Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
CDU sieht Lohnde durch Bahntrasse belastet

Seelze CDU sieht Lohnde durch Bahntrasse belastet

Lohndes CDU-Chef Jörg Mahnke hält nichts von dem Motto "Ausbau vor Neubau in Sachen Bahntrasse. Mahnke kritisiert, dass die Stadt die Probleme durch die Bahntrasse auf Lohnde und Gümmer verlagern wolle. Unterdessen betont die SPD-Ratsfraktion, dass die Stadt nicht weiter belastet werden dürfe.

Voriger Artikel
Festival der Shanty-Chöre auf großer Bühne
Nächster Artikel
Piratenlandschaft soll Spielplatz aufwerten

Ein möglicher Ausbau der vorhandenen Bahntrasse beunruhigt viele Menschen in Lohnde (unser Bild) und Gümmer.

Quelle: Thomas Tschörner

Lohnde. Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist eine durch das südliche Seelze verlaufende neue zweigleisige Bahntrasse aufgeführt, mit der die vorhandenen Gleise entlastet und die Strecke Hannover-Minden verbessert werden soll. Die neuen Gleise würden in Letter abzweigen, nördlich von Harenberg und Döteberg durch das Gebiet Seelze-Süd und weiter zwischen Almhorst und Almhorster Wald in Richtung Barsinghausen verlaufen. Der Rat der Stadt lehnt diese Trasse ab. Auch die beiden Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD) sind gegen das Projekt und favorisieren stattdessen einen Ausbau. Einen Ausbau der bestehenden Bahnlinie hatte der Rat im vergangenen Jahr auch in seiner Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm gefordert und dabei bereits einen trassenfernen Ausbau abgelehnt.

Genau diese Haltung empört Lohndes CDU-Vorsitzenden Jörg Mahnke. "Es geht nicht an, dass nun Lohnde parteiübergreifend als leidtragender Ort ausgemacht wird und auf diese Weise bei der Bahntrassen-Diskussion den schwarzen Peter zugeschoben bekommt." Dies wäre dann nach dem Abfallbetrieb das zweite gesundheitsgefährdende und umweltbelastende Projekt, mit dem die Lohnder Bürger konfrontiert werden." In einem Telefonat mit Flachsbarth habe er deutlich gemacht, dass die CDU Lohnde diese Stellungnahme nicht widerspruchslos hinnehmen werde, berichtet Mahnke. Flachsbarth habe darauf verwiesen, dass die Diskussion erst am Anfang stünde. Für sie habe ein Trassenverlauf über Kassel größte Priorität. Sollte dies aber nicht möglich sein, dann stünde als nächstes der Ausbau der bestehenden Trasse an. Allerdings sei dann maximaler Lärmschutz für die Anwohner unabdingbare Voraussetzung.

Mahnke sieht Lohnde und Gümmer vom Rat im Stich gelassen - trotz der Beteuerungen in der jüngsten Ratssitzung, die Interessen aller Seelzer zu berücksichtigen. Wäre es anders, müsste der Rat seinen Beschluss über den Trassenausbau der bestehenden Bahnstrecke in Lohnde, Gümmer und Dedensen aufheben. "Jede andere Diskussion wäre scheinheilig", sagt Mahnke.

SPD-Ratsfraktion fordert "ganzheitliche Betrachtung": Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Seelze sieht die bisherige Diskussion kritisch, besonders die Aussagen von Bürgermeister Detlef Schallhorn und "der ihm eng verbundenen CDU" sowie die gleichlautende Bekundung ihres Abgeordneten Matthias Miersch. Schallhorn und die CDU spielten die Stadtteile "unverantwortlich gegeneinander" aus. Die SPD vermisse den Blick auf die in Seelze vorherrschende Gesamtproblematik", teilen Fraktionschef Alexander Masthoff und die bau- und umweltpolitische Sprecherin Susanne Richter mit. "Die Belastungsgrenze an Lärm ist in Seelze längst an vielen Stellen überschritten", sagt Masthoff. Deshalb sprächen sich die Sozialdemokraten nicht nur gegen den Neubau der südlichen Trasse aus, sondern auch gegen den trassennahen Ausbau.

Von Thomas Tschörner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sl4tkiqsl1lqcnfizj
Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe

Fotostrecke Seelze: Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe