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Blutet Letter aus? - das sagen die Einwohner

Seelze Blutet Letter aus? - das sagen die Einwohner

Das Alte Rathaus in Letter soll verkauft werden und das Heimatmuseum wird sein Gebäude in der Straße Im Sande aufgeben. Das ist beschlossene Sache. Viele Letteraner fürchten nun, dass ihr Stadtteil ausblutet und sind enttäuscht. Andere haben Verständnis für die wirtschaftlichen Gründe.

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Der Verkauf des Alten Rathaus ist beschlossene Sache.

Quelle: Benjamin Behrens

Letter. Johann Bieber genießt zusammen mit seinem Enkel Leon die Frühlingssonnenstrahlen. Ihr Spaziergang hat die beiden zum Alten Rathaus geführt. Im Palettengarten des Projekts "Essbare Stadt" grünt es, der Rasen auf dem Vorplatz gedeiht. "Wir sind seit 20 Jahren hier", sagt der Letteraner. Die Entscheidung aus Politk und Verwaltung, das Alte Rathaus aufzugeben kann er nachvollziehen. "Es muss wirtschaftlich und rentabel sein", sagt Bieber. Nur nachbessern, um das historische Gebäude notdürftig am Leben zu halten - für den 66-Jährigen keine Lösung. "Das ist nicht Sinn der Sache."

Andere Einwohner sind weitaus weniger besonnen, was die Zukunft ihres Stadtteils angeht. "Das finde ich unmöglich, dass alles nach Seelze verlegt wird", ärgert sich Helma Döding. "Wir werden so richtig in die Ecke gedrängt", sagt die 76-Jährige über die Situation der Einwohner, die sich jetzt noch weiter nach Seelze orientieren müssten.

Besucher des Heimatmuseums Seelze, bislang ansässig in Letter, müssen sich ebenfalls neu orientieren. Das Fachwerkhaus an der Straße Im Sande bietet dem Museum nur begrenzt Platz, und hat vor allem keine eigenen Lagerräume. Vorgesehen ist die Nutzung des derzeit leerstehenden Alten Kruges in Seelzes Stadtzentrum. "Einen Zeitplan gibt es noch nicht", sagt Knut Werner. Man gehe davon aus, dass Anfang nächsten Jahres die Mietverträge zustande kämen, sagt der Vorsitzende des Museumsvereins. Im Moment arbeitet der Museumsverein an einem Konzept für den Umzug und sucht nach Sponsoren.

In Letter sieht man den Umzug mit gemischten Gefühlen. "Ich wohne schräg gegenüber und finde es toll, dass es in diesem Haus ist", sagt Monika Paul. Sie könne die Platznöte verstehen, begeistert sei sie dennoch nicht. "Dann gibt es auch nicht mehr das Straßenfest", sagt Paul besorgt. Knut Werner gibt Entwarnung. "Den Museumstag wird es natürlich weiter geben", bekräftigt der Vereinsvorsitzende.

Eine Mischung aus Verständnis und Sorge um ihren Stadtteil und das Alte Rathaus beschäftigt Gisela Vonhoff und ihren Mann Wolfgang. "Das finden wir überhaupt nicht gut, es ist ja ein Wahrzeichen", sagt die 78-Jährige. "Wir bluten hier kulturell aus", kritisiert Wolfgang Vonhoff. "Ich finde es unmöglich. Wir Letteraner sind damit aufgewachsen. Der Stadtteil wird ausverkauft", sagt Doris Dangers.

Auf Grundstück des Alten Rathauses soll etwas Neues entstehen: Mit Ausverkauf haben aus die Pläne aus Sicht der Politik nichts zu tun, wirtschaftliche Gründe gibt es trotzdem. "Wir müssen mit unseren Finanzen so haushalten, dass es für alle passt", sagt Jens Willms, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. "Viele Letteraner verbinden sehr viel Heimat damit", sagt der Politiker, der auch im Ortsrat Letter sitzt. Aus Sicht der CDU gelte die klare Linie, dass am Standort etwas Neues entstehen soll. Willms wünscht sich gehobenen Wohnraum und Geschäftsräume und spricht vom "Schmuckstück von Letter". Konkrete Pläne gibt es noch nicht. "Aus Richtung der Stadtverwaltung kam die Aussage, es gäbe mehrere Interessenten", sagt Willms.

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Von Benjamin Behrens

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