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Motorradfahrer erbitten Gottes Segen

Seelze Motorradfahrer erbitten Gottes Segen

Beim Prädikanten lugen die Motorradstiefel hervor, der Pastor fachsimpelte im Jargon und der Landesbischof stand ohne Talar auf der Kanzel. Das ist nur im Motorradgottesdienst möglich. In diesem Jahr folgte Landesbischof Ralf Meister der Einladung der Gemeinde in die Dedenser Kirche.

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Nach dem Gottesdienst versorgten die Konfirmanden und die Autobahnraststätte Garbsen die Gottesdienstbesucher mit frischer Bratwurst.

Quelle: Laura Fienemann

Dedensen. Seit einigen Jahren beginnen Biker aus der Region dort gemeinsam die Motorradsaison und erbitten Gottes Segen. Am Sonntag parkten mehr als 60 Bikes auf dem Schulhof gegenüber der Kirche. Helme, Lederhosen und Nierengürtel mischten sich unter etwa die gleiche Anzahl Dedenser Kirchgänger. Gemeinsam wurde ein stimmungsvoller Gottesdienst auf die Beine gestellt, der bewies, dass Kirche und Motorradfahren keine Gegensätze sind.

Der Landesbischof fährt selbst seit 36 Jahren Motorrad, kommt heute aber viel zu selten dazu, sich mal auf die Maschine zu schwingen. Wenn er nach einem Gottesdienst am Sonntag jedoch die Zeit dazu findet, hat er es für eine Ausflugsfahrt in den Deister zum Glück nicht weit. „Beim Motorradfahren schalte ich mit allen Dingen ab, die mich sonst beschäftigen“, sagte Meister.

In seiner Predigt widmete sich der leidenschaftliche Kinogänger dem wohl berühmtesten Bibelzitat: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ und legte es mithilfe des Streifens „Gran Torino“ von und mit Clint Eastwood aus. In ihm wird die Frage: „Wer ist dein Nächster?“, aktuell. „Sind die Menschen, die aus der Not zu uns kommen, unsere Nächsten?“

Der mürrische Protagonist des Films Kowalski lernt die Antwort auf die Frage kennen: Meinen Nächsten kann ich mir nicht aussuchen, sondern es ist der, der zu mir kommt und von Gott gesandt ist.

Nach der Predigt erbaten Pastor Gerald Petzold und Prädikant Holger Kipp Gottes Segen für die Motorradfahrer. Sie hofften auf schützendes Eingreifen und Trost für Angehörige von Verunglückten. Zum Gedenken an letztere hielt die Gemeinde eine Schweigeminute ab. Der Kirchenchor begleitete den Gottesdienst musikalisch.

„Es war klasse. Mit Clint Eastwood hätte ich nicht gerechnet, aber die Predigt hat mich sofort angesprochen“, resümierte Petzold.

„Der Gottesdienst war abwechslungsreich mit einer kurzweiligen Predigt und Liedern zum Mitsingen“, lobte Bikerin Anja Kröger aus Neustadt. Auch das Angebot nach der Kirche sei toll organisiert. Mit Kaffee, Kuchen und Bratwurst, die die Konfirmanden und die Autobahnraststätte Garbsen verkauften, wurde auch für das leibliche Wohl der Motorradfahrer gesorgt.

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Von Laura Fienemann

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