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Beschäftigung mit Luther wird fortgesetzt

Seelze Beschäftigung mit Luther wird fortgesetzt

Harenbergs Kirchengemeinde hat in drei aufeinander folgenden Jahren die Luthertrilogie präsentiert, und will die Aktion auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

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Die Autoren Kersten Flenter (links) und Dominik Bartels bieten mit eigenen Assoziationen zu den Harenberger Thesen viele Denkanstöße.

Quelle: privat

Harenberg. Es war der dritte Refomationstag, den Harenbergs Kirchengemeinde zur Beschäftigung mit Martin Luther nutzte. Nach Theaterstücken am 31. Oktober 2015 und 2016 folgten mit dem gebürtigen Seelzer Autoren Kersten Flenter und dem Helmstedter Dominik Bartels zwei Gedanken- und wortgewaltige Schriftsteller, die sich beispielsweise über die Konzentrationsfähigkeit des Publikums Gedanken machten. So vermutet Bartels , dass so ein ellenlanger Text mit 95 Thesen in Form von Schachtelsätzen heute von niemandem mehr durchgelesen würde und ansonsten einen Shitstorm ernten würde. Zahlreiche Reformationstags-Besucher von Harenbergs Sankt-Barbara-Kirche zeigten dagegen Nerven und kannten bereits die beiden Theaterstücke aus den ersten beiden Jahren der Luther-Trilogie.

Am Dienstag um 19 Uhr konnten die Zuhörer eigene Thesen formulieren und sie an eine alte Stalltür nageln, die vor dem Altar positioniert wurde. Doch zuerst stellten des Abends stellten Flenter und Bartels eigene Thesen wie "Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt" auf. Flenter bezeichnete das als harte Aussage, obwohl auch Luther nicht unbedingt als Pazifist durchgehen würde und erinnert: "Als die Türken vor Wien standen, rief Luther seine Brüder und Schwestern zu den Waffen und bezeichnete diesen Kriegseinsatz als Pflicht jedes ordentlichen Christen. Aufständische Bauern sollten massakriert werden, auch den Juden wollte er ans Leder, ebenso wie Behinderten, Prostituierten, Mystikern und Homosexuellen". Man kann darüber diskutieren, aber man kann das auch einfach mal so stehen lassen, war Flenters Vorschlag, der außerdem anregte, die Menschen in 500 Jahren noch einmal darüber diskutieren zu lassen. Vom bedingungsglosen Grundeinkommen über Digitalisierung bis zur Idee der Rente greifen beide Autoren aktuellen Themen auf und präsentieren mit These 13 schließlich eine eigene, die lautet: "Alles könnte anders sein."

Den Zuhörern gefiel das flinke, literarische Gedankenspiel ebenso wie der Bezug zur Gegenwart. Doch so viele Thesen und Ideen, so viele kluge Sätze passten nicht in zwei Stunden. Statt dessen wurde gnadenlos überzogen, erst nach drei Stunden endete die dritte Veranstaltung der Luther-Trilogie in der vollbesetzten Kirche. Die Publikumsabstimmung, ob auch der nächste Reformationstag wieder ein Feiertag werden soll, fiel übrigens nicht eindeutig ist. Klar ist für die Veranstalter aber schon jetzt, dass auch für den Reformationstag 2018 eine weitere Kulturveranstaltung intelligente Impulse liefern wird - die Beschäftigung mit der Reformation geht weiter.

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Von PATRICIA CHADDE

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