Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Kommunen schmieden Bündnis gegen Bahntrasse

Seelze Kommunen schmieden Bündnis gegen Bahntrasse

Ein gemeinsames Vorgehen gegen die umstrittene Bahntrasse im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 haben betroffene Kommunen beschlossen. "Wir wollen ein Zeichen setzen", sagt Bürgermeister Detlef Schallhorn, der das Treffen organisiert hat. Die Trasse müsse aus dem Entwurf entfernt werden.

Voriger Artikel
Lebenshilfe bietet Blick hinter die Kulissen
Nächster Artikel
Kinder gehen im Wald auf Spurensuche

Bürgermeister und Verwaltungsbeamte betroffener Kommunen setzen sich gemeinsam gegen die Bahntrasse zur Wehr.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Im Rathaus der Stadt Seelze haben am Mittwoch auf Einladung von Schallhorn Vertreter ebenfalls von der Bahntrasse betroffener Kommunen wie unter anderem Wunstorf, Barsinghausen, die Samtgemeinden Nenndorf und Lindhorst sowie Bückeburg, Porta Westfalica, Bünde und Hohnhorst ihr weiteres Vorgehen beraten. Einig waren sich alle darin, dass die Trasse die Entwicklung ihrer Kommunen beeinträchtige oder verhindere und die Landschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Wie die Trasse ohne Rücksprache mit den Anliegern überhaupt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden konnte, sei nicht nachvollziehbar, sagte Seelzes Bürgermeister. "Wir sind uns auch einig, dass wir über das  Verfahren enttäuscht sind." Denn das Zeitfenster sei extrem klein: Nur bis zum 2. Mai könnten Stellungnahmen abgegeben werden.

Nach dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 soll die Bahnstrecke Hannover–Minden verbessert werden. Die Rede ist von einer Zeitersparnis von acht Minuten. Dafür soll in Letter eine neue zweigleisige Trasse abzweigen, um die vorhandenen Gleise zu entlasten. Die neue Trasse soll nördlich von Harenberg und Döteberg durch den Bereich Seelze-Süd – das Neubaugebiet ist in der Karte des Entwurfs gar nicht aufgeführt – und weiter zwischen Almhorst und Almhorster Wald in Richtung Barsinghäuser Gebiet verlaufen.

"Wir suchen hier und heute den Schulterschluss", nannte Schallhorn den Grund des Treffens. Nächster Schritt müsse dann sein, sich der Unterstützung der Landtags- und vor allem der Bundestagsabgeordneten zu versichern. "Wir wollen, dass die Trasse ersatzlos aus dem Plan gestrichen wird." Stattdessen solle die vorhandene Strecke ausgebaut oder zumindest eine trassennahe Lösung gefunden werden.

Der Rat der Stadt Porta Westfalica habe bereits eine Resolution gegen die Trasse verabschiedet, sagte Bürgermeister-Vertreter Stefan Mohme. Bückeburg sei ebenfalls stark von den Plänen betroffen, erklärte der Erste Stadtrat Reiner Wilharm. Eine Zerschneidung der Landschaft lehne die Stadt ab und fordere einen trassennahen Ausbau. Die Trasse führe nicht nur durch landwirtschaftliche Flächen, sondern auch durch ein Neubaugebiet, rügte Hohnhorsts Bürgermeister Wolfgang Lehrke. Probleme sieht auch Bürgermeister-Vertreter André Lutz von der Samtgemeinde Nenndorf. Denn die Trasse laufe quer durch das Gemeindegebiet, die Beeinträchtigungen für die Menschen seien nicht hinnehmbar.

Seelzes Rat verabschiedet am Donnerstag Stellungnahme: Der Rat der Stadt Seelze will am Donnerstag eine Stellungnahme gegen die Bahntrasse beschließen. Das Papier wurde kurzfristig mit Hilfe eines Anwaltbüros erarbeitet. In der Sitzung geht es unter anderem auch um den Abschluss einer Vereinbarung mit dem Land für die sogenannte Stabilisierungshilfe, um die Kindergartengebühren, die Sanierung des Hallenbades in Letter und den Bau einer Flüchtlingsunterkunft in Gümmer. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Forum der Geschwister-Scholl-Schule.

Von Thomas Tschörner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sms57artkw1m1ujcerv
Adventswochenende klingt musikalisch aus

Fotostrecke Seelze: Adventswochenende klingt musikalisch aus