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IGS hat sich gegen Sitzenbleiben entschieden

Seelze IGS hat sich gegen Sitzenbleiben entschieden

Die Planungen für die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) kommen voran. Das pädagogische Konzept sieht unter anderem vor, dass es kein Sitzenbleiben geben soll. Für die neue Schule werden zunächst neun Räume im Schulzentrum für 250.000 Euro umgestaltet. Dazu kommen Planungskosen von 130.000 Euro.

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Die Planungsgruppe der IGS: Leiterin Regina Schlossarek-Aselmeyer (rechts) setzt mit Schülervertreterin Bianca Waßmann (von links), den Lehrerinnen und Lehrern Stefanie Schebitz, Daniela Mentges, Michael Walter, Isabel Wesche (Schulsozialarbeiterin mit Schulhund Kalle), die Lehrkräfte Sascha Marks, Rebekka Amthor und Kerstin Lankrock, Schülervertreter Eren Taskiran, der städtischen Projektleiterin Claudia Kahlert, Elternvertreter Jörg Drewes und Elternvertreterin Andrea Krause auf eine Schule als Lebens- und Lerngemeinschaft, die niemanden zurücklässt.

Quelle: privat

Seelze. Für den ersten fünften Jahrgang der neuen Schule, die nach den Sommerferien den Betrieb aufnehmen soll, ist das erste Stockwerk im östlichen Gebäudetrakt der Humboldt-Schule vorgesehen, erklärt die städtische Projektleiterin Claudia Kahlert. Dieses soll komplett umgestaltet werden und ein grünes Farbkonzept erhalten, um sich von den bestehenden und in anderen Farben gekennzeichneten Schulformen im Schulzentrum abzuheben. "Die Bauarbeiten beginnen dort nach den Osterferien", sagt Kahlert. Um den Platz für die IGS zu schaffen, müssten eine achte, eine neunte und vier zehnte Klassen der Humboldt-Schule in andere Räume umziehen, darunter auch Fachunterrichtsräume. Zum Start nach den Sommerferien stünden der IGS insgesamt neun Räume zur Verfügung. Neben sieben multifunktional nutzbaren Klassen- und Gruppenräumen gehören ein ebenfalls multifunktionaler Computer- und Medienraum sowie eine Lehrerstation zu der Startausstattung. Die Stadt investiert für die Umbauten für den ersten fünften Jahrgang der IGS 250.000 Euro sowie weitere 130.000 Euro für die Planungskosten. Weil die neue Schule weiter Räume braucht, hat die Stadtverwaltung ein bundesweit mit derartigen Umbauten erfahrenes Fachunternehmen beauftragt, das eine Nutzerbedarfsanalyse erarbeiten soll.

Keiner soll sitzenbleiben: Die Eckpunkte des pädagogischen Konzepts hat eine 15-köpfige Planungsgruppe erarbeitet. "Niemand wird zurückgelassen, alle werden mitgenommen", erläutert Regina Schlossarek-Aselmeyer, Leiterin der bestehenden Realschule und kommissarische Schulleiterin der IGS sowie Leiterin der Planungsgruppe. Dieses Ziel soll unter anderem mit zwei gleichberechtigten Klassenlehrern gewährleistet werden, die sich als Team wöchentlich mit den Fachlehrern austauschen sollen. Der Zusammenhalt soll zudem mit einem täglichen Morgenkreis, einen Klassenrat und ein gemeinsames Mittagessen mit den Schülern gestärkt werden.  Als wichtige Elemente des pädagogischen Konzepts werden Eigenverantwortung und Selbstorganisation sowie selbstreguliertes Lernen in sogenannten Lernbüros genannt.  In den "Lernbüros" können die Schüler unter Begleitung der Lehrkräfte individuell entscheiden, wann und in welchem der vertretenen Fächer sie arbeiten möchten. Bedingung ist aber, dass sie alle Fächer abdecken und die gesteckten Ziele erreichen. Zum Konzept gehören auch Unterrichtseinheiten zur Medien- und Methodenkompetenz, Klassenprojekte zum Sozialen Lernen und zur Zivilcourage sowie eine Schul-Sozialarbeit, bei der die Sozialpädagogen und Lehrer von Schulhund Kalle unterstützt werden sollen.

Die Planungsgruppe der IGS hat sich getreu dem Grundsatz, niemanden zurückzulassen, gegen das Sitzenbleiben entschieden. In den Jahrgängen fünf bis acht sollen die Schüler schriftliche Rückmeldungen über ihre Lernerfolge erhalten. Zusätzlich soll es regelmäßige Feedback-Gespräche geben, in denen die Schüler in ihren Stärken gelobt und gefordert oder bei herausgestellten Schwächen unterstützt und ermutigt werden. Notenzeugnisse für die qualifizierten Schulabschlüsse soll es erst ab dem neunten Jahrgang geben. Als Anlage der Notenzeugnisse soll es aber auch verkürzte Lernentwicklungsberichte geben. Die IGS soll eine teilgebundene Ganztagsschule sein: An zwei Tagen nehmen die Schüler an verpflichtendem Unterricht teil, an zwei weiteren Tagen können sie darüber hinaus freiwillig Angebote am Nachmittag nutzen.

Haupt- und Realschule werden in Seelze aufgegeben: Die Planungsgruppe, die aus acht künftigen Lehrern der IGS sowie Eltern- und Schülervertretern besteht, und die Stadt rechnen mit rund 150 Fünftklässlern, die zum Start die IGS besuchen. In den folgenden Jahren kommt jeweils ein neuer fünfter Jahrgang hinzu, während gleichzeitig die bestehende Geschwister-Scholl-Schule (Hauptschule) und die Humboldt-Schule (Realschule) mit dem Start der IGS keine Fünfklässler mehr aufnehmen. Mit den Entlassung der letzten Jahrgänge im Jahr 2022 wird es die beiden Schulformen nicht mehr geben, die dann von der IGS mit den Jahrgangsstufen fünf bis zehn ersetzt worden sind. 

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Von Thomas Tschörner

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