Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Moll gibt letztes Geschäft auf

Letter Moll gibt letztes Geschäft auf

Die alt eingesessene Fleischerei der Familie Moll schließt zum Jahresende ihr Stammhaus in Letter. Das Unternehmen will aber auch im neuen Jahr den Partyservice wie bisher auf dem Gelände Im Sande fortführen.

Voriger Artikel
Bläser wollen bekannter werden
Nächster Artikel
Grabmal lässt Zeit und Raum für Gedanken

Bald gibt es in der Fleischerei der Familie Moll in der Straße Im Sande keine Wurst- und Fleischwaren mehr.

Quelle: Wolfgang Rogl

Letter. Der Laden werde nicht mehr genutzt, es komme auch kein anderer Betreiber, etwa der Wurstbasar, als Nachfolger hinein, bestätigte gestern Matthias Moll auf Nachfrage. Bereits 2013 hatte sich das Unternehmen verkleinert und sich von den Filialen in Seelzes Innenstadt, Langenhagen, Ahlem und am hannoverschen Raschplatz getrennt. Damals hatte Inhaber Thomas Moll die Konkurrenz durch Supermarktketten als Grund genannt, die eine Konzentration auf das Kerngeschäft notwendig mache.

Die Supermärkte hätten Preise, denen er als Handwerker nicht machen könne. Deshalb sei die Alternative gewesen, das Filialnetz deutlich zu vergrößern und selbst als Großhändler aufzutreten oder den Betrieb auf das Kerngeschäft zu reduzieren. Moll entschied sich für die Abgabe der Filialen und kündigte einige Neuheiten im Angebot wie Bio-Produkte an. Alle vier Filialen wurden von dem Empelder Unternehmen Wurst-Basar übernommen und weitergeführt. Das an den jeweiligen Standorten vorhandene Personal wurde größtenteils übernommen.

Doch für das Traditionsunternehmen Moll, das Jahr für Jahr für seine Produkte mit DLG-Plaketten ausgezeichnet wurde, kam die Verkleinerung offenbar zu spät: Moll verlor deutlich an Kundschaft. Die Firma hatte schon vor einiger Zeit seine wöchentliche Anzeige aus einem Anzeigenblatt zurückgezogen. Eine letzte Anzeige in der jüngsten Mittwochausgabe teilte schließlich das Aus mit. Auch die Bestellliste der Kunden für das werktäglich ausgegebene Mittagessen war zuletzt sehr übersichtlich. Längst hatte sich das Gros der Kunden zum örtlichen Konkurrenten Georg Jende abgesetzt und nutzte Moll, wenn überhaupt, nur um gewisse Spezialitäten dort zu erstehen, für die die Fachleute bekannt waren und sind. „Besuchen Sie uns im Internet oder nehmen Sie unter der bekannten Telefonnummer Kontakt mit uns auf“, verabschieden sich Natalie und Thomas Moll.

Mit Käthe Moll begann 1938 der Fleischverkauf

Die Tätigkeit der ursprünglich aus Schlesien stammenden Familie Moll reicht bis 1938 zurück, als Käthe Moll eine Verkaufsstelle für Fleisch- und Wurstwaren – damals noch nicht aus eigener Produktion – in Letter eröffnete. 1948 gründeten sie und ihr Mann Hubert dann dort eine erste Fleischerei, die 1955 in das heutige Geschäft an der Straße Im Sande verlegt worden ist. 1968 etablierten sich die Molls bereits in Seelze, als sie dort die Fleischerei Otto Wehrmann übernahmen. Nach dem Tod des Gründers Hubert Moll im Jahr 1971 übernahm Leo Moll den Betrieb und sorgte für kräftigen Zuwachs. Die Produktion wurde in einen Neubau an der Uferstraße in Letter verlegt, das Netz der Filialen wurde beträchtlich ausgeweitet. 1975 eröffnete das Zweiggeschäft in Ahlem, 1982 die Produktionsstätte Uferstraße in Letter. Seit 1997 hat Thomas Moll die Betriebsleitung inne. 2000 zog das Unternehmen ins Langenhagener City-Center ein und eröffnete vier Jahre später in die City-Filiale bei Kaufland am Raschplatz eine weitere Zweigstelle. Bei vielen großen Festen vor allem in Letter ist Moll als Lieferant und mit eigenen Aktionen regelmäßig präsent gewesen.

Von Wolfgang Rogl und Thomas Tschörner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6soti47y5iw2sdm9hn8
Schon wieder: LKW bleibt an Brücke hängen

Fotostrecke Seelze: Schon wieder: LKW bleibt an Brücke hängen