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Hauptschule bekommt dritten Sozialarbeiter

Seelze Hauptschule bekommt dritten Sozialarbeiter

Junge, geflüchtete Erwachsene auf das Berufsleben vorzubereiten und in den Arbeitsmarkt zu integrieren stellt die Geschwister-Scholl Schule vor eine große Herausforderung. Insbesondere die nicht vorhandenen Sprachkenntnisse erschweren diese Aufgabe zusätzlich.

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 Für die Sozialarbeit an der Geschwister-Scholl Schule soll eine weitere Kraft eingestellt werden.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. 165 Schüler besuchen derzeit die Geschwister-Scholl Schule, davon sind in den Klassenstufen fünf bis neun insgesamt 46 Kinder völlig ohne deutsche Sprachkenntnisse. Im Schulalltag  bedeutet das eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Um die Schüler bei der Integration bestmöglich zu unterstützen, ist eine intensive Betreuung dieser Schüler notwendig. Die Geschwister-Scholl Schule bekommt daher ab Januar die Unterstützung eines weiteren Sozialpädagogen.

"Jeder Schüler muss individuell betrachtet werden", sagt Andrea Khalafi. Große Sorge bereiten der Schulleiterin vor allem ältere Schüler der Klassen neun und zehn, die zum Teil bereits 17 oder 18 Jahre alt sind. "Das sind unsere Kummerkinder. Eine Berufsorientierung für Flüchtlinge ist in unserem Schulsystem überhaupt nicht vorgesehen", schildert sie die problematische Situation. Es gäbe beispielsweise Schwierigkeiten bei der Kompetenzfeststellung und auch beim Finden eines Praktikumsplatzes. Viele Schüler hätten nicht nur große Defizite in Deutsch, sondern auch in anderen Fächern wie Mathe und Englisch. An der Geschwister-Scholl Schule gibt es jetzt aus diesem Grund nicht nur Sprachlernklassen für Deutsch, sondern auch für Mathe. "Da gibt es Schüler, die haben riesige Lücken. Zudem verstehen sie kein Wort Englisch", sagt Khalafi, die die Schüler der Mathe-Sprachlernklasse unterrichtet. 

Viele der geflüchteten Schüler sind in ihrem Heimatland nur kurz oder gar nicht in die Schule gegangen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. "Ein Junge aus dem Iran hat mir erzählt, das seine Schule bei einem Bombenangriff zerstört wurde", berichtet Khalafi. Es gäbe aber auch Kinder, die aus anderen Gründen keine Schulbildung haben. Etwa, weil Mädchen in ihrem Heimatland nicht Lesen und Schreiben lernen müssen oder die Kindern den Familienunterhalt mit verdienen mussten. "Wir sind in Kontakt mit der BBS Neustadt und hoffen, diese Schüler wenn sie uns verlassen weiter im Schulsystem belassen zu können um ihnen später den Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen", sagt die Pädagogin.

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