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Historische Schulstunde ist ein Dauerbrenner

Letter Historische Schulstunde ist ein Dauerbrenner

Seit 1999 können Grundschüler im Heimatmuseum erfahren, wie der Schulalltag vor 100 Jahren ausgesehen hat. Fünf ehrenamtliche Lehrkräfte unterrichten die Jungen und Mädchen inzwischen in authentischer Atmosphäre.

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Michael Weinert (von links), Horst Henze, Volkmar Arnold, Evelyn Gorsler und Udo Hunsche unterrichten im Heimatmuseum.

Quelle: Remmer

Seelze. Etwa 650 Schüler und 36 Klassen haben sich im vergangenen Jahr auf den Weg ins Heimatmuseum nach Letter gemacht, um dort einen Vormittag lang Unterricht wie vor 100 Jahren zu erleben. Eine Anzahl, die Horst Henze zu Recht mit Stolz erfüllt. 1999 hatte der Seelzer, der zudem 15 Jahre lang den Vorsitz des Heimatmuseums innehatte, die Idee, historischen Schulunterricht in dem kleinen Klassenzimmer abzuhalten. Längst hat sich dieses Angebot herumgesprochen und wird von Schulen aus der ganzen Region und der Landeshauptstadt Hannover in Anspruch genommen. Im Laufe der Jahre hat sich das ehrenamtliche Lehrerkollegium auf fünf vergrößert.

Bis zu 26 Kinder finden an den antiken Schulpulten Platz, die dann aufmerksam und motiviert eine gute Stunde Unterricht erleben. Geschrieben wird - wie früher - mit dem Griffel auf einer Schiefertafel, und zwar in altdeutscher Schrift. Die liebevolle Einrichtung des Klassenzimmers mit Petroleumlampe, ausgestopften heimischen Wildtieren, die Landkarten vergangener Zeit an den Wänden - all das verstärkt das Gefühl, in einer anderen Zeit gelandet zu sein.

Alle fünf ehrenamtlichen Lehrer sind sich einig: Es macht Spaß, hier zu unterrichten „Mit normalem Unterricht ist es allerdings nicht zu vergleichen“, berichten Evelyn Gorsler und Michael Weinert, die auch im wahren Leben Lehrer sind. „Disziplinschwierigkeiten gibt es hier nicht“, ergänzt Henze. Vielmehr zeigten die Kinder großes Interesse daran, wie ihre Urgroßeltern den Schulalltag verbracht haben. Viele zögen sich stilecht an, die Mädchen in Kleidern mit zu Zöpfen geflochtenen Haaren, die Jungen in kurzer Hose mit gegeltem Scheitel. Viel Aufmerksamkeit erfahre auch immer die laminierte Tafel, auf der steht, welche Unart im Jahr 1916 mit wie vielen Rohrstockhieben bestraft wurde. Mit 13 Schlägen erweist sich das „unanständige Betragen“ als Spitzenreiter. „Das finden die Kinder jedes Mal wieder spannend“, sagt Evelyn Gorsler. Ein Rundgang durch die anderen Räume des Heimatmuseums, wie die Schusterei, die gute Stube und das Friseurstübchen, rundet den Besuch im Heimatmuseum für die Schüler ab. „Wir sehen an den Eintragungen in unserem Gästebuch, dass viele Kinder, die hier eine Schulstunde mitgemacht haben, am Sonntag mit ihren Eltern noch einmal wiederkommen“, berichtet Henze erfreut.

Wer sich für das Angebot Unterricht wie vor 100 Jahren im Heimatmuseum interessiert, kann sich per E-Mail an evelyn.gorsler@gmx.de sowie unter Telefon (05 11) 40 62 87 an Evelyn Gorsler wenden.

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