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Feldrittersporn im romantischen Strauß

Döteberg Feldrittersporn im romantischen Strauß

Friedlinde Volker betreibt in Döteberg ein Blumenfeld zum Selbstpflücken. Trotz der Blütenpracht konnten sich wegen des langen Winters nicht alle Pflanzen durchsetzen.

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Friedlinde Volker liebt es, barfuß durch ihr Feld zu gehen.

Quelle: Treeske Hönemann

Seelze. Der Ausblick ist fantastisch. Rechts der Deister. Geradeaus erstrecken sich der Gehrdener und der Benther Berg. Links ist die Silhouette von Hannover zu sehen. Durch ein Weizenfeld galoppiert ein Reiter und wirbelt Staub auf. Friedlinde Volker sitzt auf einer Bank in ihrem Blumenfeld. Auf dem Kopf trägt sie einen Sonnenhut, in einer Hand hält sie ein Glas kühles Wasser. Sie hat ihre Gartenschuhe schon am Eingang ausgezogen. „Ich mag es, barfuß auf dem Mutterboden zu gehen. Die Verbindung zur Erde ist genau mein Anliegen.“

Man kann mit Volker wunderbar über den Kreislauf des Lebens, Wachsen und Vergänglichkeit philosophieren. „Es ist dieses Jahr ein extremes Gartenjahr“, sagt die Blumenliebhaberin, die auf ihrem Döteberger Feld von Mitte Juli bis Ende Oktober Blumen zum Selbstpflücken anbietet. Ihr aktuelles Beet, eine liegende Acht, weist Lücken auf. Die Zinien sind nur spärlich gekommen. Die Astern wollen einfach nicht wachsen. Volker sät alles mit der Hand aus. Bei den Reihen von Sonnenblumen, die im September beziehungsweise im Oktober zum Erntefest Freude bereiten sollen, sind aus 150 Körnern gerade mal sechs Pflanzen entstanden.

„Der Mai war zu kalt und zu trocken. Würmer fressen Wurzeln auf“, klagt Volker und bremst sich gleich wieder. „Es ist nicht alles selbstverständlich. Man muss demütig sein. Perfektionismus gibt es nicht“, sagt die Dötebergerin. Sie hat auch akzeptiert, dass der Sturm neulich ihre Dahlienbüsche auseinander gebrochen hat und ihre Gladiolen kreuz und quer standen.

Das Jahr auf ihrem üppigen Blumenfeld beginnt für Volker im April mit der ersten Aussaat. Im Mai, Juni, Juli legt sie noch einmal nach. Sie hat keinen Plan, sie geht spontan vor. Mal legt sie Blumen im Kreis an, mal im Achteck, in diesem Jahr die liegende Acht. „Ich will nicht nur einfach Sommerblumen blühen lassen. Die Vielfalt macht den Unterschied. Außerdem habe ich beobachtet, dass die Leute auf romantische Sträuße stehen.“ Während Volker das erzählt, sieht sie von Weitem zwei jungen Frauen zu, die wählerisch durch die Reihen gehen, immer wieder stehen bleiben, staunen. Weißes Schleierkraut, blauer Feldrittersporn, lachsfarbene Cosmeen, Malven, Sommerazalee. Alles sieht verführerisch aus, Schmetterlinge hüpfen von Blüte zu Blüte, teilen sich den Flugraum mit Wespen und Hummeln.

Zehn Sorten Sonnenblumen hat Volker gepflanzt. Es gibt welche mit einem mahagonifarbenem Ring, die dunkelrote Samtkönigin oder die gefüllte Santa Fe. „Jede hat eine andere Ausstrahlung.“

Von Treeske Hönemann

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