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Seltene Fledermäuse sollen sich wohlfühlen

Seelze Seltene Fledermäuse sollen sich wohlfühlen

Die streng geschützte Bechstein-Fledermaus lebt im Lohnder Holz bei Kirchwehren. Mitarbeiter des Gewässer- und Landschaftspflegeverbands Mittlere Leine sorgen dafür, dass sich die Tiere in der Gegend wohlfühlen. Dafür legen sie Blühstreifen an, hängen Nistkästen auf und informieren auf einer Tafel.

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Friedrich Hüper vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine zeigt die neue Tafel, die über den Lebensraum der Bechstein-Fledermaus informiert.

Quelle: Gerko Naumann

Kirchwehren. Im Lohnder Holz bei Kirchwehren ist ein seltenes Tier heimisch geworden: Die Bechstein-Fledermaus, die zur Gattung der Mausohren und zur Familie der Glattnasen gehört. Sie steht unter Naturschutz und ist gefährdet, betont Ingenieur Friedrich Hüper vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine. "Die Tiere finden häufig keine geeigneten Quartiere und nicht genügend Nahrung." Deshalb haben sich die Mitarbeiter der Verbandes bei der Erneuerung des Lohnder Bachs zwischen Kirchwehren und Almhorst viel Mühe gegeben, um der geschützten Art einen angemessenen Lebensraum zu schaffen.

Dazu gehört unter anderem das Aufhängen von Nistkästen. "Dort krabbeln die Fledermäuse herein wie in einen hohlen Baum und krallen sich kopfüber fest", erklärt Hüper. Die Experten haben sich auch über die Nahrung für die seltenen Tiere gekümmert. Mehrere Blühstreifen sollen Insekten und Schmetterlinge anlocken - von denen sich wiederum die Fledermäuse ernähren. Damit Spaziergänger und Besucher des nahegelegenen Sportplatzes mehr über die Flora und Fauna in ihrem Umfeld erfahren, hat der Verband eine neue Infotafel aufgestellt. Darauf gibt es Bilder und Informationen über alle Tiere und Pflanzen, die dort heimisch sind.

Zur Verschönerung des Gebietes hat auch die Niedersächsiche Bingo-Umweltstiftung einen Beitrag geleistet. Sie hat 6280 Euro bereitgestellt. Mit dem Geld wurden 40 Eichen, zehn Obstbäume und 50 weitere Gehölze entlang des Lohnder Baches gepflanzt. Für Andrea Stemke von der Stadt Seelze ist das Teil einer erfreulichen Entwicklung. "Hier entsteht ein Naherholungsgebiet, in dem sich viele Seelzer aufhalten werden", sagt sie.

Hoffnung für Trassengegner?

Die Bechstein-Fledermaus macht nicht nur Naturschützern Freude. Auch Gegner der Stromtrasse Südlink und Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Seelze gegen neue Bahntrassen setzen Hoffnungen auf die seltenen und geschützten Tiere. Beide Trassen könnten nach aktuellen Planungen genau durch das Gebiet verlaufen, in dem die Fledermaus heimisch ist. "Wir hoffen, dass der Naturschutz so hochrangig ist, dass die Trassen so nicht gebaut werden dürfen", sagt Ulrich Niestrath von der BI gegen die neue Bahnstrecke.

Das gleiche könnte für die Südlink-Trasse gelten, betont Friedrich Hüper vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine. Das Schutzgebiet sei ein wichtiger sogenannter Raumwiderstand. Auf diese kommt es an, wenn entschieden wird, wo entlang die künftige "Stromautobahn" verläuft.

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Die Bechstein-Fledermaus lebt in hohlen Bäumen.

Quelle: dpa

Von Gerko Naumann

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