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Bürgerinitiative will Bahntrasse abwenden

Seelze Bürgerinitiative will Bahntrasse abwenden

Die Bürgerinitiative (BI) Seelze gegen neue Bahntrassen begrüßt das angekündigte Dialog-Forum zu der geplanten Bahntrasse, sagte die Vorsitzende Mandy von Zobeltitz. Bereits bei der umstrittenen Y-Trasse seien dabei gute Alternativen entwickelt worden. „Ähnliches erwarten wir auch für Seelze.

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Mandy von Zobeltitz, Vorsitzende der Bürgerinitiative Seelze gegen neue Bahntrassen, hofft auf vernünftige Lösungen.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Bei dem Gespräch mit Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sei die Bedeutung der geplanten Bahntrasse klar geworden.
Um die Bahnverbindung Amsterdam-Hannover-Berlin-Minsk-Moskau zu verbessern, sieht der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 eine neue zweigleisige Trasse vor. Diese soll in Letter abzweigen, und nördlich von Harenberg und Döteberg durch den Bereich Seelze-Süd und weiter zwischen Almhorst und Almhorster Wald in Richtung Barsinghäuser Gebiet verlaufen.
Die BI müsse jetzt ihre Position in der Bundespolitik verdeutlichen. Während die für Seelze zuständigen Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD) sich bereits für den Ausbau der bestehenden Trasse ausgesprochen hatte, den auch die Stadt in ihrer Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm befürwortet hatte, sehe die BI den Ausbau mit Bedenken. „Die Bürger müssen vor noch mehr Lärm geschützt werden“, sagt von Zobeltitz. Geprüft werden müssten jetzt auch Programme der Bahn, die sich bereits um leisere Schienen kümmere.
Die BI setze große Erwartungen in das Dialogverfahren. „Das kann ein Gewinn für alle Beteiligten sein.“ Da dieses Prozedere wohl erst 2018 beginne, habe die BI Zeit gewonnen, um sich gründlich in die Thematik einzuarbeiten. Die BI verweist auf die seit Januar 2015 geänderte Rechtslage, die die Sonderstellung der Bahn in Sachen Lärm aufhebe. Mittlerweile gelte sowohl für Neubau als auch Ausbau von Strecken erhöhter Lärmschutz. Die Frage sei auch, ob ein Aus- oder Neubau überhaupt noch benötigt werde, wenn der Güterverkehr nach Süden verlegt werde. „Ich habe die Hoffnung, dass wir nicht den schwarzen Peter von Süden nach Norden verschieben müssen.“ Sie sei guten Mutes, dass eine vernünftige Lösung gefunden werde, sagt die Vorsitzende.
Allerdings wünsche sich die BI mehr Zulauf aus Lohnde, Gümmer und Dedensen. Interessenten können per Mail an mail@von-zobeltitz.de Kontakt aufnehmen.

Almhorsts Ortsbürgermeisterin fürchtet jahrelange Unsicherheit: „Seelze ist gesetzt“, ist für Almhorsts Ortsbürgermeisterin Petra Cordes das Fazit aus einem Treffen mit Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Bundestagsabgeordneten und Vertretern der von der Bahntrasse betroffenen Kommunen. Zum Entsetzen aller Anwesenden habe Ferlemann verkündet, dass der Bau der Bahntrasse Hannover-Porta Westfalica beschlossen sei, obwohl daran weder das Land Niedersachsen noch die Bahn allzu großes Interesse zeigen würden.
Allerdings sei die genaue Trassenführung noch unklar. Der im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 dargestellte Verlauf sei nur ein Strich auf der Landkarte, eine Skizze. Abweichungen in die eine oder andere Richtung seien denkbar und möglich, habe Ferlemann betont.
„Damit sind alle Hoffnungen vom Tisch, das Neubauvorhaben noch vor der endgültigen Entscheidung durch den Bundestag Anfang 2017 aus dem Bundesverkehrswegeplan zu entfernen“, sagt die Ortsbürgermeisterin. Cordes ist überzeugt, dass damit niemand gerechnet hatte. Die meisten hätten auf eine für Seelze positive Nachricht gehofft. Deshalb könne sie auch die enttäuschte Reaktion von Bürgermeister Detlef Schallhorn gut verstehen.
Cordes ist sicher, dass sich die Eisenbahnerstadt Seelze noch länger und intensiver mit diesem Großprojekt beschäftigen müsse und sich daran möglicherweise auch „die Geister“ scheiden. Die Trasse dürfe kein Wahlkampfthema sein. Dennoch wünsche sie sich mehr Engagement von der Politik.
Zwar hatte Ferlemann einen breit geführten Dialog in Aussicht gestellt und auch auf die von hohem Sachverstand geprägten Eingaben verwiesen, die etwa einen Neubau entlang der A 2 oder des Mittellandkanals anregten. Dennoch bliebe eine über viele Jahre hinweg bestehende Unklarheit über einen möglichen Trassenverlauf, sagte Cordes. Niemand könne sich entspannt zurücklehnen. „Es bleibt ein großes Hemmnis für die Stadtentwicklung und damit die finanzielle Zukunft einer Kommune, die nach Kräften bemüht ist, sich selbst wieder auf die Beine zu bringen.“

CDU Lohnde will keine den Ort betreffenden Trassen: Die CDU Lohnde begrüße den von der Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth angestoßenen intensiven Dialog zum Bundesverkehrswegeplan mit der Bundespolitik, sagt der Vorsitzende Jörg Mahnke. Er habe aber gegenüber Flachsbarth deutlich gemacht, dass eine Trassenführung parallel zur Autobahn 2 oder zum Mittelllandkanal im Bereich von Letter bis Gümmer für Lohnde genauso unannehmbar ist wie der Ausbau der bestehenden Bahntrasse. „Lohnde und die anderen westlichen Stadtteile würden dadurch regelrecht eingekesselt“, sagt Mahnke.
Der Vorsitzende der Lohnder CDU fordert, dass Verwaltung und Rat der Stadt Seelze den die westlichen Stadtteile betreffenden Alternativverlauf nicht aus den Augen verlieren. Diese Bahntrasse müsse ebenso kritisch begleitet werden wie die Neubautrasse durch Seelze-Süd.

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Quelle: Thomas Tschörner

Von Thomas Tschörner

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