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Kranker Kastanienbaum wird gefällt

Seelze Kranker Kastanienbaum wird gefällt

Der große Kastanienbaum, der mit seiner ausladenden Krone die Optik des gleichnamigen Platzes in Letter prägt, muss gefällt werden. Seit Jahren leidet der Baum an einer Krankheit. Jetzt wurde erkannt, dass er nicht mehr zu retten ist. Am Sonnabend wird die Säge angesetzt.

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Der Bereich unter der Kastanie ist bereits abgesperrt.

Quelle: Uwe Kranz

Letter. Ein aktuelles Gutachten, dass die Stadt in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Schluss, dass die Verkehrssicherheit im Bereich der Kastanie nicht mehr gewähleistet ist. Gestern Morgen rückten bereits Mitarbeiter des Betriebshofes an und umgaben den Stamm weitläufig mit einem Sicherheitszaun. Gefällt werden kann das große Gewächs jedoch nicht in einem Stück, zu große Folgeschäden in der Umgebung wären zu befürchten. Stattdessen wir der rund 80-jährige Baum Stück für Stück von oben nach unten abgetragen. Die ersten Äste sollen am Sonnabend gegen 9 Uhr fallen.

"Das war nur eine Frage der Zeit", stellte Willi Raabe, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover betroffen fest. Gemeinsam mit der Sachverständigen Claudia Amelung, die das aktuelle Gutachten erstellt hat und Vertretern der Stadtverwaltung unterrichtete er am Montag den Ortsrat Letter über den schlechten Zustand des Baumes. So trägt die Oberkrone der Kastanie kaum noch Blätter und ganze Äste und Kronenpartien sind tot. Die Rinde am Stammfuß, am Stamm sowie in der Krone weist dunkle Leckstellen auf und ist unten am Fuß nahezu komplett abgestorben. Diese Symptome zeigten, dass die Kastanie seit längerem mit einem stäbchenförmigen Bakterium der Gattung Pseudomonas in Verbindung mit einem pilzlichen Erreger, einer Art Phytophthora, befallen sei. Auch ein radikaler Rückschnitt der gesamten Krone um bis zu fünf Meter würde das Absterben des Baumes nicht verhindern, so die Gutachterin. Bereits 2013 waren erste Schäden am Stammfuß, am Stamm und in der Krone festgestellt worden. "Das Gutachten war sehr eindeutig", sagt Raabe. Die Mitglieder des Ortsrates waren von dem Ergebnis entsprechend betroffen.

Für die Stadt steht nun aber fest: Um Passanten und die umliegenden Gebäude auf dem Kastanienplatz nicht zu gefährden, muss die Kastanie fallen. Für eine Neupflanzung gibt danach zwei Möglichkeiten: Die Stadt Seelze ist bereit, für rund 300 Euro eine neue Rosskastanie mit einer Höhe von etwa vier Metern und einem Stammdurchmesser in ein Meter Höhe von 30 Zentimetern zu setzen. Dazu müsse an der Stelle der Boden ausgekoffert werden, um den neuen Baum nicht zu gefährden, so Raabe. Für Plan B müsste man auf eine andere Kastaniengattung oder eine ganz andere Baumart zurückgreifen. "Ich würde mich freuen, wenn es wieder eine Kastanie wäre", sagt Raabe. Entscheiden muss nun der Ortsrat.  

Stichwort: Pseudomonas-Rindenkrankheit

Der bakterielle Erreger, der die Pseudomonas-Rindenkrankheit an Rosskastanien verursacht, wurde 2002 in den Niederlanden entdeckt und erstmals 2007 in Deutschland diagnostiziert. Bei stärkerem Befall stirbt die Rinde streifenförmig ab, wodurch in der Regel auch Teile der Krone absterben. In der Folge werden die befallenen Bäume von holzzerstörenden Pilzen besiedelt, die im Holzkörper der erkrankten Bäume eine Fäule verursachen und somit die Standfestigkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Die durch die pilzlichen Erreger verursachte Phytophthora-Krankheit kann sich zudem in Blattvergilbungen und Wurzelschäden äußern. In der Folge treten vermehrt Astabbrüchen, aber auch großflächige Rindenablösungen auf. Viele Bäume sterben rasch ab. Kurative Maßnahmen sind nicht möglich.

Von Sandra Remmer und Uwe Kranz

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