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Gewässer wird zum Schmuckstück

Kirchwehren Gewässer wird zum Schmuckstück

Der Lohnder Bach hat eine neue Trasse erhalten und ist renaturiert worden. Das Gewässer hat damit mehr Platz und bietet mehr Raum für Tiere und Pflanzen.

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Sven Köneke und Stefan Riechers pflanzen in einem neuen Biotop Schwertlilien.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Auf einer Länge von gut 2,5 Kilometern ist der Lohnder Bach neu angelegt worden. „Es ging dabei nur in geringem Maße darum, Wasser von A nach B zu befördern“, sagt der zuständige Ingenieur Friedrich Hüper vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine, der das Projekt während eines Flurbereinigungsverfahrens in Angriff genommen hat. Die Kernfrage sei stets gewesen: „Was fällt für die Natur dabei ab?“, unterstreicht Hüper.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Hatte der Lohnder Bach in seiner ursprünglichen From im Bereich der Gemarkungen Kirchwehren und Almhorst eine Gesamtgrundfläche von rund zwei Hektar, so sind es jetzt etwa 6,5 Hektar. Das Gewässer hatte lediglich einen Korridor mit einer Breite von 8,15 Meter zur Verfügung, jetzt sind es gut 25 Meter.

Die 17 alten Brücken sind alle abgerissen und durch fünf neue ersetzt worden. Beseitigt wurden auch 41 alte Pappeln. Der neue Bachlauf verfügt über 16 Biotope, die so tief sind, dass sie auch in trockenen Jahreszeiten immer Wasser führen. Gepflanzt werden neben 44 Eichen auch dreireihige Gehölzstreifen sowie diverse Wasserpflanzen wie Schilf, Schwertlilien und Blutweiderich sowie an den Ufern diverse Kräutermischungen. Außerdem wurde für einen Fuchs, der sein Domizil bei einem Brückenabriss verloren hatte, ein Kunstbau angelegt, ebenso Kiessandhügel für Insekten wie Erdhummel und Wespen sowie Hohlräume für Amphibien geschaffen. Insgesamt liegen die Baukosten bei 460 000 Euro.

Darin enthalten ist auch die Verlegung eines Teils der Harzwasserleitung nach Bremen, die dabei ein Stück abgesenkt wurde. Weil nachts der Wasserverbrauch geringer ist, sollte diese Zeit genutzt werden. „Während der Hitze mussten wir aber einen Versuch abbrechen, weil die Leute alle ihre Gärten gesprengt haben“, sagt Hüper. Der nächste Versuch sei dann erfolgreich gewesen. Ein Stück von 11,5 Metern Länge sei in die Leitung mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern eingeschweißt worden. „Dabei mussten 700 Kubikmeter Wasser leerlaufen, das hat allein schon zwei Stunden gedauert.“

Verfahren ist kompliziert

Der Lohnder Bach verläuft durch die Kirchwehrener Feldmark in Richtung Forst Esloh, dann weiter nach Lohnde, wo er unter den Mittellandkanal geführt und weiter durch Lohnde in die Leine fließt, erklärt Andrea Stemke, Leiterin der Abteilung Straßen und Entwässerung. Die Neugestaltung des Baches in diesem Bereich sei möglich geworden durch ein Flurbereinigungsverfahren im Bereich Kirchwehren/Lathwehren, bei dem die landwirtschaftlichen Flächen neu sortiert werden. Ziel sei unter anderem, günstigere Zuschnitte der Ackerflächen zu erreichen. Vorgesehen seien auch neue Wirtschaftswege. Der Stadt schwebt die Gründung eines Realverbandes vor, der dann für den Unterhalt der Wege zuständig ist.

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