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Windrad zur weltweiten Wasserversorgung

Seelze Windrad zur weltweiten Wasserversorgung

Mitglieder des Vereins Green Desert, der Hochschule Bremen und der Lebenshilfe haben ein Western-Windrad gebaut. Nach dem Aufbau soll eine leicht verständliche Anleitung herausgegeben werden, damit das Windrad zum Pumpen und Transportieren von Wasser überall auf der Welt nachgebaut werden kann.

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In der Werkstatt der Lebenshilfe hat das Team eine Woche lang am Bau des Western-Windrades gearbeitet.

Quelle: Rebecca Hürter

Seelze. "Ein Western-Windrad kennt jeder, aber es gibt bisher keine frei zugänglichen Anleitungen", erzählt Pierre Munzel, der zweite Vorsitzende von Green Desert (übersetzt: "Grüne Wüste"). Deshalb werde jeder Schritt der Produktion genauestens mit der Kamera dokumentiert: Nach dem Aufbau soll eine leicht verständliche Anleitung herausgegeben werden, damit das Windrad zum Pumpen und Transportieren von Wasser überall auf der Welt nachgebaut werden kann. "Green Desert möchte Expertenwissen für Jedermann verständlich bereitstellen und bewährte Technologien so aufbereiten, dass Menschen auf der ganzen Welt sie selbstständig nutzen können", sagt Munzel.

Das Windrad besteht aus Materialien, die es in jeder Autowerkstatt gibt. Es wird außerdem aus Stahl gefertigt, weil das Material in jedem Land vorhanden sei. Bei der Arbeit mit Bohrmaschine, Säge und Schweißgerät wurde das Helferteam von den Mitarbeitern der Werkstatt der Lebenshilfe unterstützt. "Die Lebenshilfe hat unsere Projekte von Anfang an gefördert", erzählt Munzel. "Sie stellt ihr Know How und die Werkstatt zur Verfügung." Der gebürtige Seelzer hat seinen Zivildienst in der Lebenshilfe geleistet und anschließend in den Semesterferien ausgeholfen. Schon 2012 hat der gemeinnützige Wissenschafts- und Forschungsverein aus Hannover-Linden mit der Lebenshilfe ein Windrad zur Stromerzeugung gebaut.

Das Projekt Open Windpump hat Green Desert vor zwei Jahren gemeinsam mit Horst Crome, einem Professor der Hochschule Bremen, ins Leben gerufen. 17 Helfer aus Hannover, Berlin, Bremen, Kassel, Freiburg, Hobart in Tasmanien kamen bei einem Vorbereitungsseminar zusammen. Svenja Schiwek, die bei Crome Energie- und Umwelttechnik studiert hat, konzipierte das Windrad gemeinsam mit Britta Krawczyk und Rolf Schieber im Rahmen ihrer Bachelorarbeit.

In Seelze wurden die von Schiwek erstellten technischen Zeichnungen zum ersten Mal umgesetzt. Der zehn Meter hohe Prototyp soll nach Angaben von Munzel 3600 Liter Wasser pro Stunde bewegen können. Er habe eine Haltbarkeit von mindestens 25 Jahren.

Wie geht es nach dem Aufbau weiter?

Die genaue und leicht verständliche Bauanleitung soll auf verschiedenen Sprachen als Online- und Druckversion herausgegeben werden. Sie wird in Netzwerken und Projekten zur Entwicklungszusammenarbeit verbreitet. Das Western-Windrad wird zunächst auf dem Gelände der Lebenshilfe in Seelze gelagert. Die Mitglieder von Green Desert suchen nach dem erfolgreichen Aufbau nach einem Landwirt in der Region, auf dessen Gelände der Prototyp aufgestellt werden kann. Ein Brunnen soll gebaut und das Windrad getestet werden. "Beispielsweise könnte eine Viehtränke oder ein Garten durch die Windkraft bewässert werden", erzählt Pierre Munzel.

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Oksana Bunk (von links), Pierre Munzel, Werner Egly und Eric Rosenauer begutachten die frisch gestrichenen Rotorblätter.

Quelle: Rebecca Hürter

Von Rebecca Hürter

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