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Heinrich Kaukemöller erhält das Verdienstkreuz

Seelze Heinrich Kaukemöller erhält das Verdienstkreuz

Bei einer bewegenden Feier mit rund 70 Gästen ist Heinrich Kaukemöller aus Gümmer im Haus der Region Hannover das Bundesverdienstkreuz überreicht worden. Die hohe Ehrung ist eine Auszeichnung für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Schützenverein.

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Heinrich Kaukemöller ist für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.KaukemöllerHeinrich Kaukemöller ist für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Quelle: Gerko Naumann

Gümmer. Der eigentliche Moment der Ehrung war schnell vorbei. Die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde steckte Kaukemöller das schwarz-rote Kreuz an den Anzug und schüttelte ihm die Hand. Warum der 65-Jährige diese Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten Joachim Gauck bekommen hat, wurde in den anschließenden Worten einiger der rund 70 Gäste deutlich - von denen einige dem Anlass angemessen in grüner Uniform gekleidet waren.

Kaukemöllers ehrenamtlicher Einsatz galt nämlich dem Schützenverein Gümmer. dessen Vorsitzender war er 28 Jahre lang - bis 2015. In dieser Zeit habe er die Mitgliederzahlen entgegen des landesweiten Trends erhöht, betonte Klawunde. Das sei durch seine "tatkräftige und herzliche Art" gelungen - und durch frische Ideen, für die der 65-Jährige stets offen war. Als Beispiele führte Klawunde die Gründung einer Bogensparte und die Idee zum Treckertreffen auf seinem Hof an, zu dem jährlich 1000 Besucher kommen.

Diese Innovationen hätten den Verein "zu einem Aushängeschild der Stadt Seelze gemacht", wie deren Bürgermeister Detlef Schallhorn in seiner Laudatio betonte. Gümmers Ortsbürgermeister Christian Schomburg erinnerte daran, wie viele Stunden seiner Freizeit Kaukemöller für den Bau des neuen Vereinsheims geopfert hat. "Es verging kaum ein Tag, an dem Mann nicht einen Trecker mit einem Mann in Latzhose zur Baustelle fahren sah", sagte er und zeigte in die Richtung des Geehrten.

Kaukemöllers 30 Jahre jüngerer Nachfolger Karsten Heimberg sagte, dass der Vorsitzende immer ein Vorbild für den Nachwuchs im Verein gewesen sei. "Wir können immer auf deine Hilfsbereitschaft und Hingabe für den Verein zählen. Das hat viele von uns geprägt", sagte Heimberg.

Als der so Gelobte am Ende der Feier selbst vor das Mikrofon trat, versagte ihm vor Rührung fast die Stimme. Und er stellte seine angesprochene bescheidene Art gleich mal unter Beweis: "Ohne die vielen engagierten Menschen im Verein und im Ort gäbe es diese Auszeichnung gar nicht", sagte Kaukemöller. Er ermutigte junge Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren, auch wenn sie keine Erfahrung damit haben. Er habe am Anfang auch lediglich gewusst, wie "man vier Tage lang Schützenfest in Gümmer feiert", als er plötzlich fast über Nacht zum Vorsitzenden wurde.

Doch was soll Kaukemöller künftig mit der ungewohnten Freizeit anstellen? Gabriele Dietrich, Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Leine, äußerte eine etwas kühne Idee. Sie schlug den Geehrten als neuen Bundespräsidenten vor: "Wenn Herr Gauck dich kennen würde, hätte er seine Nachfolge wohl schon persönlich geregelt."

Zwischen Beruf, Hof und Ehrenamt

Weggefährten beschreiben Heinrich Kaukemöller als immer gut gelaunten Macher. Das trifft auch auf seine berufliche Laufbahn zu. 30 Jahre lang war der heute 65-Jährige gelernte Landmaschinenmechaniker für ein Unternehmen in Wunstorf tätig. Nebenbei führten seine Frau und er auf dem heimischen Hof einen landwirtschaftlichen Betrieb. Dazu die zeitintensiven Ehrenämter - woher hat der Gümmeraner nur die Zeit genommen? "Das geht schon. Man muss nur richtig heiraten", sagte der 65-Jährige und lächelt vielsagend.

Doch Kaukemöller und seine Frau Ute mussten auch einen schlimmen Schicksalsschlag verkraften. Der jüngere ihrer beiden Söhne ist vor zehn Jahren tödlich verunglückt. "Das ist auch Teil unseres Lebens", betonte Kaukemöller.

Von Gerko Naumann

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