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Wilfried Sasse schreibt über Dorfgeschichte

Dedensen Wilfried Sasse schreibt über Dorfgeschichte

Wilfried Sasse feilt mit dem Autorenteam am letzten Kapitel. Im Sommer soll der zweite Band über Dedensens Dorfgeschichte erscheinen. Darin wird die Entwicklung des Seelzer Stadtteils ab 1900 aufgezeigt. Das illustrierte Buch wird voraussichtlich 300 Seiten haben.

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Unter dem Dach hat Wilfried Sasse seinen Schreibtisch mitsamt Archiv untergebracht.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Dedensen. Der Erscheinungstermin des zweiten Teils soll im Juli sein. Wilfried Sasse (75), bis Februar 2001 bei der Verlagsgesellschaft Madsack als Korrektor tätig, war schon bei dem ersten Band federführend. "Der ist schon vergriffen", freut sich der fleißige Chronist, der mit Heinrich Gümmer, Helmut Gümmer, Heinrich Nolte, Heinrich Corterier, Hans Schmedes und Carsten Borges an dem Folgeband arbeitet. Am 24. April trifft sich das Autorenteam, um dem letzten Kapitel "Kaiserreich und Landwirtschaft" letzten Schliff zu geben.

Das Vorwort verfasste Dedensens Ortsbürgermeisterin Heike Duve-Diekmann im vergangenen Jahr und die fertigen Beiträge wurden von Brigitte Sasse (73) Korrektur gelesen. Auch die grafische Aufbereitung des Materials bleibt in der Familie. Sohn Constantin Sasse (46) ist Mediengestalter und wird für die ansprechende, druckfähige Aufbereitung des Werkes  sorgen. Als Verkaufspreis sind 10 Euro angedacht.

"Wir konnten bei zahlreichen Themen, wie dem Flugzeugabsturz vom 4. November 1944, auf Augenzeugenberichte zurück greifen", freut sich Wilfried Sasse über die facettenreiche Darstellung der jüngeren Dorfentwicklung.

Mancher Bericht berührte ihn besonders tief: Eine Dedenserin, die im Januar 1945 in Danzig war, wollte der anrückenden russischen Armee mit Hilfe des Schiffes "Wilhelm Gustloff" entkommen, überlebte Torpedoattacke und Schiffsuntergang knapp. Doch ihre elf Monate alte Tochter und die 45-jährige Schwiegermutter kamen ums Leben.

Was viele Dedenser vermutlich nicht wissen: Wilfried Sasse stand selbst auf der Passagierliste dieser letzten Wilhelm-Gustloff-Fahrt. "Ich bin gebürtiger Seelzer, aber als der Russlandfeldzug begann, siedelte meine Mutter Johanna nach Danzig um, in die Heimatstadt meines Vaters Willy." Vom 21. Juni 1941 bis zur Ausweisung am 31. Januar 1945 lebte die Familie in der Hafenstadt. "Meine Mutter und meine beiden Tanten waren Schwestern des Deutschen Roten Kreuzes, beziehungsweise des Braunen Kreuzes", berichtet Wilfried Sasse. Die Frauen und ihre Kinder sollten auf die beiden Schiffe "Wilhelm Gustloff" und "Potsdam" verteilt werden. Doch die Parteigenossinnen wollten sich nicht trennen lassen. Gemeinsam ging es daher auf der "Potsdam", nördlich an Bornholm vorbei, Richtung Kopenhagen. "Wir kamen in ein eingezäuntes, streng bewachtes dänisches Lager namens Fraer und blieben zwei Jahren interniert, bis wir 1947 wieder nach Seelze durften", berichtet Wilfried Sasse von seinen ersten Lebensjahren.

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Von PATRICIA CHADDE

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