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Nachtfrost lässt Landwirte um Ernte bibbern

Seelze Nachtfrost lässt Landwirte um Ernte bibbern

Nachtfrost versetzt Landwirte in Seelze um ihre Ernte. Während einige Pflanzen mit etwas Kälte gut zurechtkommen, sind etwa Frühkartoffeln oder Kirschen durch den Frost gefährdet. Auch Bienen halten sich bei den kühlen Temperaturen zurück.

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Mittwoch blühten Seelzes Obstbäume noch in schönster Pracht.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Seelze. Landwirt Carsten Dröge beschäftigt sich seit Ende vergangenen Jahres mit seinen Frühkartoffeln: "Wir haben die Knollen schon im Dezember vorgekeimt, extra flach gepflanzt und ein schützendes Vlies darüber gelegt", berichtet er von einem halben Hektar Ackerfläche. Vier Wochen Wachtsumsvorsprung, also eine Frühkkartoffel-Ernte im Juni, war Dröges Ziel. "Wenn es hart kommt, haben wir durch eine einzige Frostnacht die komplette Frühkartoffelernte verloren", weiß Dröge. Ergebnisse stehen erst in einer Woche fest, wenn sich die Pflanzenblätter mangels Nährstoffversorgung tatsächlich braun färben, statt grün zu bleiben. Seelzes Kleingartenfreunde am Rand des Almhorster Waldes können sich jedenfalls schon jetzt von einem Großteil ihrer Kirschernte verabschieden, denn viele Blüten sind definitiv kaputt gefroren.

Obstbauer Christof Wedeking, dessen Erdbeerfeld in der Seelzer Leinmasch an Havelse grenzt, hat dagegen Glück gehabt. Seine frühen Sorten wie Rumba und Honey blühten noch nicht, als die tiefen Nachtfröste kamen. Anders sieht es auf Wedekings Schaumburger Hof aus, wo die Kirschblüten beregnet werden, damit sie durch die sogenannte Erstarrungswärme vor Frost geschützt werden. "Die Fotos, die man aufnehmen kann, sind toll", findet Christof  Wedeking, der schon Mittwochnacht um 2 Uhr das erste Mal nach dem Rechten sah, weil das Thermometer minus fünf Grad anzeigte. Dennoch sorgt die kalte Polarluft, die mit dem Frost kam, für Ertragseinbußen. "Mir hilft mein christlicher Glaube", gibt Wedeking zu. Sonst würden die starken Minusgrade eine Last, die ihn nieder ringen könnte. Denn Wedekings Apfelblüten lassen sich nicht durch Beregnung schützen, weil dort keine Wasserleitungen für Sprüheinrichtungen verlegt werden konnten.

Stefan Löhr, Landwirt aus Letter, profitiert von der Nähe zur Landehauptstadt. "Dadurch ist es bei uns immer ein paar Grad wärmer, als auf der freien Fläche", hat er im Laufe der Jahre festgestellt. "Glücklicherweise war der Winter kalt, die Vegetationspause war wichtig, doch es fehlt Niederschlag."

Geht der Frost in Löhrs Rapsblüte, sorgt das für Verlust. Aber der lässt sich noch kompensieren, weil Felder rund sechs Wochen gelb leuchten, aber derzeit erst zehn Prozent in Blüte stehen. Bei seinem Winterroggen und Winterweizen macht sich Stefan Löhr noch keine Sorgen. "Aber Zuckerrüben sind deutlich kälteempfindlicher", erklärt der Ackerbauer und wird die Blätter genau in Augenschein nehmen. Auch hier gilt: wenn sich die Triebe braun färben, hat der Frost tödliche Wirkung gehabt und die Ernte der Feldfrucht fiele aus. Noch eine weitere Problematik treibt die Landwirte um: Bienen haben bei der kühlen Luft keine große Lust, umherzufliegen, so dass auch die Bestäubungsraten unterdurchschnittlich sind. Gabi von der Brelie, Landvolk-Pressesprecherin, findet den Frost für die Jahreszeit nicht untypisch, aber "schön ist es nicht".

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Von PATRICIA CHADDE

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