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Landwirte sehen ihre Existenz bedroht

Seelze Landwirte sehen ihre Existenz bedroht

Erhebliche Flächenverluste und eine massive Erschwerung der Bewirtschaftung wären die Folgen des Trassenbaus und des Ausbaus der B 65 für die Landwirte der Region. Bei einem Treffen in Döteberg machten sie ihre persönliche Betroffenheit deutlich: Sie fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz.

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Fred Arkenberg (von links) aus Kolenfeld, Joachim Hasberger vom Landvolkkreisverband, Dietrich Jaeschke aus Holtensen, Hans-Heinrich Edeler aus Döteberg und Stephan Löhr aus Letter vor Feldern in Döteberg, die vom Bau der Bahntrasse bedroht sind.

Quelle: Rebecca Hürter

Döteberg. Der Landvolkkreisverband Hannover lud Landwirte aus der Region zu dem Treffen in Döteberg ein. Dietrich Jaeschke aus Holtensen, Hans-Heinrich Edeler aus Döteberg, Stephan Löhr aus Letter und Fred Arkenberg aus Kolenfeld zeigten sich fassungslos über den geplanten Ausbau der Bahnlinie zwischen Bielefeld und Hannover: Für eine acht Minuten kürzere Fahrzeit müsste ihnen zufolge nach dem Trassenbau alles neu geordnet werden.

Nach Angaben des stellvertretenden Geschäftsführers des Landvolkkreisverbandes, Joachim Hasberger, gehören die Böden in der betroffenen Region zu den ertragreichsten in ganz Deutschland. Durch beide Bauvorhaben würden zahlreiche landwirtschaftliche Flächen verlorengehen und es käme zu einer Zerschneidung des Landschaftsraumes.

"Unsere Produktionsgrundlage geht verloren", sagt Jaeschke. Acht von 19 Flurstücken seines Ackerbaubetriebes in Holtensen würden schätzungsweise durch den Trassenbau zerschnitten werden. Ein großer Teil seines Eigentums würde ihm somit genommen, Felder würden verkleinert und verlören ihre Form. Dadurch würde die Bewirtschaftung erheblich erschwert und Straßen müssten neu geplant werden. Auch Edeler weist darauf hin, dass ein Drittel seiner Fläche durch den Bau der Trasse bedroht ist. Die Möglichkeit, seinen Betrieb an seinen Sohn weiterzugeben, könnte ihm durch den Verlust genommen werden.

Die Landwirtschaftsbetriebe in der Region sind bereits durch den Ausbau von Wohn- und Gewerbegebieten stark betroffen. Der Trassenbau und der Ausbau der B 65 werden deshalb nicht widerstandslos hingenommen. Neben einer öffentlichen Stellungnahme des Landvolkkreisverbands wehren sich auch die einzelnen Landwirte aktiv gegen den Trassenbau. Jeder schreibt eine Stellungnahme und versucht, auch andere Bürger dazu zu motivieren. Jaeschke engagiert sich in der Bürgerinitiative Groß Munzel/Holtensen. Diese gibt zwei Möglichkeiten bekannt, um eine Stellungnahme einzureichen: Online unter www.bmvi.de oder per Post an Bundesministerium für Verkehr & digitale Infrastruktur, Referat G12, Invalidenstr. 44, 10115 Berlin, Stichwort "BVWP 2030". Zudem lädt sie zu einer Bürgerversammlung für Freitag, 18 Uhr, in das Dorfgemeinschaftshaus Ostermunzel, Dedenser Straße 4, ein.

Von Rebecca Hürter

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