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Grabmal lässt Zeit und Raum für Gedanken

Seelze Grabmal lässt Zeit und Raum für Gedanken

Den Seelzer Friedhof ziert fortan ein Kunstwerk aus Granit: Auf Wunsch des Ortsrats wurde an der Gedenkstelle an den Rasenreihengräbern eine Grabstele aus fünf Granitsäulen errichtet.

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Werner Huckschlag (von links), Marc Unbescheiden und Frank Wollny begutachten die Stelen auf dem Friedhof an der Hannoverschen Straße.

Quelle: Sandra Remmer

Seelze. Ende November haben die Kommunalpolitiker während ihrer Ortsratssitzung den Entschluss gefasst, die Gedenkstelle auf dem Friedhof an der Hannoverschen Straße zu verschönern. Den Ort, wo Trauernde Blumen, Kränze oder Lichter ablegen können, um ihrer Angehörigen zu gedenken. Denn auf der eigentlichen Gräberfläche ist das Niederlegen solcher Trauerzeichen nicht gestattet. „Im Winter dulden wir das zwar, aber während der Mähzeit geht es nicht“, erklärte Sybille Brenner aus der Verwaltung.

Wer künftig zum Trauern und Innehalten auf den Friedhof kommt, kann beim Betrachten der Stelen, die in Form einer Himmels­treppe angeordnet sind, seine Gedanken schweifen lassen. „Ecken und Kanten, die auf- und absteigende Form: All das lässt viele Interpretationen auf das Leben zu“, findet Ortsratsmitglied Werner Huckschlag (CDU).

Für die Montage der fünf Kolossen musste Steinmetz Marc Unbescheiden zuerst ein Fundament aus Beton gießen. Nachdem das Fundament ausgehärtet war, konnten gestern die Stelen mit einem Dübel auf dem Beton befestigt werden. Eine gewisse Stabilität ist dabei erforderlich - sind die zwischen 1,50 und 2,50 Meter hohen Granitstelen doch zwischen 100 und 300 Kilogramm schwer. Angst vor Vandalismus gibt es beim Ortsrat und der Verwaltung nicht. „Zum Wegtragen sind sie zu schwer, und Schmierereien hat es bisher auf Friedhöfen noch nicht gegeben“, zeigen sich beide zuversichtlich. Eine schöne Überraschung für die klamme Stadtkasse dürfte der Preis der Stelen sein. „3000 Euro hatten wir im Haushalt dafür veranschlagt, mit knapp 2800 Euro sind wir aber drunter geblieben“, berichtet Brenner.

Der Trend der Rasenreihengräber in der Bestattungskultur nehme zu, meint die Fachfrau aus der Abteilung Grünplanung und Umweltschutz. Immer mehr Menschen wünschen, auf diese Weise bestattet zu werden. Als mögliche Gründe dafür nennt sie, dass immer mehr Menschen alleine leben und Angehörige der nächsten Generation in einer anderen Stadt wohnen. Damit erschwere sich die Grabpflege, wie sie ursprünglich vorherrschend war, sodass die Rasenreihengräber auf dem Vormarsch seien.

Von Sandra Remmer

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