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Luther macht Spektakel in St. Barbara

Seelze Luther macht Spektakel in St. Barbara

Gestern begann das Festjahr zum 500. Jubiläum der Reformation in St. Barbara mit einem wahren Lutherspektakel. Die theaterkompanieleipzig trat mit ihrem Spiel „Wir sind alle Gelächter, Fabel und Fastnachtspiel“ vor vollem Haus auf. Auf den Kirchenbänken mussten mehr als 120 Besucher eng zusammenrücken.

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 Die Schauspieler Alexander Fabisch (links) und Bernhard Biller nehmen die verschiedensten Rollen an.p

Quelle: Fienemann

Harenberg. Plötzlich ging das Licht aus. Düstere Musik bedrängte die Zuschauer. Von der Kirchentür zischte es „psst“ und heulte es wie der Wind. Zwei Schauspieler glitten durch den Mittelgang auf die Bühne. „Hast du‘s gehört?“, fragte einer. „Er ist wieder da.“

Das Lutherspiel war der zweite Teil der Luthertrilogie, die in der St. Barbarakirche anlässlich des Reformationsjubiläums Martin Luther ins Gedächtnis der Menschen zurückholen will.

Die Harenberger durchlebten Martin Luthers beruflichen Werdegang im Schnelldurchlauf. Nur zwei Schauspieler schlüpften in die Rollen von Luther, seinem Vater, Staubitz, Tetzel oder Katharina von Bora. Dabei wechselten sie die Kostüme so flink wie sie sich die Worte gegenseitig an den Kopf warfen. Schnelle Dialoge, gelungene Reime und pointierte Aussagen hielten die Zuschauer ständig auf Trapp.

Keine der wichtigen Stationen wurde in dem detailliert ausgearbeiteten und auf den Punkt gespielten Stück ausgelassen. Die zusammengepresste Lutherbiographie zeigte ihn als Student, der nur von Bier und Nüssen lebte, als zwiegespaltenen Augustiner Mönch und als angetrunkenen Bibelübersetzer.

Mauerschau, Fingertheater und Schattenspiel sorgten für Kurzweil im Publikum. Dabei kam das Verständnis für die historischen Konflikte nicht zu kurz. Natürlich fehlten auch die typischen Luthersprüche nicht: „Man muss den Leuten aufs Maul schauen“, forderte der als Ketzer Verrufene. „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“, rief Ablassprediger Johann Tetzel aus.

Dass die Schauspieler schon seit über 20 Jahren mit ihrem Lutherspektakel auftreten, ließen sie sich nicht anmerken. Authentisch bestritten sie jeden Rollenwechsel. Vor allem die ausdrucksstarke Mimik und humorvolle Darstellungsweise kamen bei den Zuschauern an.

In der Pause probierten diese süffiges Lutherbier, das die Organisatoren Evelyn und Knut Werner über Bekannte aus Thüringen besorgt hatten. Auch die Lutherschnitten, Schmalzbrote, schmeckten.

„Man lebt das Stück wirklich mit. Das ist faszinierend“, sagte die Harenbergerin Renate Wessel.

„Die damalige Zeit wird wirklich rübergebracht. Die Art des Vortrages mit wenigen Kostümen und Requisiten ist beeindruckend. Nur vom Wortschatz her hätte es noch deftiger sein können“, fand Karl-Heinz Lüttich.

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Von Laura Fienemann

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