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Luther-Trilogie geht in die zweite Runde

Seelze Luther-Trilogie geht in die zweite Runde

Deutsche Kirchengeschichte statt amerikanischer Gruselspaß mit Namen Halloween: Die Kirchengemeinde St. Barbara in Harenberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Reformationstag wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. Am Montag, 31. Oktober, geht die im vergangenen Jahr begonnene Martin-Luther-Trilogie in die zweite Runde.

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Die Luther-Trilogie geht in die zweite Runde.

Quelle: privat

Harenberg. Wer kam nur auf die Idee, Lutherbilder in Bronze zu gießen? Was dächte Luther wohl, wenn er einem dieser Kolosse gegenüber stünde? Diese Fragen hat sich die freie Theatergruppe "theaterkompanie leipzig" gestellt. Als Antwort dabei herausgekommen ist ein Lutherstück, das das Ensemble als zweiten Teil der Luther-Triologie am Reformationstag in der St. Barbarakirche aufführen will. "Kleines Spektakel um Martin Luther – Wir sind alle Gelächter, Fabel- und Fastnachtspiel", so lautet der Titel des Versuchs des guten lutherischen Umgangs mit der Lutherbiographie.
Die Zuschauer erwartet an diesem Abend ein Zwei-Personen-Stück, denen es gelingt, eine zauberhafte Theateratmosphäre in der Kirche zu schaffen. Sie erzählen eindrucksvolle Geschichten, humorvoll und lebendig, die zum Denken anregen und den Menschen als handelndes Wesen in den Mittelpunkt stellen. Die Inszenierung lebt von der Wandlunsgfähigkeit zweier Schauspieler, die während der Spieldauer in mehr als 40 verschiedene Rollen schlüpfen. Sparsame Requisiten, überraschende Einfälle und ein rascher Szenenwechsel sorgen für eine erstaunliche Dichte.
Mit ihrer Idee, den Reformationstag wieder mehr in den Vordergrund zu bringen, ist die Kirchengemeinde in Harenberg ein echter Vorreiter. Offiziell wird die evangelische Kirche erst 2017 zum 500. Jahrestag des Anschlags der 95 Thesen den Reformator groß feiern. "Wir wollen Luther in verschiedenen Facetten darstellen", sagte Knut Werner vom Kirchenvorstand der Barbaragemeinde. Zudem sei erklärtes Ziel, wieder mehr Menschen in die irche zu bekommen. Auch jüngere Gemeindemitglieder sollen sich angesprochen fühlen.
Bei der Premiere im vergangenen Jahr ging es in dem Theaterstück "Mein lieber Herr Katharina" um Luthers Rolle als Ehemann, amüsant dargestellt von Annette Seibt (Erfurt) und Rainer Gabriel (Berlin). Im kommenden Jahr endet die Trilogie dann mit den Poetry-Slammern und Autoren Dominik Bartels und Kersten Flenter die sich damit beschäftigen, welche Thesen Luther wohl heute aufstellen würde. Beide haben sich bisher nicht näher mit dem Reformator beschäftigt. Ihr Programm mit Namen "Thesen,Töne" ist lustig und nachdenklich zugleich. Luthers Lieder trägt dabei der in Harenberg bestens bekannte Bariton Dietmar Sander vor.

Thesen sorgen für Spaltung: Martin Luther (1483 bis 1546) gilt als Begründer der evangelisch-lutherischen Kirche. Der Augustiner Mönch und Theologieprofessor war unzufrieden mit der seinerzeit praktizierten Form des Katholizismus. Vor allem der übliche Ablasshandel, bei dem sich Gläubige gegen Geld von ihren Sünden freikaufen konnten, war ihm zuwider. Luther stellte den Gnadenaspekt Gottes und Jesus Christus stärker in den Fokus und übersetzte die bis daher nur auf Latein erschienene Bibel ins Deutsche. Am 31. Oktober schließlich nagelte Luther seine 95 Thesen zur Reformation der Kirche an die Wand der Schlosskirche zu Wittenberg und es kam letztlich bis zur heute andauernden Spaltung der evangelischen und katholischen Kirche. 

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