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Kantorei entdeckt Vergessenes

Letter Kantorei entdeckt Vergessenes

Die Kreiskantorei St. Michael steht kurz vor ihrem nächsten Konzert. Die etwa 75 Sänger unter der Leitung von Harald Röhrig proben zurzeit intensiv, um im November das Oratorium „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr mit Solisten und Orchester auf die Bühne zu bringen.

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Zum ersten Mal in der Region will die Kreiskantorei „Die letzten Dinge“ von Spohr aufführen.

Quelle: Fienemann

Seelze. „Los geht’s von vorne!“, ruft Kreiskantor Harald Röhrig. Sofort erheben sich die Sänger von ihren Stühlen und füllen den Probenraum im Bodelschwingh-Haus mit ihren Stimmen.

Zu seinen Lebzeiten als Geigenvirtuose bekannt, wird der 1784 in Braunschweig geborene Spohr heute als bedeutendster Komponist der Frühromantik geführt. Als Komponist hat Spohr die musikalische Literatur auf jedem ihrer Gebiete durch wichtige Werke bereichert. Seine größten Erfolge erlebte er mit seinen Werken für Violine. Im 20. Jahrhundert ist er nach einer erfolgreichen Uraufführung 1826 von „Die letzten Dinge“ jedoch in Vergessenheit geraten. Weder Röhrig noch die Chorsänger kannten sein Stück. Dass der Kreiskantor darauf gestoßen ist, war reiner Zufall. „Es hat einen unglaublich tollen Klang für Chor und Orchester. Ich war sofort völlig begeistert“, schwärmt Röhrig.

Passend zum Ende des Kirchenjahres wird in dem Oratorium der Text der Offenbarung des Johannes gesungen. Zum Teil Dramatische und innige Parts, die manchmal ein wenig wie aus einer Oper klingen, erwarten den Zuhörer.

Gut einen Monat vor der Premiere sind nun alle Sätze des 75 Minuten langen Oratoriums einstudiert. Der letzte Feinschliff fehlt aber noch: Wann ist welche Dynamik dran? Welches Tempo? Die Sänger markieren sich die kniffligen Stellen in ihren Noten, damit sie bei der Aufführung an alles denken.

Seit Anfang des Jahres lernen die Männer und Frauen Spohrs Oratorium - Satz für Satz. Da muss die Erinnerung stellenweise aufgefrischt werden. In den letzten Probenwochen wird der Chor die einzelnen Sätze zusammenführen und die Übergänge mit den professionellen Solisten und dem Orchester üben. „Das Stück ist ein Risiko, weil es keiner kennt, aber es ist es wert“, betont Röhrig.

Der Vorverkauf für die Konzerte in St. Michael am Sonnabend, 21. und Sonntag, 22. November hat bereits begonnen. Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Karten können zu Vorverkaufspreisen von 17 oder 12 Euro zum Beispiel im Kirchenbüro St. Michael, Im Sande 21, erworben werden.

Von Laura Fienemann

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