weil sie das Vorhaben nicht nachvollziehen können. „Jede Stimme zählt, die Kirche ist der Mittelpunkt unseres Ortes“, sagt Werner.

Die geplante Kürzung, argumentieren die Gemeinden, hätte erhebliche Auswirkungen auf das kirchliche Leben in den Ortsteilen. Die ehrenamtlichen Kräfte seien eh schon stark gefordert. „Eine Präsenz des Pastors ist gerade für Gemeinden mit ländlichem Charakter ausgesprochen wichtig“, sagt Kai Kromholz, Lektor in Kirchwehren. Die Gemeinden müssten angemessen versorgt werden mit Verkündigungen, Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten und Konfirmationen. Dafür sei ein Mindestmaß an Personal erforderlich. Noch mehr Arbeit auf ehrenamtliche Kräfte abzuwälzen sei weder verantwortbar noch leistbar. „Es gibt auch kein Konzept, wie die wegfallende Arbeit in den Gemeinden aufgefangen werden soll. Wir fühlen uns klar im Stich gelassen“, sagt Kai Kromholz. In den Kirchengemeinden sei noch richtig Leben, die Gottesdienste seien gut besucht - besser als in mancher größeren Gemeinde. „Das soll nun alles kaputtgespart werden“, kritisiert der Lektor aus Kirchwehren. Auf der anderen Seite werde im Verbandsgebiet das Geld zum Fenster hinausgeworfen und in Projekte gesteckt, die gar nicht sein müssten.

Die Gemeinden wollen ihre Unterschriftenaktion noch im Januar fortsetzen. Am 10. Januar ist in Harenberg Neujahrsempfang. Die Listen liegen in den Geschäften im Ort, in der Kirche und im Gemeindehaus auf jeden Fall bis zu diesem Datum aus. Kromholz will gleich Anfang Januar von Haus zu Haus gehen und weitere Unterschriften sammeln.

Von Treeske Hönemann

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