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Helfen, wo Hilfe schnell und direkt ankommt

Seelze Helfen, wo Hilfe schnell und direkt ankommt

Postbeamtin, Handballtrainerin, Büro, Elektrofachhandel und Betreiberin eines Secondhandgeschäfts: Es gibt kaum etwas, das Marion Straschewski in ihrem Leben noch nicht ausprobiert hat. Seit sieben Jahren ist sie in Seelze vor allem als das Gesicht des Brotkorbs bekannt, den sie 2010 gegründet hat.

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In ihrem Arbeitszimmer im Brotkorb verbringt Marion Straschewski viele Stunden.

Quelle: Remmer

Seelze. Über die Frage, was sie sich wünscht, muss Marion Straschewski nicht lange nachdenken. "Mehr Zeit für meine Enkelkinder", sagt die Vorsitzende und Gründerin des Seelzer Brotkorbs. Doch solange sie sich noch so aktiv und intensiv um die soziale Einrichtung kümmert, ist es manchmal eine regelrechte Zerreißprobe, alles unter Dach und Fach zu bekommen.

Bis zu 60 Wochenstunden ehrenamtliche Arbeit investiert die Letteranerin in den Seelzer Brotkorb. Sponsoren suchen, Personal einteilen, Büroarbeit - da kommt einiges zusammen. "Ich sehe mich als kleine Firma", sagt Marion Straschewski. Mehr als 100 Mitarbeiter sind beim Brotkorb angemeldet, 63 davon sind regelmäßig aktiv und müssen entsprechend eingeteilt werden. Manchmal hilft die Vorsitzende des Brotkorbs auch noch selbst bei der Lebensmittelausgabe mit, einfach so aus Spaß. "Es ist schön zu helfen, ohne lange zu reden. Unsere Hilfe kommt direkt an, mit so wenig Bürokratie wie möglich", erzählt Straschewski. Doch leider seien nicht alle Erlebnisse mit den Brotkorb-Kunden positiv. Es gäbe eben auch unfreundliche, fordernde, zum Teil sogar undankbare und unverschämte unter ihnen, die sich insbesondere von den Frauen bei der Lebensmittelausgabe nichts sagen lassen wollten. Dieses Verhalten sei zwar selten, färbe aber leider ab.

Vom Weitermachen hält die 59-Jährige das aber nicht ab. Auch hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben, große Lebensmittelmärkte wie Lidl und Aldi als Sponsoren zu gewinnen. "Das Problem ist, das die einen Vertrag mit den Tafeln haben und uns deswegen nichts spenden können", berichtet Straschewski. Anderthalb Jahre lang hatte sie seinerzeit dafür gekämpft, zum Verbund der Tafeln aufgenommen zu werden. Doch mit der Begründung, mit der Nähe zu Wunstorf sei die erforderliche 25 Kilometer Distanz nicht eingehalten, ist die Tafel diesem Wunsch nicht nachgekommen. Aus diesem Grund sei letztendlich auch der Name Seelzer Brotkorb entstanden. "Wir haben nach einem Namen gesucht, der einen Bezug zur Stadt und zu Lebensmitteln hat", erinnert sie sich an die Namensfindung.

Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit beim Brotkorb und der Kleiderkammer ist Marion Straschewski ihrem ursprünglichen Berufswunsch ein Stück näher gekommen. "Ich wollte Sozialpädagogin werden", verrät sie. Doch weil sie nach der mittleren Reife dafür noch zu jung war, startete sie ihre berufliche Karriere beim Postscheckamt. Nach fünf Jahren absolvierte sie dort erfolgreich ihre Beamtenprüfung. Nachdem 1981 ihre Tochter geboren wurde, war sie in unterschiedlichen Bereichen tätig. Unter anderem leitete sie mehrere Jahre ein Secondhandgeschäft für Kinderbekleidung in Letter. Auch erste Kontakte zum Ehrenamt knüpfte sie während dieser Zeit. Bei der SG Letter 05 war sie 14 Jahre lang als Übungsleiterin für Handball und als Jugendwartin aktiv. Im Januar wurde sie von Regionspräsident Hauke Jagau für ihre langjährigen Verdienste im Ehrenamt geehrt.

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