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Geschichten von Schifffahrt und Chemiefabrik

Seelze Geschichten von Schifffahrt und Chemiefabrik

Einen literarischen Spaziergang an den beiden sogenannten Flutbrücken des Mittellandkanals über das Leinetal haben Interessierte am Sonntagnachmittag unternommen. Marie Dettmer präsentierte dabei Lyrik und Prosa von der Antike bis zur Gegenwart. Eingeladen hatte zu der Aktion die Gartenregion.

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Lyrik und Prosa passend zur Landschaft präsentiert Marie Dettmer (rechts im Hintergrund).

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Der Kontrast ist da: Auf der einen Seite die idyllisch wirkende Leine, direkt daneben die Flutbrücke als eisernes Monument der Ingenieurskunst. Mit der Brücke wird der Mittellandkanal über die Leine und mit einer weiter östlich liegenden weiteren Trogbrücke über das Leinetal geführt. Der Kanal selbst ist nicht nur eine Wasserstraße, sondern auch ein Naherholungsgebiet für Jogger, Radfahrer und Spaziergänger. Genau dieses Szenario macht den Reiz von "Lyrik am Wasserkreuz" aus.

"Es gibt immer Bezüge zur Landschaft", versprach die literarische Komponistin Marie Dettmer. Der römische Dichter Horaz war ebenso dabei wie der chinesische Weise Laotse oder der deutsche Schriftsteller Herbert Rosendorfer. "Die Natur weicht der Hacke, aber sie kehrt zurück", zitierte Dettmer Horaz.Laotse hatte sich mit der Kraft des Wassers auseinander gesetzt, die das Harte besiege. Dies wisse zwar jedermann, doch niemand sei in der Lage, auch danach zu handeln.

Dettmer berichtete von der Leine als Schifffahrtsweg, der lange Jahre für Transporte genutzt wurde. Heute ist der Fluss im Bereich der Stadt Seelze nur noch für nicht motorisierte Sportboote geeignet. Bei ihrer Tour erinnerte Dettmer auch an die Geschichte des Mittellandkanals, der mitten im Ersten Weltkrieg fertigstellt wurde. Davon profitierte auch das damals bereits vorhandene Chemiewerk Riedel de Haen (heute Honeywell), das neben einem Gleisanschluss auch eine direkte Anbindung an den Kanal erhielt. Schon damals habe ein Schwerpunkt auf der Produktion von Flusssäure gelegen, die sehr aggressiv sei. Gleichzeitig sei die Bebauung immer näher gerückt. Dabei habe es auch Konflikte gegeben, das Werk habe auch Entschädigungszahlungen für Schäden der Seelzer leisten müssen. Herbert Rosendorfer ließ seinen Mandarin, der durch Zufall in die deutsche Zukunft verschlagen wird, über den dort sehr hoch eingeschätzten Fortschritt sinnieren. Ein Schritt fort von dem Kreislauf des Lebens.

Der Nachmittag zeigt, dass das Wasserkreuz eine perfekte Kulisse für viele Geschichten ist.

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Von Thomas Tschörner

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