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Der Schatz von Dedensens Hase-Kirche

Dedensen Der Schatz von Dedensens Hase-Kirche

Die Orgel in Dedensen ist eine Besonderheit: Das Instrument ist eines der wenigen erhaltenen Exemplare, die pneumatisch betrieben wird. Dies bedeutet, dass jede Pfeife über ein kompliziertes Röhrensystem angesteuert wird.

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Christoph Slaby:
„Die Orgel ist ein Schatz.“

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. „Das ist eine der wenigen Orgeln dieser Art“, sagt Organist Christoph Slaby. Allerdings macht die besondere Konstruktion das Instrument auch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Nach dem Niederdrücken der Taste kommt der Ton ein wenig verzögert. Sobald die Taste gedrückt ist, wird ein Ventil geöffnet und durch eine Leitung Luft zur jeweiligen Pfeife geleitet, an deren Fuß wiederum der Zugang freigegeben wird. „Man hat sich aber schnell eingespielt, dann ist das kein Problem“, sagt Slaby.

Wann genau die Orgel nach Dedensen kam, lässt sich nicht genau sagen. Die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Hase-Kirche aus dem Jahr 1998 datiert sie auf das „späte 19. Jahrhundert“. Da in der Festschrift aber auch eine Zusage über eine finanzielle Unterstützung des Eisenbahnbauers Brosang aus Wunstorf aus dem Dezember 1897 abgedruckt ist, wird die Orgel wohl frühestens 1998 in der Kirche aufgestellt worden sein. Das von der Firma Furtwängler & Hammer eingebaute Instrument war im Laufe der Zeit mehrfach in Gefahr, bevor es schließlich in den ursprünglichen Zustand zurückgebaut wurde. „Die Orgel ist ein Schatz“, sagt Slaby. Die Renovierung habe dem Instrument gut getan. Eine weitere Besonderheit sind die waagerecht über den Tasten angebrachten Register, darunter auch eins mit der Aufschrift „Kalikant“. Darunter sei derjenige zu verstehen, der die Pedale für den Blasebalg zu treten hatte, sagt Slaby. Ohne Stromversorgung durften nicht alle Register gezogen werden, sonst hätte es der Kalikant kaum geschafft.

Pfeifen für militärische Zwecke ausgebaut

Die Funktionsweise mit dem Gewirr aus Luftleitungen ist ungewöhnlich, der Klang ist ebenfalls eine Besonderheit, die Orgel mittlerweile insgesamt ein seltenes Exemplar. Dabei war das Instrument mehrfach Veränderungen ausgesetzt und in seiner Existenz sogar gefährdet.

Kaum war die Orgel Ende des 19. Jahrhunderts von der hannoverschen Firma Furtwängler & Hammer aufgebaut, drohte bereits wenige Jahre später Ungemach: Während des Ersten Weltkriegs wurden auf Anordnung des Kaisers „überflüssige“ Pfeifen ausgebaut, um das Metall für militärische Zwecke nutzen zu können. Sie wurden durch minderwertigeres Material ersetzt.

Einige Jahrzehnte später entsprach das Instrument nicht mehr dem Geschmack der Zeit. Denn die Orgel war den Vorlieben des späten 19. Jahrhunderts entsprechend romantisch gestimmt, was in den Sechzigerjahren nicht mehr gefragt war. Kurzerhand wurde das Instrument frisiert: Zwei Register wurden ausgewechselt, von drei anderen die Pfeifen verkürzt. Als 1982 auch noch Holzwurmbefall entdeckt wurde, gab es die Empfehlung, die Orgel durch eine neue zu ersetzen. Doch der Kirchenvorstand zögerte, nicht zuletzt aus Geldmangel. Ein Glück. Nur zehn Jahre später empfahl ein anderer Gutachter alles für den Erhalt dieser besonderen Orgel zu tun, die so gerettet wurde.

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