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Museumsverein sieht Umzug als Chance

Seelze Museumsverein sieht Umzug als Chance

Bei ihrer Jahresversammlung haben die Mitglieder des Museumsvereins für einen Umzug des Heimatmuseums in den Alten Krug gestimmt. Der Ausschuss für Bildung und Freizeit hat sich jetzt einstimmig der Entscheidung der Ehrenamtlichen angeschlossen - trotz einiger Bedenken für die Zukunft von Letter.

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Die Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Freizeit haben über den Umzug des Heimatmuseums beraten.

Quelle: Hürter

Seelze/Letter. Der Vorsitzende des Museumsvereins, Knut Werner, und der Museumsleiter Heinz Gehrke erinnerten bei der Jahresversammlung an das erfolgreiche Jubiläumsjahr: Das Museum hat unter anderem erneut das Museumsgütesiegel verliehen bekommen und versammelte viele Besucher beim Museumstag. Im Mittelpunkt der Versammlung stand jedoch die Abstimmung darüber, an welchem Standort das Heimatmuseum ab 2018 an die Erfolge anknüpfen möchte.

Der Vorstand hat sich bereits in seiner letzten Sitzung einstimmig für den Standortwechsel ausgesprochen. Der Umzug ist nach Angaben von Gehrke eine große Chance für die weitere Entwicklung des Museums. Auch das Votum der Vereinsmitglieder fiel eindeutig aus: Mit 37 Ja-Stimmen stimmten 84,09 Prozent für die neuen Räume im Alten Krug.

"Wir sind auf die Ehrenamtlichen angewiesen", betonte der Letteraner Ratsherr Johannes Seifert (SPD) bei der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Freizeit, bei der über die neue Unterkunft des Museums beraten wurde. Deshalb stimme er mit dem Verein für den Umzug, obwohl er einen Verlust für Letter bedeuten würde. Auch Petra Cordes (CDU) möchte mit ihrer Stimme den Museumsverein unterstützen: "Wir wollen das Ehrenamt fördern", betonte sie. Der Verein habe diese Chance verdient.

Nach Angaben von Bürgermeister Detlef Schallhorn wäre der Umzug des Heimatmuseums in den Alten Krug eine gute Entscheidung für ganz Seelze und insbesondere für den Stadtkern. Einen großen Vorteil sieht er darin, dass auch das Stadtarchiv in dem Alten Krug eine neue Heimat finden würde. Durch die Zusammenführung von Archiv und Museum würde eine ideale Symbiose entstehen.

Mit der Anmietung des Alten Krugs soll auch der Mietvertrag für das daneben liegende Veranstaltungszentrum Alter Krug um zehn Jahre verlängert werden. Stefan Heizmann (Die Grünen), beratendes Mitglied in dem Ausschuss, wies darauf hin, dass das Veranstaltungszentrum schlecht nutzbar sei. Beispielsweise fehle eine Klimaanlage. Mit seiner Anmerkung stellte Heizmann die Kopplung der Mietverträge in Frage. Nach Angaben von Schallhorn hat der Vermieter sich jedoch dazu bereit erklärt, eine Klimaanlage im Veranstaltungszentrum zu installieren. Über die zweite Etage des Veranstaltungszentrums und den darin vorhandenen Aufzug soll zudem das neue Heimatmuseum erreichbar sein.

Auch im Ortsrat Letter wurde für den Standortwechsel gestimmt: Allerdings nur mit einer knappen Mehrheit. Bei der Sitzung des Rats der Stadt Seelze soll am 30. März über den Umzug des Heimatmuseums entschieden werden. Nach Angaben von Museumsleiter Heinz Gehrke hat der Museumsverein mit seinem Votum gegenüber der Politik eine wichtige Vorgabe geschaffen. Denn der Rat habe bei seiner letzten Sitzung festgelegt, dass ein Umzug nur bei einer eindeutigen Zustimmung des Vereins möglich wird.

So könnte der Alte Krug genutzt werden

Wegen der Umstrukturierung der Schulen in Seelze und Letter gehen dem Stadtarchiv und dem Heimatmuseum Räume verloren. Die historische Gaststätte Alter Krug im Zentrum von Seelze könnte ab dem Jahr 2018 von Archiv und Museum gemeinsam genutzt werden. Durch die Mitnutzung des Kellers würde dem Museum neben der größeren Ausstellungsfläche auch genügend Lagerraum zur Verfügung stehen. In der etwa 200 Quadratmeter großen Dachgeschosswohnung im zweiten Stockwerk, die unabhängig von den übrigen Bereichen erreicht werden kann, wäre Platz für das Stadtarchiv.

Laut Beschlussvorlage soll die insgesamt etwa 500 Quadratmeter große Fläche des Alten Kruges für zehn Jahre angemietet werden. Der Preis soll bei 3,67 Euro pro Quadratmeter liegen. Eine Bedingung des Vermieters ist es, dass der Mietvertrag des benachbarten Veranstaltungszentrums ebenfalls für zehn Jahre verlängert wird. Die beiden Objekte sollen durch einen Durchbruch miteinander verbunden werden. Die Vertreter der Eigentümergesellschaft haben nach Angaben der Stadt zugesagt, die Kosten für sämtliche notwendigen Baumaßnahmen zu tragen, ohne den Mietpreis zu erhöhen. Durch die Anmietung des Alten Kruges soll der Seelzer Ortskern belebt werden: Unter anderem ist für das Erdgeschoss ein Museumscafé geplant.

Von Rebecca Hürter

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