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Mal nichts tun ist angenehm

Seelze Mal nichts tun ist angenehm

Viel schlafen, sich mit Freunden treffen, lesen, Filme gucken. Sara Rebekka Scholl genießt die Zeit zwischen Abitur und Ausbildungsbeginn. So leer war ihr Terminkalender noch nie. Denn die 17-Jährige aus Letter lebt und handelt nach dem Motto: Ganz oder gar nicht.

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Sara Rebekka Scholl genießt die Zeit nach dem Abitur bis zum Beginn ihrer Ausbildung zur Fotografin ab 1. August.

Quelle: Treeske Hönemann

Letter. Sara Rebekka Scholl ist seit Wochen auf Gehhilfen angewiesen. In der Theater-Arbeitsgemeinschaft des Georg-Büchner-Gymnasiums war sie mit Herz und Leidenschaft dabei und brach sich bei der Inszenierung ihres Stück den Mittelfußknochen. Sie ließ sich nicht etwa gleich ins Krankenhaus fahren, sondern probte zu Ende. Dieser Vorfall beschreibt ganz gut, wie die 17-Jährige lebt und handelt: Frei nach Motto "ganz oder gar nicht".

Viel schlafen, sich mit Freunden treffen, lesen, Filme ansehen. Der Terminkalender der Abiturientin mit dem Notendurchschnitt 1,4 ist für ihre Verhältnisse erstaunlich leer. Wer ihr zuhört fragt sich, wie sie eigentlich alles unter einen Hut bekommen hat. Mit ihrer Abiturnote ist sie zufrieden. "Aber sie hätte noch besser sein können, wenn ich mehr gelernt hätte. Doch ich hatte extrem viel um die Ohren."

Sara gehörte der Opern-Arbeitsgemeinschaft an, spielte Theater in der Schule und hat erstmals ein futuristisches Stück geschrieben, dass ihr nach eigenen Angaben ziemlich nah ist. "Grau" handelt von einer Freundschaft in einem System, in dem Menschen nur noch Nummern sind und eingesperrt leben. Es wurde für das Theaterfestival im Ballhof ausgewählt. Die Theater-AG bekam im Frühsommer einen Preis. Die Gruppe darf im nächsten Jahr für 250 Euro Kostüme anschaffen.

Bei der Abiturentlassung erhielt Scholl Bücherpreise für gute Noten und ein großes Dankeschön für ihren Einsatz um den Erhalt des Qualle-Bades in Letter. Die Stadt wollte die Schulschwimmhalle aus Kostengründen schließen. Sara sammelte Unterschriften. "Ich selbst habe in dem Bad schwimmen gelernt und ich finde wichtig, dass Kinder das lernen. In der Kristall-Therme Seelze ist dafür kein Platz."

Anerkennung erfuhr die Abiturientin bei der Feier auch für ihr Engagement als Jahrgangssprecherin. Die Aufgabe bestand vor allem im Organisieren von Spenden und Verkaufsaktionen. Auch beim Jahrbuch hat sie mitgemacht. "Dafür habe ich etwa zwei Wochen durchgearbeitet. Das waren etwa 300 Arbeitsstunden."

Sara wäre am liebsten schon mit vier Jahren in die Schule gegangen. Sie musste sich aber noch ein Jahr gedulden. Das Lernen ging ihr leicht von der Hand. Nach einem Jahr in Kanada in der zehnten Klasse benötigte sie lediglich ein bisschen Nachhilfe in Mathe, um gleich in der elften Klasse weiterzumachen. Mathe war denn auch einer ihrer Leistungskurse. "Im Grunde habe ich viel Zeit in der Schule verbracht." Dass am Ende auch noch gute Noten standen, hat die Schulleitung veranlasst, die Abiturientin für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorzuschlagen. Sara wird sich im Herbst einem Auswahlverfahren unterziehen. Sollte sie aufgenommen werden, muss sie sich in der Stiftung engagieren. Sie erhielte aber auch bei einem Studium monatlich eine finanzielle Unterstützung.

Die Letteranerin fängt am 1. August eine Ausbildung zur Fotografin in der Nordstadt von Hannover an. Einerseits fotografiert sie gern, andererseits ist sie sich noch nicht im Klaren, welchen beruflichen Weg sie am Ende wirklich einschlagen will. Ausprobieren ist ein weiteres Lebensmotto von Sara Rebekka Scholl. "Irgendetwas mit Theater machen, vielleicht Regie führen, das könnte mich reizen." Sie hätte auch gern für die Kommunalwahl kandidiert, doch sie wird erst im November volljährig. Statt dessen hat sie bei Parteien nachgefragt, ob sie sich als Bürgervertreterin in Ausschüssen engagieren darf.

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Von Redakteur Treeske Hönemann

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