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Uni-Abschluss ist keine zwingende Voraussetzung

Seelze Uni-Abschluss ist keine zwingende Voraussetzung

Die Stadt Seelze will die Stelle des Ersten Stadtrates zum 1. Januar 2019 neu besetzen, weil Karsten Balzer Ende 2018 in den Ruhestand geht. Gegen den Vorschlag der Verwaltung hat der Rat beschlossen, dass nicht zwingend ein Hochschulabschluss erforderlich ist. Bewerben können sich auch Angehörige des höheren Verwaltungsdienstes.

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Der Erste Stadtrat Karsten Balzer (links) verlässt Ende 2018 das Rathaus, und Bürgermeister Detlef Schallhorn braucht ab 2019 einen neuen Stellvertreter und Kämmerer.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Der Erste Stadtrat ist der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters und ist außerdem als Stadtkämmerer für die Finanzen zuständig. Die Stelle ist für eine Wahlzeit von acht Jahren in der Besoldungsgruppe B 3 dotiert. In ihrer Ausschreibungsvorlage hat die Verwaltung ein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt, vorzugsweise in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Verwaltungswissenschaften oder vergleichbaren Studiengängen mit einem Masterabschluss oder dem "alten" Diplom einer Uni. Alternativ ist auch ein Jurastudium mit anschließendem zweiten Staatsexamen als Voraussetzung anerkannt. Zusätzlich müssen die Bewerber mindestens fünf Jahre in einer öffentlichen Verwaltung oder einem vergleichbaren Unternehmen gearbeitet haben und mindestens fünf Jahre Führungserfahrung mit mindestens zehn Mitarbeitern haben. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Rat mit deutlicher Mehrheit ergänzend beschlossen, dass sich auch Angehörige der allgemeinen Verwaltung im höheren Dienst bewerben können sollen.

In der Ratssitzung hatte dieser Vorschlag für Diskussionen gesorgt. "Es ist wichtig, jemand mit einem universitären Abschluss zu haben", sagte der Erste Stadtrat Karsten Balzer. Balzer verwies darauf, dass der Bürgermeister keine besondere Verwaltungsausbildung haben müsse, auch wenn der derzeitige Bürgermeister Detlef Schallhorn aus der Verwaltung komme.Der Erste Stadtrat habe eine Scharnierfunktion zur Öffentlichkeit. Gerade bei Zukunftsthemen sei es wichtig, Weitblick zu haben. Die Stellenausschreibung sollte deshalb so bleiben, mahnte Balzer. "Wir brauchen den Besten, den wir kriegen können", sagte auch Schallhorn. Die Stadt müsse selbstbewusst sein, ein universitärer Abschluss sei wichtig. FDP-Fraktionschef Harald Temmler befürchtete, zu niedrige Hürden könnten bestimmte, bestens qualifizierte Bewerber abschrecken. Dies sah auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Knut Werner so. Die Verwaltung sollte die Ausschreibung nicht zu breit fächern. "Es gibt keinen Juristen in der Verwaltung", sagte er. Temmler träfe mit seiner Aussage des Pudels Kern.

"Wir wollen den Bewerberstamm auf eine breite Basis stellen", sagte dagegen der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Masthoff. Wenn die Stadt bei der Auswahl der Kandidaten in die Breite gehe, könne sie das gesamte Bewerberfeld abdecken. So könnten auch Menschen angesprochen werden, die von der Pieke auf gelernt hätten und wüssten, wie Verwaltung funktioniert. "Sind die besten für bestimmte Aufgaben immer Universtitätsabgänger oder auch Menschen, die eine andere Vita haben und genauso gut sind", fragte Heinrich Aller (SPD). Praktische Arbeit in Führungspositionen müsse ebenfalls gewürdigt werden. Die Gleichung, ein Hochschulabschluss sei gut, und kein Hochschulabschluss nicht gut, ginge nicht auf, meinte Aller.

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