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Hoher Preis für besten Freund des Menschen

Seelze Hoher Preis für besten Freund des Menschen

Der Bund der Steuerzahler hat in 90 niedersächsischen Städten und Gemeinden ab 20.000 Einwohnern nachgefragt. Ergebnis: Seelzes Hundehalter werden am kräftigsten zur Kasse gebeten. 158 Euro werden für den ersten Hund fällig, doppelt so viel wie im Durchschnitt (74 Euro).

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Thomas Brier muss für seinen Beagle Hardy hohe Steuern zahlen.

Quelle: Rebecca Hürter

Seelze/Lathweren. Thomas Brier ist seit 1992 Hundebesitzer und musste schon zwei Erhöhungen der Hundesteuer in Seelze erleben. Sein Beagle Hardy ist Briers einziger Hund: 158 Euro zahlt er pro Jahr. Der Durchschnittswert liegt nach einer Umfrage des Bundes der Steuerzahler in den 90 befragten Städten Niedersachsens bei 74 Euro. In Wunstorf und Garbsen fallen 96 Euro pro Jahr an, in Neustadt 72 Euro.

Laut Statistik nahmen die niedersächsischen Kommunen im vergangenen Jahr 35,4 Millionen Euro an Hundesteuern ein. Das sind 0,5 Prozent dessen, was Kommunen insgesamt aus dem Steuertopf erhalten. Der Bund der Steuerzahler fordert die Abschaffung; der geringe Ertrag rechtfertige den Aufwand bei der Erhebung der Hundesteuer nicht.

Als Hundebesitzer und Finanzbeamter hat Thomas Brier eine differenzierte Meinung zu den hohen Steuersätzen: "Toll finde ich das natürlich nicht, ich kann aber die Position der Stadt verstehen", sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister von Lathweren, der als Ehrenbeamter der Stadt zudem für die Feld- und Forstaufsicht zuständig ist.

Nach Angaben von Brier haben Städte nicht viele Möglichkeiten, Steuern selber festzusetzen. "Die Stadt Seelze ist eine der ärmsten in der Region", sagt Brier. Auch wenn Steuern nie gerecht seien und häufig die Falschen treffen würden, kann er die Entscheidung der Stadt nachvollziehen.

In Seelze sind nach Angaben der Stadt 1570 Hunde gemeldet. 1407 davon sind Ersthunde. Für einen zweiten Hund zahlen 103 Tierliebhaber in der Obentraut-Stadt 226 Euro im Jahr. 274 Euro kostet jeder weitere Hund jährlich: Elf Seelzer müssen diesen Preis zahlen. Noch höher liegen die Steuern für als gefährlich geltende Hunde, von denen in Seelze vier gemeldet sind: 734 Euro werden für diese Tiere an Steuern erhoben. Der zweite gefährliche Hund kostet seinen Besitzer 816 Euro im Jahr. "Die Hundesteuer dient der Erzielung von Einnahmen, und sie soll die Zahl der Hunde eindämmen", sagt Stadtsprecherin Andrea Kaemmerer.

Das Argument, dass der Hundebestand über Steuern geregelt werden soll, versteht Brier nicht. Die Entscheidung für oder gegen einen Hund wird seiner Meinung nach nicht durch die hohen Steuersätze beeinflusst. "Wer einen Hund haben möchte, der wird diese bittere Pille schlucken." Der Hauptgrund für die Stadt liege darin, die Einnahmen zu verbessern. Dabei dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass alle Einnahmen der Stadt letztendlich den Bürgern zugutekommen.

Von Rebecca Hürter

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