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Gemeinde vor Herausforderungen

Harenberg Gemeinde vor Herausforderungen

Der Kirchenvorstand hatte zum Neujahrsempfang mit Sekt und Erbsensuppe ins Gemeindehaus eingeladen. Eine wichtige Rolle spielte das Thema Flüchtlinge und Integration.

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Der Kirchenchor unter der Leitung von Bärbel Steding (links) singt in der Kirche und beim Neujahrsempfang.

Quelle: Laura Fienemann

Seelze. Mit der Jahreslosung: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ feierte die St.-Barbara-Gemeinde am Sonntag ihren Gottesdienst mit Neujahrsempfang.

Pastor Nikolaus Kondschak warf einen Blick zurück auf das vergangene Jahr, erinnerte an „Charlie Hebdo“, den Terror, die Länderspielabsage und die Übergriffe in der Silvesternacht. Es seien aktuelle Themen, aus denen sich Fragen für die Zukunft, das neue Jahr 2016, ableiten: „Wer tröstet die Opfer? Können wir aussprechen, dass Integration ihre Grenzen hat? Was ist möglich?“, fragte Kondschak in seiner Predigt. Es sei eine christliche Tugend, barmherzig und gastfreundlich zu sein. Mit der Hoffnung, die Gottes Trost spende, wollten sich die Gemeindemitglieder den Herausforderungen 2016 stellen.

Um darüber zu sprechen und auch kritisch zu sein, lud der Kirchenvorstand zum Neujahrsempfang mit Sekt und Erbsensuppe ins Gemeindehaus ein. Bürgermeister Detlef Schallhorn, Ortsbürgermeister Wilhelm Lohmann, sowie Vertreter der Feuerwehr, des Sport-, Förder- sowie Gesangvereins und des DRK übermittelten Neujahrsgrüße.

Bei fast allen spielte das Thema Flüchtlinge und Integration eine wichtige Rolle. Schallhorn geht von 1000 Menschen aus, die 2016 nach Seelze kommen werden. Er sei sicher, dass Seelze das hinkriege, und die Harenberger Vereine wollen sich engagieren.

In ihrer Rede sprach die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Angela Nienburg, auch das zweite wichtige Thema des Festempfangs an: die geplante Kürzung der Pfarrstelle. Der Stadtkirchenverband will die halbe Pfarrstelle für die St.-Barbara-Gemeinde, die Harenberg und Döteberg umschließt, auf ein Viertel kürzen, sodass Pastor Kondschak für diese und seine zweite Gemeinde, die Dreieinigkeitsgemeinde in Kirchwehren, nur noch eine Dreiviertelstelle hat.Eine derart reduzierte Stelle ist Nienburg und den Vereinsvertretern zu wenig. Sie sichern der Kirche ihre Unterstützung gegen die für sie nicht nachvollziehbare Sparmaßnahme zu. „Das Interesse ist groß. Die Harenberger identifizieren sich mit ihrer Kirche“, sagte Nienburg.

Für Kondschak ist die Angst seiner Gemeinde auch wegen des steten Wegzugs vieler Läden, Banken und Poststellen vom Dorf verständlich. „Aber die Kirche verschwindet ja nicht“, betont er. „Bei jeder Stellenkürzung leidet trotzdem natürlich die Qualität.“

Von Laura Fienemann

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