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Neue Wege für Stadtmarketing?

Seelze Neue Wege für Stadtmarketing?

Wie wird Seelze attraktiver? Wie kann Stadtmarketing besser werden? Wie machen das andere Kommunen? Kann sich Seelze etwas abgucken? Befriedigende Antworten gab es im Finanzausschuss nicht. Die Stadt will mit der Gemeinschaft für Handel und Gewerbe (HGS) sprechen und erneut Modelle anderer Kommunen vorstellen.

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Seelze. „So richtig zündet das hier nicht“, brachte Wilfried Nickel (SPD) im Ausschuss die Situation auf den Punkt. Weil das alle Beteiligten wissen, hatten sich Erster Stadtrat Karsten Balzer, Stadtmarketingmitarbeiterin Gabriela Giesche und SPD-Mann Hans Pandzioch in Burgdorf umgesehen (siehe Kasten). Giesche stellte im Ausschuss das dortige Stadtmarketing vor. Im Gegensatz zu Burgdorf gibt Seelze lediglich 15.000 Euro im Jahr für Marketing aus.

„Bei uns fehlt das Wirgefühl. Die HGS müsste sich breiter aufstellen, um mehr Mitglieder zu bekommen. Denkbar ist, dass man mit Beiträgen von 100 Euro anfängt“, sagte Pandzioch. Die Strukturen beider Städte ließen sich nicht vergleichen, merkte Balzer an. Er wolle gar nicht auf die Rivalität zwischen Seelze und Letter abheben. Die Ortsteile wollten aber auch einbezogen werden. Man müsse den Dialog mit der HGS fortsetzen.

„Vielleicht bekommen wir eine Lösung hin mit unseren Möglichkeiten“, sagte CDU-Politiker Gerold Papsch. Obentraut sei ein Joker. Die Marke müsse weiterentwickelt werden. Nickel regte an, bei anderen Städten zu gucken, ob sich nicht das ein oder andere auf Seelze übertragen lasse. „Es ist nicht so, dass wir nicht über den Tellerrand geschaut haben“, konterte Balzer. Er sagte aber zu, weitere Modelle im Ausschuss vorzustellen. Giesche erinnerte an eine Vorlage für die Politik aus dem Vorjahr, in der einige Städte vorgestellt wurden.

Beispiel Burgdorf

Der Verein Stadtmarketing Burgdorf – 2004 gegründet – hat 400 Mitglieder, darunter finanzkräftige Firmen. Er wird stark unterstützt vom Verkehrs- und Verschönerungs-Verein. Burgdorf hat rund 30.000 Einwohner, davon leben 20.000 in der Kernstadt. Ihnen wird viel geboten: verkaufsoffene Sonntage, Late-Night-Shopping, Lichtwochen, Begrüßungsaktion für Neubürger, Stadtführungen. Organisiert wird das von einem zehnköpfigen Vorstand, einem Geschäftsführer (halbe Stelle), zwei Vollzeitkräften, vier Mitarbeitern auf Honorarbasis, Personal der Stadt. Der Jahresetat beträgt fast 300.000 Euro. Mitglieder zahlen je nach Umsatz bis zu 2200 Euro, die Stadt gibt 30.000 Euro. Sponsoren geben teilweise fünfstellige Summen dazu.

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Es geht nur mit vereinter Kraft

Von Thomas Tschörner

Seelzes Stadtmarketing kommt nicht richtig voran. Zwar gibt es einige Aktionen wie etwa den Obentrautmarkt, die Obentrautzeitreise und das Seelzer Lichtermeer sowie einige Produkte wie das Obentrautbier und Schokolade mit Motiven aus Seelze. Sinnvoll gebündelt aber werden diese Aktivitäten nicht.

Veranstaltungsprogramme etwa für den Obentrautmarkt erscheinen erst spät, obwohl schon längst in anderen Kommunen die Plakate dafür aushängen, und werden auch nicht medienwirksam beworben. Neue Produkte werden nur zögernd oder auch gar nicht vorgestellt. Damit ist die Marketingoffensive rund um Michael Obentraut, den die Stadt vor einigen Jahren als Werbefigur entdeckt hatte, doch etwas ins Stocken geraten. Der Reitergeneral aus dem 30-jährigen Krieg ist eben kein Allheilmittel.

Eine Ursache ist das Geld. Die Stadt selbst kann so gut wie nichts beisteuern. Die Aufstockung auf eine halbe Stelle für die für Marketing zuständige Mitarbeiterin ist wohl schon das Maximum, was sich die Stadt leisten kann. Andere Kommunen buttern mehr in ihre Eigenwerbung oder setzen zumindest mehr Personal ein. Auch die Gemeinschaft für Handel und Gewerbe in Seelze (HGS) ist ganz offensichtlich nicht besonders finanzstark. Dies liegt an der Struktur der Seelzer Wirtschaft, die überwiegend aus kleineren Betrieben besteht. Große Sponsoren, die sich der Stadt verpflichtet fühlen, sind nicht in Sicht.

Dass sich die Stadtpolitik nun über Aktionen in Burgdorf informiert, ist sicher löblich. Es hilft aber nicht weiter, sich mit den gut aufgestellten Burgdorfern oder Aktivitäten in ähnlichen Städten vergleichen zu wollen. Die Obentrautstadt muss vielmehr an einem Strang ziehen und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Möglicherweise ist die Idee eines neuen Vereins, die gelegentlich ins Spiel gebracht wurde, doch nicht so schlecht. Wenn schon HGS und Stadtverwaltung nicht so recht vorankommen, schaffen es vielleicht ein paar Enthusiasten – wenn sie sich denn finden lassen.

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