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Klärschlamm fließt in die Leine

Letter Klärschlamm fließt in die Leine

Aus einem unterirdisch verlaufenden Abflussrohr in der Leineaue zwischen Letter und Marienwerder sind am Montagnachmittag große Mengen einer übel riechenden Flüssigkeit ins Erdreich gelangt. Auch in die Leine lief die Brühe.

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Nach dem Bruch der Abwasserleitung hat die Polizei die Leine-Brücke zwischen Letter und Marienwerder wegen möglicher Einsturzgefahr gesperrt.

Quelle: Remmer

Seelze. An mehreren Stellen sprudelte die stinkende Flüssigkeit mit großem Druck aus der Erde und lief in die Leine, wo sich schnell ein schmieriger Film an der Oberfläche bildete. Nach Aussage von Andreas Köhler von der Berufsfeuerwehr Hannover handelt es sich um eine organische Substanz, die den Fischen den Sauerstoff nehme und deswegen eine Gefahr für die Tierwelt darstelle.

"Es ist Klärschlamm, der vom Klärwerk Herrenhausen zur Entwässerung in das Klärwerk Dümmerwald gepumpt wird", sagte Helmut Lemke, Pressesprecher der Stadtentwässerung. Auf dem 13 Kilometer langen Stück zwischen den beiden Werken muss das Rohr mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern insgesamt drei Mal die Leine queren. Dafür liegt es in etwa 10 Meter Tiefe im Boden. An einem dieser sogenannten Düker, einer Rohrquerverbindung, die unter dem Fluss hindurch führt, tritt nun die pechschwarze Flüssigkeit aus. Das sehe zwar schlimm aus, sagte Lemke, eine Gefahr bestünde jedoch nicht. Im Jahr fallen in Hannover etwa 60 000 Tonnen Klärschlamm in den beiden Klärwerken der Stadt an.

Fußgängerbrücke bleibt gesperrt

Noch am Abend konnte weiteres Austreten der Flüssigkeit verhindert werden: Eine von der Stadtentwässerung Hannover beauftragte Fachfirma pumpte die defekte Abwasserleitung leer. Bei Einbruch der Dunkelheit brachen die Einsatzkräfte ihre Suche nach dem Leck ab. Wie lange die Flüssigkeit ausgetreten und wie groß dadurch der Schaden ist, wird sich vermutlich im Laufe des Dienstags klären. "Wir werden am Morgen weiter nach dem Leck suchen und das Rohr dann so schnell es geht reparieren", sagte Lemke.

Gesperrt bleibt die Fußgängerbrücke in unmittelbarer Nähe zum Leck: „Wir können nicht einschätzen, wie weit die Brücke bereits unterspült ist. Das Wasser sucht sich im Erdreich seinen Weg, und es besteht die Gefahr des Einsturzes. Zumal der Asphalt auf der Brücke an einigen Stellen eingerissen ist“, begründete Köhler diese Sicherheitsmaßnahme.

Ein aufmerksamer Passant hatte gegen 14.30 Uhr die Feuerwehr alarmiert, weil er durch den stinkenden Geruch auf das auslaufende Wasser aufmerksam geworden war. Die Leineaue zwischen Letter und Marienwerder ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und wird täglich von zahlreichen Spaziergängern, Radfahrern und Freizeitsportlern genutzt.

Sandra Remmer

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