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Rat lehnt neue Bahntrasse einstimmig ab

Seelze Rat lehnt neue Bahntrasse einstimmig ab

Der Rat der Stadt Seelze hat die geplante zweigleisige Neubaustrecke der Bahn einstimmig abgelehnt. Mit der am Donnerstagabend beschlossenen Stellungnahme soll erreicht werden, dass die durch den Süden Seelzes verlaufende Trasse aus dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 wieder entfernt wird.

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Ein möglicher Ausbau der vorhandenen Bahntrasse beunruhigt viele Menschen in Lohnde (unser Bild) und Gümmer.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Mit der mit Hilfe einer Rechtsanwaltskanzlei erarbeiteten Stellungnahme wolle die Stadt verhindern, dass die Bahntrasse das Seelzer Stadtgebiet betrifft, sagte Bürgermeister Detlef Schallhorn in der Ratssitzung. Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 sieht eine Verbesserung für die Bahnstrecke Hannover–Minden vor: Eine Zeitersparnis von acht Minuten soll mit einer neuen zweispurigen Trasse erzielt werden. Diese soll in Letter abzweigen, nördlich von Harenberg und Döteberg durch den Bereich Seelze-Süd – das Neubaugebiet ist in der Karte des Entwurfs nicht aufgeführt – und weiter zwischen Almhorst und Almhorster Wald in Richtung Barsinghäuser Gebiet verlaufen. Die Zeit sei knapp: Bis Montag werde die Verwaltung das vom Rat beschlossene Papier elektronisch und auf dem Postweg dem Bundesverkehrsministerium zukommen lassen, betonte der Bürgermeister. Fairerweise müsse gesagt werden, dass es bereits in der Vergangenheit Bestrebungen gab, in Seelze zwei zusätzliche Gleise zu bauen. Diese Pläne seien aber nicht realisiert worden. "wir müssen weiterhin alles tun, um das zu verhindern", sagte Schallhorn.

Die SPD-Fraktion begrüße die Stellungnahme, sagte der verkehrspolitische Sprecher Erhard Klein. Dennoch gelte es, auch einen ganzheitlichen Blick zu bewahren. Denn das Bahnprojekt hänge direkt mit der Überlastung der Autobahn 2 zusammen. Weil ein Ausbau auf acht Spuren nicht möglich sei, könne der Engpass nur durch die Schiene ausgeglichen werden. Klein appellierte zudem, bei allen Einwänden den Rangierbahnhof in Seelze nicht zu vergessen. Weil auch die einzelnen Seelzer Ortsteile unterschiedliche Interessen hätten - so werde etwa ein Ausbau der vorhandenen Trasse in Lohnde und Gümmer kritisch gesehen - müssten endlich die politischen Gremien die Lage erörtern. "Das Manko bei der ganzen Debatte ist die mangelnde Kenntnis der Details", ergänzte Heinrich Aller (SPD). Die Trassenführung müsse aus dem Plan verschwinden. Alle wüssten aber auch, dass dann über andere Lösungen diskutiert werde. Deshalb müssten die Kräfte gebündelt werden, Salamidiskussionen dürfe es nicht geben.

Ralf Marter (Die Grünen) betonte, dass die Bürgerintiative gegen den Ausbau der Bahntrasse ganz Seelze vertrete, auch Gümmer, Lohnde und Dedensen. Das Problem sei aber Kassel, wo es für die Bahn zu Verzögerungen gebe. Abhilfe solle die sogenannte Kasseler Kurve schaffen. Es sei gut, wenn die Bahn ihr Problem selbst lösen wolle. Auch Hubertus Gärtner, Vorsitzender der CDU/FDP-Gruppe, lehnte den Entwurf ab. "Der Vorschlag ist nicht gut für Seelze, wird müssen die Trasse vermeiden."

Von Thomas Tschörner

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