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IGS heißt jetzt Bertolt-Brecht-Gesamtschule

Seelze IGS heißt jetzt Bertolt-Brecht-Gesamtschule

Die neue IGS in Seelze hat endlich einen Namen. Mit großer Mehrheit (26-mal ja, neunmal nein) hat sich der Rat am Donnerstagabend für Bertolt-Brecht-Gesamtschule entschieden. Diesem Ergebnis waren zum wiederholten Mal teils heftige Diskussionen über die Vorbildfunktion des Lyrikers vorausgegangen.

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Geheime Abstimmung, klares Ergebnis: Alfred Blume (Zweiter von links) gibt seine Stimme ab. Vivien Wilhelm (von links), Frank Joosten und Hans Pandzioch sammeln die Zettel ein.

Quelle: Gerko Naumann

Seelze. Einer der Verlierer des Abends war Kurt Tucholsky. Der Schriftsteller, der 1935 gestorben ist, war schon vor der geheimen Abstimmung über den Namen für die neue IGS in Seelze aus dem Rennen. Die FDP hatte ihn im Zuge der monatelangen Diskussion als Alternative zu Brecht ins Spiel gebracht - am Donnerstagabend aber kurzfristig wieder zurückgezogen. "Wir sind der Meinung, dass die Schule nicht den Namen einer bestimmten Persönlichkeit tragen sollte", sagte Vivien Wilhelm. Deshalb werde ihre Fraktion für den Antrag der CDU stimmen.

Die hatte sich in Teilen für den schlichten Namen IGS Seelze ausgesprochen - und damit gegen den einstimmigen Vorschlag einer Planungsgruppe. "Die Kommission hat uns eine knifflige Aufgabe gestellt", sagte Jens Willms in seiner Begründung. Er selbst könne bei Brecht weder einen Bezug zu einer Gesamtschule noch zu Seelze erkennen. Außerdem sei der als Vorbild für Schüler ungeeignet, weil er Kommunist war und "sich mit den Unrechtsregimen in der DDR und der UdSSR arrangiert und sogar dafür engagiert hat." Willms betonte aber, dass es bei der Abstimmung in seiner Partei keinen Fraktionszwang geben werde. "Bei der Frage um den den Namen für die IGS geht ein Spalt durch die CDU-Fraktion", räumte er ein.

Mehr Unterstützung bekam Brecht aus den Reihen der SPD. Johannes Seifert sagte, es sei gerade Brechts pädagogische Weltanschauung, die ihn überzeugt habe. "Er hat das Konzept geprägt, dass niemand zurückgelassen werden soll", sagte Seifert. Genau das solle auch an der neuen IGS praktiziert werden.

Knut Werner von den Grünen schlug vor die Abstimmung über den Namen für die IGS weiter zu verschieben. Auch seine Fraktion sei im Bezug auf Brecht gespalten. "Vielleicht sollten wir die Eltern der künftigen Schüler an der Entscheidung beteiligen", gab Werner zu bedenken. Falls es doch zur Abstimmung kommen sollte, beantragte er geheime Wahl.

Dazu kam es dann auch, und das Ergebnis fiel eindeutig aus. Nur neun Ratsmitglieder lehnten den Namen Bertolt-Brecht-Gesamtschle ab, 26 votierten dafür. Nach der Entscheidung wirkte Christian Schomburg (CDU) erleichtert. Er sprach das aus, was wohl vor allem Lehrer und Eltern gedacht haben dürften: "Ich hoffe, dass sich die Verantwortlichen nach den langen Diskussionen jetzt auf den Lehrplan und die Kinder konzentrieren können."

Von Gerko Naumann

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