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Stephan Weil besucht Werk 4 der Lebenshilfe

Seelze Stephan Weil besucht Werk 4 der Lebenshilfe

Ministerpräsident Stephan Weil und der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch haben am Dienstag mit der Regionsabgeordneten Ulrike Thiele und Ratsherr Heinrich Aller das neue Werk 4 besucht - rund einen Monat vor der offiziellen Eröffnung.

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Im Werk 4 der Lebenshilfe: Ulrike Thiele (von links), Stephan Weil, Gaby Bauch, Matthias Miersch und Jens Günzler.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Das Bundesteilhabegesetz wird in der Lebenshilfe Seelze mit nicht allzu großer Begeisterung gesehen. "Das Gesetz suggeriert letztlich, dass alle behinderten Menschen in den ersten Arbeitsmark integriert werden können und keine Werkstätten mehr gebraucht werden – das ist weltfremd", sagt Herbert Burger, der Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Seelze, bei dem Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil und des SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch. Dies wird bei einem Rundgang durch das nahezu fertige Werk 4 (siehe Text unten) deutlich.
Zwar habe die Lebenshilfe durchaus erfolgreich ausgebildet, sagt der Werkstattleiter Jens Künzler. So arbeite eine Gruppe bei Conti und habe lange Zeit auch die normale Firmenkleidung getragen, bis dies der Conti-Betriebsrat untersagt habe. Die Bandbreite sei aber groß, es gebe eben auch Menschen mit Schwerstbehinderungen und höherem Förderbedarf. Der Ministerpräsident erfährt von Gruppenleiter Dieter Tenge, dass es für einige schon wichtig ist, überhaupt eine geregelte Tagesstruktur zu zu bewältigen und sich auf die Teilnahme am Arbeitsprozess vorzubereiten.
"Die Zahl der Menschen mit schweren Behinderungen, seelischen und psychischen Erkrankungen sowie Verhaltensauffälligkeiten steigt", sagt Lebenshilfe-Vorstand Gaby Bauch. Derzeit biete der Verein etwa 60 Menschen spezielle Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben. "Wir bekommen viele Anfragen, die wir bisher leider nicht erfüllen konnten." mit dem Neubau kommen nun 30 Plätze dazu.
Mit insgesamt rund 1000 Plätzen und 340 Mitarbeitern in Seelze, Wunstorf und Holtensen ist die Lebenshilfe in der Obentrautstadt einer der größten Arbeitgeber. In Werk 4 ist jetzt der Berufsbildungsbereich Holz eingezogen, ebenso Metall und und Hauswirtschaft, erklärt Bauch. Ein Wechsel ist durchaus möglich. Ein junger Mann erklärt Weil, dass er die Arbeit mit Holz nicht so spannend findet und deshalb lieber in der Küche tätig sein möchte. "Das ist abwechslungsreicher." Der Mindestlohn sei für die Lebenshilfe kein Thema, erklärt Burger. Würden aber alle Förderungen wie Wohnunterstützung zusammengerechnet, stünden die Schützlinge der Lebenshilfe nicht unbedingt schlechter als andere Arbeitnehmer da. "Das Geld kommt nur das unterschiedlichen Töpfen und steht nicht in einer Summe zur Verfügung." Andererseits wären manche sicher überfordert, wenn sie alles selbst organisieren müssten.
Die Lebenshilfe Seelze habe immer ordentlich gewirtschaftet und viele Projekte aus eigener Kraft gestemmt, sagt Burger. So sei sie bei Bauvorhaben von Kürzungen verschont geblieben. Teuer sei es dennnoch, weil die gesetzlichen Vorgaben etwa in Sachen Energie und Brandschutz berücksichtigt werden müssen. „Unsere Küche ist EU-zertifiziert“, sagt Bauch.

Werk 4 steht kurz vor dem Abschluss: Kurz vor dem Abschluss steht das Werk 4 der Lebenshilfe in Seelze. Das Projekt ist eines der größten Bauvorhaben in der 51-jährigen Geschichte der Einrichtung und bietet auf rund 4000 Quadratmetern etwa 180 Arbeitsplätze. In den Neubau investiert die Lebenshilfe rund zehn Millionen Euro. Die offizielle Eröffnung ist für den 19. Mai mit einem Tag der offenen Tür vorgesehen. Die Schwerpunkte von Werk 4 sind der Berufsbildungs- sowie Förder- und Betreuungsbereich für Menschen mit Schwerstbehinderungen, psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten. Die als Verein organisierte Lebenshilfe will in dem Komplex zudem ein Bistro und einen Werkstattladen eröffnen, in dem Eigenprodukte verkauft werden. Bereits seit März ist die in den neuen Komplex umgezogene Küche in Betrieb, die mit 30 Mitarbeiter unter der Leitung von Küchenchef Dirk Kahre täglich bis zu 2000 Essen zubereiten kann. Zu den externen Kunden gehören unter anderem Schulen, Kindergärten und Unternehmen in der Region.

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Fotostrecke Seelze: Stephan Weil besucht Werk 4 der Lebenshilfe

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Von Thomas Tschörner

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