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Mittwochs ist Besuchstag

Seelze Mittwochs ist Besuchstag

Hilfe beim Einkaufen, Begleitung beim Arztbesuch oder einfach nur ein Gespräch: Die Besuchshelfer des Seniorenrats sind für viele ältere Menschen in der Stadt eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützung geworden.

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Zwischen Edith Seiler (vorn) und Jeanette Hitzmann ist schon eine Art Freundschaft entstanden.

Quelle: Remmer

Seelze. Edith Seiler freut sich. Es ist Mittwoch, und das bedeutet: Sie bekommt Besuch. Jeden Mittwoch gegen zehn Uhr erwartet die Seniorin Jeanette Hitzmann, die sich ehrenamtlich beim Besuchsdienst des Seniorenrats engagiert. Gemeinsam erledigen die beiden dann Einkäufe, gehen zum Arzt, führen lange Gespräche oder gehen ein bisschen spazieren. „Ich bin froh und glücklich darüber, dass Jeanette kommt“, sagt Seiler, und an dem vertrauten Du, das die beiden untereinander benutzen, bemerkt man schnell, dass hier ein nahezu freundschaftliches Verhältnis entstanden ist. Das Einkaufen bereite ihr vor allem große Schwierigkeiten, sie könne schlecht laufen und schlecht gucken. „Die Menschen, die ich zum Beispiel im Supermarkt anspreche und um Hilfe bitte, sind bei Weitem nicht alle freundlich“, schildert die 88-Jährige ihre Erfahrungen. „Wenn ich jemanden bitte, mir etwas vorzulesen, habe ich schon zu hören bekommen: ,Wieso, Sie haben doch eine Brille’“, berichtet Seiler. Jeanette Hitzmann sei da eine große Hilfe, auch beim Einsteigen in den Bus.

„Es war schon immer mein Traum, etwas mit älteren Menschen zu machen“, erzählt Hitzmann. Neben Edith Seiler besucht sie eine weitere ältere Dame im betreuten Wohnen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Alten Krug, zudem engagiert sich die Mutter von vier Kindern ehrenamtlich beim Seelzer Brotkorb. „Ich bin durch einen Zeitungsartikel auf den Besuchsdienst aufmerksam geworden“, berichtet Hitzmann. Da habe sie sich gemeldet und so sei der Kontakt zu den beiden alten Damen entstanden. Da ihr Mann sie zuhause unterstütze, könne sie sich die Zeit nehmen, um älteren Menschen zu helfen.

„Es ist schön, auch mal einfach nur jemanden zum Reden zu haben. Es ist hier manchmal ganz schön langweilig“, bekennt Seiler, die seit fast drei Jahren in Seelze lebt. Aufgrund ihres nachlassenden Sehvermögens könne sie nicht mehr lesen oder handarbeiten. Zuvor hatte sie mit ihrem Mann in Letter gelebt, doch bedingt durch dessen Gesundheitszustand haben sich die beiden zum Umzug ins betreute Wohnen entschieden.

Weitere Helfer dringend gesucht

Zwölf Besuchshelfer unterstützen den Seniorenrat derzeit beim Partnerbesuchsdienst. Sie kümmern sich regelmäßig ehrenamtlich um 26 Senioren. „Es sind noch zu wenig. Wir haben oft Anfragen von älteren Menschen, die Hilfe und den Besuchsdienst in Anspruch nehmen möchten. Im letzten Quartal habe ich drei Absagen erteilen müssen“, sagt Rüdiger Dreger vom Seniorenrat, der das Projekt koordiniert. Ins Leben gerufen wurde der Besuchsdienst in Zusammenarbeit mit der Verwaltung schon vor mehr als zehn Jahren. Nach längerer Ruhepause hat Dreger sich nun vorgenommen, das Angebot auszuweiten und in allen Stadtteilen bekannt zu machen. „Oftmals profitieren die Jungen von den Älteren und umgekehrt“, wirbt Dreger. Wer den Besuchsdienst verstärken will, meldet sich bei Rüdiger Dreger, Telefon (05137) 5816

Von Sandra Remmer

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