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Welfen-Anhänger fährt nach Langensalza

Seelze Welfen-Anhänger fährt nach Langensalza

Gerhard Hoener fühlt sich dem Haus der Welfen eng verbunden. Der Lohnder nimmt deshalb am Montag, 27. Juni, an einer Gedenkfeier zum 150. Jahrestag der Schlacht in Langensalza teil, nach der das Königreich Hannover an Preußen fiel. Hoener fungiert zudem als Ansprechpartner des Welfenbundes.

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Gerhard Hoener beschäftigt sich nicht nur mit der Geschichte der Welfen, sondern auch der des britischen Königshauses.

Quelle: Thomas Tschörner

Lohnde. Hoeners Urgroßvater Georg Heinrich Wilhelm Tölle war am Hof des hannoverschen Königs Georg V. Inspektor der königlich-hannoverschen Pferdebahn, eine Art Vorläufer der Straßenbahn. Bei der Schlacht von Langensalza wurde Tölle bei der Artillerie eingesetzt und erhielt als Erinnerung vom König eine Medaille, in dessen Rand sein Name eingeschlagen ist. Als Nachfahre dürfe er sie bei offiziellen Anlässen des Welfenhauses tragen, sagt Hoener. Zwar siegten die Hannoveraner in Langensalza, konnten offenbar aber keinen weiteren Widerstand mehr leisten - das Königreich fiel an Preußen. Georg V. ging ins Exil.

Hoeners Familie blieb weiter königstreu. Der 78-Jährige erinnert sich, dass seine Eltern bei den Nazis in Misskredit gerieten, weil sie sich weigerten, zu Hitlers Geburtstag dessen Foto in das Schaufenster ihrer Bäckerei in Groß Munzel zu stellen. Im örtlichen Klub, wie Hoener es nennt, blieb seine Familie auch weiter mit Juden befreundet und versorgte sie mit Brot. "Meine Eltern wären fast ins KZ gekommen", sagt Hoener.

Für den 1952 gegründeten Welfenbund, der zunächst ein eingetragener Verein und heute ein Zusammenschluss mit etwa 130 Mitgliedern ist, interessierte sich Hoener nicht sofort. Er studierte zunächst Maschinenbau, dann auch noch Elektrotechnik. Hoener arbeitete als Ingenieur und war zeitweise auch Vertriebs- und Planungsleiter eines Unternehmens mit Sitz in London und Hannover. "Dabei bin ich auf die englische Geschichte gekommen." Über die Beschäftigung mit dem englischen Königshaus stieß Hoener auch wieder auf die Welfen und belebte gleichzeitig die eigene Familientradition.

"Der Welfenbund als Interessengemeinschaft befasst sich mit der Geschichte der Welfen von 1100 bis heute", sagt Hoener. Neben politischen Zielen würde bei den Treffen auch über Errungenschaften des Hauses Hannover referiert und diskutiert. Seit seinem Ruhestand hält der Lohnder Vorträge über die Welfen, besucht historische Stätten und nimmt an Zusammenkünften teil. Am Montag geht es für den 78-Jährigen erst einmal ins Aboretum in Bad Langensalza, wo um 10 Uhr eine Gedenkfeier am Welfischen Landesdenkmal zur Erinnerung an die Schlacht vor 150 Jahren beginnt. Weitere Ehrungen sind an den Gedenkstätten in Merxleben und Kirchheiligen vorgesehen. Im Gepäck wird der Lohnder dabei die Medaille seines Vorfahren haben.

Der Welfenbund: Informationen gibt es bei Gerhard Hoener unter (05137) 6671.

Von Thomas Tschörner

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