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Gemeinde plant Luther-Trilogie

Harenberg Gemeinde plant Luther-Trilogie

Die Kirchengemeinde St. Barbara in Harenberg will den Reformationstag wieder stärker ins Bewusstsein bringen. Dazu plant der Kirchenvorstand eine Luther-Trilogie.

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Angela Nienburg und Knut Werner vom Kirchenvorstand freuen sich auf die Luther-Trilogie in Harenberg. Der Kirchenvorstand hat einige Playmobil-Figuren angeschafft, die den Reformator darstellen.

Quelle: privat

Seelze. Bis 2017 gibt es jeweils am 31. Oktober ein ausgewähltes Thema, bei dem der Reformator Martin Luther im Mittelpunkt steht. „Wir wollen den Reformationstag wiederbeleben“, sagt Knut Werner vom Kirchenvorstand, der mit der Kirchenvorstandsvorsitzenden Angela Nienburg die Trilogie vorbereitet hat. Zu seiner Schulzeit auf der Bismarckschule in Hannover sei es noch üblich gewesen, am 31. Oktober geschlossen in die Kirche zu gehen. Heute sei der Reformationstag bei vielen Menschen aus dem Gedächtnis verschwunden, bedauert Werner. „Viele denken beim 31. Oktober an Halloween.“

Dies liege nicht zuletzt daran, dass einige frühere Feiertage abgeschafft worden seien - wie der Buß- und Bettag. In Harenberg sei dieser Feiertag wiederbelebt worden, mit einer Andacht und anschließendem Pufferessen. Nun ginge es um den Reformationstag.

„Mit unserer Aktivität sind wir Vorreiter“, sagt Werner. Offiziell wird die evangelische Kirche erst 2017 zum 500. Jahrestag des Anschlags der 95 Thesen den Reformator groß feiern. In Harenberg startet die Luther-Trilogie schon in diesem Jahr. „Wir wollen Luther in vielen Facetten darstellen.“

Ein Ziel ist dabei auch, die Menschen wieder mehr in die Kirche zu bekommen. In einem Zeitalter, wo die Kirche am Sparen sei und viele Leute einen Laissez-faire-Lebensstil frönten, sei eine Orientierung durch den Glauben wichtig, sind die Harenberger überzeugt. Wichtig sei deshalb, dass alle Veranstaltungen auch für junge Leute geeignet seien. „Eine Altersbeschränkung gibt es im Grunde nicht“, sagt Werner. Sobald Jugendliche den Konfirmandenunterricht besuchten, könnten sie auch die Themenabende besuchen. Wichtig ist den Organisatoren auch, dass die Gemeinde alles selbst und ohne Hilfe von Sponsoren finanziert habe. Zwar habe es eine Anfrage bei der Landeskirche nach einer möglichen Unterstützung gegeben, doch die Landeskirche sei auf den frühen Start zum Reformationstag nicht vorbereitet gewesen.

„Es ist ein vielschichtiges Programm mit wirklich schönen Sachen“, ist Werner überzeugt. Es geht um Luther als Ehemann, sein Leben und welche Thesen der Reformator heute wohl formulieren würde.

Trilogie nimmt Leben Luthers unter die Lupe

Unter dem Motto „Luther – eine Trilogie zum Reformationstag“ nimmt die St.-Barbara-Kirche in Harenberg das Leben des Reformators Martin Luther unter die Lupe. Jeweils zum Reformationstag am 31. Oktober steht ein Aspekt seines Lebens im Mittelpunkt. Den Auftakt macht in diesem Jahr das Theaterstück „Mein lieber Herr Katharina“, bei dem es um Luther als Ehemann geht. Als der Reformator im Jahr 1525 Katharina von Bora heiratete, geschah dies wohl eher aus Pflichtgefühl gegenüber der entlaufenen Nonne, die anderweitig kaum „unter die Haube“ zu bringen war. Doch letztlich lernte er seine Käthe schätzen und lieben. Annette Seibt (Erfurt) und Rainer Gabriel (Berlin) präsentieren in dem Zwei-Personen-Stück unterhaltsame Betrachtungen aus dem Hause Luther. Musikalisch werden die Schauspieler von Werner Brunnengräber (Erfurt) begleitet. Nächstes Jahr steht dann „Das Martin-Luther-Spektakel“ an, das die Theaterkompanie.Leipzig in die Harenberger Kirche bringt. Alexander Fabisch und Bernhard Billinger zeigen den Theologen in unterschiedlichen Stationen seines Lebens und werfen dabei unter anderem die Frage auf, wie Luther wohl auf ein bronzenes Denkmal von ihm reagieren würde. Die Poetry-Slammer und Autoren Dominik Bartels und Kersten Flenter beschäftigen sich im Jahr 2017 schließlich damit, welche Thesen Luther wohl heute haben würde. Beide haben sich bislang mit dem Reformator nicht näher beschäftigt. Ihr Programm „Thesen, Töne“ ist lustig und nachdenklich zugleich. Luthers Lieder trägt dabei der Bass-Bariton Dietmar Sander vor. Sander war bereits bei der Kulturreihe 12x K in Harenberg zu Gast, als Babysitter der Harfenistin. „Doch dann hat er aus dem Stand eine Arie gesungen, die alle begeistert hat“, sagt Knut Werner vom Kirchenvorstand, der das Projekt gemeinsam mit der Kirchenvorstandsvorsitzenden Angela Nienburg vorbereitet hat. Mit seinen Liederabenden ist Sander bundesweit bekannt. Der Eintritt zu den Abenden beträgt jeweils 14 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei Petry & Waller an der Hannoverschen Straße 13a und der Total-Tankstelle an der Harenberger Meile 39. An der Abendkasse sind sie nur in begrenzter Zahl erhältlich, betont Werner.

 

Stichwort

Luther übersetzt die Bibel

Martin Luther (1483 bis 1546) gilt als der Begründer der evangelisch-lutherischen Kirche und weiterer Formen des Protestantismus. Der Augustiner-Mönch und Theologieprofessor war unzufrieden mit der seinerzeit praktizierten Form des Katholizismus. Vor allem die Praxis des Ablasshandels, bei dem sich Gläubige gegen Geld von ihren Sünden freikaufen konnten, war ihm zuwider. Er stellte den Gnadenaspekt Gottes und Jesus Christus stärker in den Mittelpunkt, übersetzte die bis dato nur in lateinischer Sprache verfügbare Bibel ins Deutsche. Mit seinem Wirken geriet er schnell in Konflikte mit der Amtskirche. Der Streit eskalierte, als Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. Die von der römisch-katholischen Kirche dominierte Gesellschaft veränderte sich nachhaltig, es kam letztlich zur bis heute andauernden Kirchenspaltung.

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