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Lebenshilfe feiert 50-jähriges Bestehen

Seelze Lebenshilfe feiert 50-jähriges Bestehen

Mehr als 500 Menschen mit Behinderung sind in der Werkstätte der Lebenshilfe Seelze beschäftigt. Was im Jahr 1966 von dem Wunstorfer Pastor Ernst Schwartz gemeinsam mit Lieselotte und Herbert Burger als Anlaufstelle für Eltern von Kindern mit geistiger Behinderung gegründet wurde, ist längst zur Institution geworden.

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Die Lebenshilfe freut sich über das Geschenk der Stadt: Einen Apfeldornbaum.

Quelle: Remmer

Seelze. Am heutigen Donnerstag jährt sich der Gründungstag der Lebenshilfe Seelze zum
50. Mal. 1966 war Pastor Schwartz die treibende Kraft als es darum ging, Fachleute wie Ärzte und Lehrer, aber auch betroffene Eltern und Freunde zusammenzubringen und den Verein Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind zu gründen – damals als Kreisvereinigung Neustadt am Rübenberge. Seine Erfahrung: Eltern geistig behinderter Kinder benötigen besondere Unterstützung. Im Alltag fühlen sie sich oft ausgegrenzt und stigmatisiert, müssen Getuschel ertragen und gegen Vorurteile ankämpfen.

Noch ist es nicht lange her, als Menschen mit Behinderung möglichst abgesondert in speziellen Heimen untergebracht waren. Integration oder gar Inklusion waren Begriffe, die im Zusammenhang mit behinderten Menschen nicht fielen. Auch spezielle Fördereinrichtungen oder Bildungsangebote gab es nicht. Pastor Schwartz beobachtet 1966 die Situation in seiner Gemeinde mit großer Sorge und kämpft als Vorsitzender der jüngst gegründeten Lebenshilfe darum, den Verein bekannt zu machen, wirbt um Spenden und neue Mitglieder.

Im Sommer 1968 schließen sich Liselotte und Herbert Burger der Lebenshilfe an. Sie kennen die Situation betroffener Eltern aus eigener Erfahrung, haben selbst einen Sohn mit geistiger Behinderung. In den Siebzigerjahren wird die Lebenshilfe immer mehr zum Lebensinhalt der beiden. 1971 übernimmt Burger den Vorsitz des Vereins, 1974 wird er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes Niedersachsen gewählt. Drei Jahre später übernimmt er den Vorsitz.

Doch es sollten noch einige Jahre ins Land ziehen, bis sich die Lebenshilfe an ihrem heutigen Standort im Seelzer Gewerbegebiet Vor den Specken ansiedelt. 1978 unterzeichnet der Verein den Kaufvertrag für das Grundstück, sechs Jahre später wird das Werk 1 mit rund 200 Arbeits- und Ausbildungsplätzen offiziell in Betrieb genommen. In Seelze ist der örtliche Hauptsitz geblieben.

Ein Geburtstagsjahr mit vielen Facetten

Was für ein Spektakel: 150 Akteure, mit und ohne Behinderung, stehen gemeinsam in den phantasievollsten Kostümen auf der Bühne vor dem Alten Krug. Mit dem integrativen Projekt "LebensZeit 2016" hat die Lebenshilfe sich selbst das schönste Geschenk zum Geburtstag gemacht.

"Gemeinsame Grenzen bewegen", so lautete das Motto des Musik- und Tanztheaters "LebensZeit", das im Juni seine Uraufführung erlebt hat. Nie zuvor war die Lebenshilfe so präsent im Zentrum der Obentautstadt, und das war auch einer der Gründe, warum die Einrichtung sich diese prägnanten und zentralen Ort als Aufführungsstätte ausgesucht hatte. Gelebte Integration und Inklusion statt still im Abseits.

Und das Projekt ist ein voller Erfolg geworden. Dreimal ausverkaufte Vorstellungen, tosender Applaus, Jubelrufe aus dem Publikum und Rosen auf der Bühne als Dankeschön: Mehr geht nicht. Das harmonische Zusammenspiel der Akteure, die Musik - live gespielt und gesungen von NDR-Ensemble Oktoplus und der Lebenshilfe Band Lewis hat das Stück die Herzen der Zuschauer erobert.

Unterstützung bei der Umsetzung von LebensZeit hat die Lebenshilfe von der Kulturinstitution Opus-Einhundert bekommen, die zudem bereits bei der Umsetzung von "Klangkörper" und "Auszeit" mit dabei gewesen ist. Eine finanzielle Spritze in Höhe von 223 603 Euro zur Umsetzung von "LebensZeit" gab es zudem von der Aktion Mensch.

Weitere Projekte im Jubiläumsjahr der Lebenshilfe waren unter anderem "Lebensttile" eine Ausstellung zu Mode, Musik und mehr von 1966 bis heute in der Wohnstätte in Wunstorf, "LebensFreude", ein Mitarbeiter- und Familienfest auf der Hofanlage in Holtensen und "LebensPunkt" ,ein Fußballturnier in der Turnhalle des Georg-Büchner-Gymnasiums in Letter. Pünktlich zum Geburtstag am Donnerstag steht die Eröffnung des Hofladens- und Café "LebensArt" im Torhaus in Holtensen auf dem Programm. 

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