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Nur wenige reden über Mineralstoffindustrie

Seelze Nur wenige reden über Mineralstoffindustrie

Der Erörterungstermin zum Mineralstoffhandel Lohnde im Forum des Georg-Büchner-Gymnasiums ist nur auf geringes Interesse gestoßen. Rund 20 Bürger, einschließlich der Vertreter von Bürgerinitiative und Ortsrat Lohnde, nutzten die Gelegenheit, um einige Detailfragen zu dem Projekt zu klären.

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Nur wenig Interessierte verfolgen die Erörterung zur Mineralstoffindustrie im Forum des Georg-Büchner-Gymnasiums.

Quelle: Thomas Tschörner

Letter. Als Gesprächspartner standen neben den Antragstellern auch Vertreter von Gewerbeaufsichtsamt Hannover, der Stadt Seelze sowie der Unteren Wasserschutz- und Naturschutzbehörde der Region Hannover für Fragen zum Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zur Verfügung. Dabei handelte es sich um ein zusätzliches Angebot. "Die schriftlich vorgetragenen Bedenken können mit dem Antragsteller diskutiert werden, wir entscheiden aber heute nicht", betonte ein Sprecher des Gewerbeaufsichtsamtes (GAA) Hannover. Es sei derzeit völlig offen, ob eine Genehmigung erteilt werde oder nicht. Das GAA mahnte zu einem fairen und höflichen Umgang. In der Vergangenheit habe es viele "nicht einfache" Telefonate gegeben, in denen Ängste geäußert wurden – häufig wegen mangelnder oder auch Fehlinformation.
Harald Wild, Geschäftsführer der Hafen Seelze GmbH, ist der Antragsteller, der den Mineralstoffhandel in Lohnde verwirklichen will. Es sei bedauerlich, dass das Projekt in ein falsches Licht gerückt worden sei. Mehrheitlich sei es aber für gut befunden worden, meinte Wild. Planer Andreas Waag erläuterte, dass die Anlage jeweils maximal 80 000 Tonnen gefährliche und nicht gefährliche Abfälle im Jahr behandeln könne, die Leistung sei insgesamt aber auf 120 000 Tonnen pro Jahr begrenzt. Maximal würden 5000 Tonnen an gefährlichen Abfällen gelagert, bei nicht gefährlichen Abfällen und Naturbaustoffen liege das Kapazitätslimit bei 35 000 Tonnen. Der nördlich verlaufende Bahndamm schirme Lohnde von dem Betrieb ab. Die Erschließung werde über den Mittellandkanal sowie die B 441 gewährleistet, sagte Waag. Von den 7,7 Hektar des Plangebietes würden 5,5 Hektar für den Mineralstoffhandel genutzt.
Gegen das Vorhaben hat es knapp 400 Einwendungen gegeben. Die anwesenden Bürger bemängelten die verwendeten Begriffe wie Mineralstoffindustrie und Abfallbetrieb. Ersteres sei ein Arbeitstitel der Seelzer Verwaltung, letzteres eine Betreff-Kennzeichnung des GAA. Das Amt hält die Bezeichnung für weniger entscheidend, maßgeblich seien die Inhalte. Wild selbst spricht von Umschlaghafen und Mineralstoffindustrie. In Presseveröffentlichungen war zudem oft von Mineralstoffhandel die Rede.

Über geplanten Betrieb wird seit Jahren diskutiert: Zwischen Bahnlinie und Mittellandkanal will die Hafen Seelze GmbH den sogenannten Mineralstoffhandel errichten. Westlich der Hafenstraße soll eine Anlage zur Behandlung, Lagerung und Umschlag von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen entstehen. Vorgesehen ist auch eine Anlegestelle für ein Binnenschiff. Zunächst war für das Vorhaben ein weiter westlich in Gümmer liegendes Grundstück im Gespräch, das jedoch aus Naturschutzgründen – unter anderem wegen des Roten Milans – nicht in Frage kam.
Dann bot die Stadt dem Unternehmen die derzeitige Fläche an, und der Rat stimmte Anfang 2008 mehrheitlich für das Bauvorhaben. In Lohnde gab es jedoch kritische Stimmen: Bürger befürchteten mehr Lärm, Verkehr und Staub und bezweifelten die Unbedenklichkeit der Stoffe, die in dem Betrieb behandelt werden sollen. 2014 gab es einen erneuten Ratsbeschluss für das Vorhaben.

Von Thomas Tschörner

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