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Kleine Syrerin wird gesegnet

Dedensen Kleine Syrerin wird gesegnet

Sie heißt Rosa und ist fünf Monate alt. Von der Flucht ihrer Eltern und Geschwister aus Syrien hat das kleine Mädchen nichts mitbekommen - es ist in Deutschland geboren. Am Sonnabend ist es in der Hase-Kirche während einer christlich-muslimischen Andacht gesegnet worden.

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Die kleine Rosa wird in der Hase Kirche gesegnet.

Quelle: Remmer

Seelze. Das hat es noch niemals gegeben in der Hase-Kirche: Zweisprachige Liederzettel, auf Deutsch und Arabisch. „Wir haben versucht, das mit einem Übersetzer so gut wie möglich hinzukriegen“, sagte Jutta Röhrig, die den Gottesdienst gemeinsam mit der Jugendgruppe Church Friends vorbereitet hatte. Kennengelernt hat die Dedenserin die syrische Familie Mahmad während des Taizé-Gottesdienstes in Dedensen, als sie hinterher gemeinsam im Garten beim Stockbrotbacken zusammen gesessen haben.

Inzwischen ist so etwas wie eine Freundschaft daraus entstanden. „Wir sind uns nähergekommen, ich kann sogar schon etwas syrisch kochen“, erzählt Röhrig. Im Gegenzug unterstützt sie die Familie beim Deutschlernen. Und das klappt schon ganz gut. „Wir haben uns in Syrien immer gut mit der Kirche verstanden, die Kirche war ein Freund“, übersetzt der elfjährige Jana für seinen Vater Halo, der in Damaskus als Journalist gearbeitet hat.

Seit knapp zwei Jahren ist die fünfköpfige Familie in Deutschland, inzwischen leben sie in einer Wohnung in Letter. Die Kinder Sara (6), Dinar (10) und Jana besuchen die Grundschule, während ihre Eltern weiter fleißig Deutsch lernen.

Durch den Kontakt zu Röhrig und zur Gemeinde schließlich ist der Wunsch entstanden, die kleine Rosa in der Kirche segnen zu lassen. „Ich werde oft gefragt, wie das geht mit zwei unterschiedlichen Religionen“, berichtet Röhrig. Ihre Antwort darauf: „Wir glauben alle an einen Gott, völlig losgelöst ob wir ihn ,Allah‘ auf Arabisch oder ,Gott‘ auf Deutsch nennen.“ Am Sonnabend hat das zumindest hervorragend funktioniert. Christen und Muslime, friedlich bei- und miteinander.

Als Erinnerung an diesen besonderen Tag bekommt Rosa ein selbst gestaltetes Puppenhaus aus Duplosteinen, auf die die etwa 50 Besucher der Andacht ihre persönlichen Wünsche für das kleine Mädchen geschrieben hatten.

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