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Soziales Kaufhaus schließt wohl im Dezember

Seelze Soziales Kaufhaus schließt wohl im Dezember

Das Kaufhaus für Jedermann an der Uferstraße 18b steht vor der Schließung. Die Aufgabe des Sozialen Kaufhauses ist für den 5. Dezember geplant, letzte Spenden werden bis 15. November angenommen. "Der Bedarf ist da", bedauert Michael Brandes. Doch die Unterstützung der Stadt habe letztlich gefehlt.

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Yvonne und Michael Brandes hoffen auf den Erhalt des Kaufhauses für Jedermann.

Quelle: Thomas Tschörner

Letter. "Die Stadt hat uns bis Ende des Jahres kostenlos die Räume zur Verfügung gestellt", sagt Michael Brandes, Betreiber des Kaufhauses für Jedermann. Vorsichtshalber habe er jetzt gekündigt, weil er kein Geld für die Miete habe. Seit Monaten bemüht sich Brandes um einen Träger. Die Stadt habe ihre Unterstützung bei der Suche zugesagt. Von der Stadtverwaltung habe er aber seit Wochen nichts mehr gehört.

"Der Bedarf ist da", ist Brandes überzeugt. Dies hätten ihm eigentlich alle versichert - sowohl Kunden als auch Stadtverwaltung und Jobcenter. Und nicht zuletzt zeigten Soziale Kaufhäuser unter anderem in Garbsen und Langenhagen, dass derartige Geschäftsmodelle tragfähig sind. In das Kaufhaus für Jedermann habe er viel Geld, Arbeit und Zeit investiert, sagt Michael Brandes, der von seiner Familie tatkräftig unterstützt wird. Doch es sei auch Geduld vonnöten. "Beim Sozialen Kaufhaus in Garbsen, das ich mitaufgebaut habe, hat es auch etwas gedauert, bis es lief." Die Räume an der Uferstraße seien zwar nicht schlecht, aber abgelegen. Deshalb sei Werbung nötig. "Wir bekommen sehr viele Spenden, aber es kaufen noch zu wenig hier ein", sagt seine Tochter Yvonne Brandes. Sie bedauert, dass sich bislang weder die Stadt noch das Jobcenter das Kaufhaus angesehen haben. "Wir wollen auch Arbeitsplätze schaffen." Michael Brandes befürchtet, dass die Stadt Seelze weder Geduld noch Interesse habe.

Dieser Einschätzung widerspricht Stadtsprecher Carsten Fricke. "Die Stadt schaut sich weiter nach einem möglichen Träger um." Allerdings gebe es noch keinen Erfolg. Brandes könne aber die Räume weiter kostenlos nutzen. Die Kritik an der Stadt sei der Verwaltung nicht bekannt.

Das Soziale Kaufhaus in Letter: Das Kaufhaus für Jedermann hatte Anfang März in der Lange-Feld-Straße in Letter geöffnet. Weil der Platz dort sehr beengt war, stellte die Stadt die Räumlichkeiten ihres vor etwa drei Jahren aus Personalmangel geschlossenen Möbellagers an der Uferstraße bis zum Jahresende mietfrei zur Verfügung. Wegen der Kosten gab der Betrieb von Petra und Michael Brandes die Filiale an der Lange-Feld-Straße im Juli auf. Das Kaufhaus für Jedermann hat montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet und ist telefonisch unter (0178) 2406802 oder (0511) 72732996 sowie per E-Mail an Kfj-Letter@gmx.de erreichbar.

Von Thomas Tschörner

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