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Ortsfeuerwehr hat jeden Tag 2,5 Termine

Seelze Ortsfeuerwehr hat jeden Tag 2,5 Termine

Tag für Tag bewältigt Seelzes Ortsfeuerwehr im Schnitt 2,5 Termine. Im Jahr 2015 haben die Feuerwehrleute 23849 Stunden ehrenamtlich geleistet. Diese Bilanz hat Ortsbrandmeister Alfred Blume bei der Jahresversammlung am Sonnabend gezogen, der im Anschluss mit einer großen Feier verabschiedet wurde.

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Alfred Blume trägt seinen letzten Jahresbericht als Ortsbrandmeister vor.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Genau 906 Einträge weist das Dienstbuch der Ortsfeuerwehr für 2015 auf, sagte Blume. "Darin wird alles verzeichnet, was aus der Wache fährt." Im Schnitt seien dies 2,5 Termine am Tag. Insgesamt leisteten die Feuerwehrleute 23849 Stunden. Größter Brocken sind mit 6800 Stunden die Kinder- und die Jugenfeuerwehr, gefolgt von 5389 Stunden "Einsatzaufkommen". Für die Ausbildungsarbeit wurden 2300 Stunden registriert, die Renovierung der Feuerwehrwache schlug mit 1250 Stunden zu Buche.

Zu Einsätzen wurde die Ortsfeuerwehr 258-mal angefordert. Brände und Brandwachen sind dabei mit 53 der geringste Anteil, 86-mal ging es um Hilfeleistungen etwa mit dem Messwagen und 121 Einsätze wurden unter "Sonstige" verbucht. "Das Anspruchsdenken hat sich geändert, die Feuerwehr ist ein gefragter Partner", sagte Blume. Denn 1973 zu Beginn seiner Amtszeit wurde die Feuerwehr gerade einmal zu 31 Einsätzen gerufen. Bis Anfang der neunziger Jahre waren es jährlich weniger als 100 Einsätze.

Aktuell verfügt die Feuerwehr über 96 Aktive - 81 Männer und 15 Frauen - und hat damit ebenfalls den bislang höchsten Stand erreicht. Damit ließen sich die Aufgaben auf viele Schultern verteilen. "Mehr als 90 Prozent kommen aus der Jugendabteilung, die die Feuerwehr gerettet hat." Der Altersdurchschnitt der Aktiven liege bei 31 Jahren.

Die Jugendfeuerwehr verzeichne derzeit einen leichten Abwärtstrend, sagte der für Kinder- und Jugendarbeit zuständige Dennis Blume. Während es 2005 noch rund 40 Jugendliche waren, so hatte die Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr 26 Mitglieder, darunter acht Mädchen. Allerdings sorgt die 2015 gegründete Kinderfeuerwehr, der Ende des Jahres 29 Jungen und Mädchen angehörten, wieder für ein Anwachsen, berichtete Calvin Kleine. Fünf Kinder seien bereits in die Jugendfeuerwehr gewechselt.

Während der Versammlung beförderte Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek Carsten Strowig zum Oberbrandmeister und Dennis Blume zum Brandmeister. Geehrt wurden Carsten Nordsieck (40 Jahre) und Norbert Steinmeyer (50 Jahre) sowie Günther Bußmann (50 Jahre). Blume übergab dann symbolisch den Schlüssel für die Feuerwache an seinen Nachfolger Carsten Strowig.

Der zweite stellvertretende Bürgermeister Heinrich Oelfke betonte in seinem Grußwort, dass die Stadt bei allen Sparbemühungen stets die Feuerwehren ausgenommen habe. Auf die Sicherheit habe die Stadt nicht verzichten wollen. Und so sei im vergangenen Jahr auch eine neue Drehleiter trotz finanzieller Nöte angeschafft worden. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Aktiven zahle die Stadt dennoch keine Unsummen für die Feuerwehr, die jährlich 20,50 Euro pro Bürger koste.

Große Feier für Alfred Blume

Die Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr Seelze ist am Sonnabend gut besucht gewesen. So zählten zu den Gästen nicht nur der zweite stellvertretende Bürgermeister Heinrich Oelfke, Ortsbürgermeister Walter Mill, Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek und Kommissariatsleiter Thomas Wahrendorff, sondern auch Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing, Brandabschnittsleiter Eberhard Schmidt sowie zahlreiche Vertreter benachbarter Ortsfeuerwehren, des THW, DRK, Deutscher Bahn und Bundeswehr. Grund war weniger die Tagesordnung, die auf das Nötigste beschränkt wurde, als vielmehr die Verabschiedung des langjährigen Ortsbrandmeisters Alfred Blume. Es gab viel Lob, unter anderem vom HGS-Vorsitzenden Thomas Meyer, der die gute Zusammenarbeit und die Zuverlässigkeit betonte.

In einer Show wurde Jahr für Jahr abgearbeitet. Die Gäste erfuhren, dass Blumes Spitzname "Atti" schon aus seiner Kindheit stammt - einfach, weil seine Spielkameraden seinen Vornamen Alfred nicht aussprechen konnten. Blumes Vorgänger Hans Strowig, der Vater seines Nachfolgers Carsten Strowig, berichtete von der anfänglichen Skepsis der "Hippie-Löschgruppe", die aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung wechselte und wegen ihrer langen Haare auffiel. In Blumes 32-jähriger Amtszeit musste nicht nur die Drehleiter ausgewechselt werden, auch zwei Stellvertreter hörten auf. "Der dritte aber ist geblieben, und wird Dich in die Rente schieben", sagte der amtierende stellvertretende Ortsbrandmeister Michael Lorenz.

Feuerwehr-Urgestein Alfred Grages, der zuletzt Brandabschnittsleiter war, erinnerte an die Anschaffung der ersten Drehleiter, bei der gleich drei Modelle vor Ort getestet wurden und dummerweise die ausgewählte auch die teuerste war. Inklusive Umbau des Feuerwehrhauses wurde rund eine Million Mark investiert. Blume sei auch als Stadtbrandmeister im Gespräch gewesen, habe aber lieber Leiter der Schwerpunktfeuerwehr im Ortsteil Seelze bleiben wollen.

Ungefährlich war es all die Jahre nicht. Es gab Großbrände und Gefahrgutunfälle auf dem Rangierbahnhof. Zuletzt hatte 2014 eine Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Auch wenn Ortsbürgermeister Walter Mill unkte, dass Blume die Sache geplant hatte, um sich unersetzlich zu machen.

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Fotostrecke Seelze: Ortsfeuerwehr hat jeden Tag 2,5 Termine

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Von Thomas Tschörner

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