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Alleinerziehende leiden unter Wohnungsnot

Seelze Alleinerziehende leiden unter Wohnungsnot

Der Seelzer Wohnungsmarkt ist angespannt. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Gabriela Giesche, möchte ein soziales Wohnraumkonzept in der Obentrautwohnanlage. Auf dem zugehörigen Grundstück, dem Obentrautpark, plant der Eigentümer weiterhin einen Neubau.

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Die Obentrautwohnanlage liegt an der Beethovenstraße.

Quelle: Fienemann

Seelze. Kleine und kostengünstige Wohnungen sind in der gesamten Region Hannover Mangelware. In einer Stellungnahme zeigt Giesche die Konsequenzen der Situation auf, denn auch in Seelze erreichen sie zunehmend Meldungen von latenter Wohnungsnot.

Meist Frauen, seltener auch Männer, die sich akut von ihrem Partner getrennt haben, weil sie unter häuslicher Gewalt leiden, fänden mit ihren Kindern keine bezahlbaren Wohnungen. Die Frauenhäuser berichteten überall von Überbelegungen und Engpässen in der Zimmerversorgung. Folge sei, dass die Betroffenen aus Angst vor Obdachlosigkeit in der Gewaltsituation blieben, oder dass sie auf dem Sofa von Freunden übernachten müssten.

Die Alleinerziehenden, die auf dem angespannten Seelzer Wohnungsmarkt suchten, ständen meist zusätzlich vor den Problemen, dass sie Schufaeinträge haben und Vermieter gegenüber Kindern wenig aufgeschlossen sind. Auf übliche Weise eine Wohnung zu finden, würde erschwert.

Eine andere Bedarfsgruppe seien Senioren, die sich gern wohnlich verkleinern würden, um sich finanziell zu entlasten. Am Rande des Existenzminimus lebend, sind sie gezwungen, die hohe Miete ihrer zu groß gewordenen Wohnung zu zahlen, weil es eine Unterversorgung mit kleinen Wohnungen gibt.

Giesche, die solche Meldungen auch aus dem Jobcenter erhält, weist auf das Erfordernis hin, ein sozial gestaltetes Wohnraumkonzept auf Alleinerziehende, Senioren und Familien mit geringfügigem Einkommen auszurichten. Notwendig sei dabei, die Mietobergrenzen des Jobcenters zu beachten.

Giesche hält die Obentrautwohnanlage der KSG Hannover GmbH für eine gute Basis für ein sozialverträgliches, bedarfsorientiertes Wohnen. Die zentrale, innerstädtische Lage ist für Bedarfsgruppen, die finanziell bedingt nur beschränkt mobil sind, wichtig, um die sozialen und öffentlichen Einrichtungen zu erreichen. Die Nähe zu Kitas, Schulen, Ärzten, dem öffentlichen Nahverkehr, dem Jugend- und Veranstaltungszentrum sowie dem Sozialen Haus bildet die Grundlage der chancengerechten Teilhabe an der Gesellschaft.

Auf dem zugehörigen Grundstück der von Giesche angesprochenen Obentrautwohnanlage hat die KSG den Plan, ein neues fünfstöckiges Gebäude zu errichten. Ziel ist es, 36 Wohnungen und einen Service-Point zu schaffen, um dem bekannten Wohnraummangel und der hohen Nachfrage zu begegnen. Im März hatte der Ortsrat schon zugestimmt, doch der Ausschuss für Bau und Umwelt hatte sich gegen das Vorhaben ausgesprochen, weil mit dem geplanten Haus im Obentrautpark eine der letzten städtischen Grünflächen bebaut würde. Der Obentrautpark ist größtenteils auf dem Grundstück der KSG gelegen, wurde der Kommune aber in den 1980er Jahren zur Anlage von öffentlichen Grünfläche zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug übernahm diese die Unterhaltspflicht.

Die KSG hält weiter an ihren Plänen fest und will im Oktober den Bauantrag stellen. Bauen darf sie aber erst, wenn die Stadt das Wegerecht zurücknimmt, also die Flächen und Wege entwidmet. Bürgermeister Detlef Schallhorn, der gerne neue, bezahlbare Wohnungen schaffen möchte und das Vorhaben der KSG befürwortet, benötigt dafür jedoch eine Mehrheit im Rat.

Von Laura Fienemann

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